3 Möglichkeiten, wie Du Dein Budget aufteilen kannst

Verlierst Du auch schnell den Überblick über Deine Ausgaben oder weißt gar nicht genau, wie viel Geld Dir eigentlich pro Monat zu Verfügung steht? Wir zeigen Dir drei Methoden, Dein Einkommen clever aufzuteilen und ganz nebenbei ein finanzielles Polster aufzubauen.

Die Basis für Deinen Budgetplan ist Dein Haushaltsbuch, das Dir genau verrät, wohin Dein Einkommen jeden Monat verschwindet. Diese Info ist wichtig, um überhaupt realistische Budgets bilden zu können, denn was bringt es Dir, bspw. 20 Euro für Kommunikation & Unterhaltung einzuplanen, wenn allein Dein Handy-Vertrag schon 23 Euro im Monat kostet?

Du führst noch kein Haushaltsbuch? Hier findest Du Infos zum Vorgehen und eine PDF-Vorlage zum Ausdrucken.

Warum brauchst Du überhaupt Budgets?

Budgets schaffen eine verlässliche Struktur für Deine Ausgaben. So weißt Du ganz genau, wie viel Geld dir im Moment für welche Ausgaben zur Verfügung steht. Größere Rechnungen können Dich nicht mehr aus der Bahn werfen. Die Kfz-Versicherung ist ein beliebtes Beispiel für Ausgaben, die viele Autobesitzer zwar kennen, aber nicht vernünftig einplanen und so Jahr für Jahr erneut tief in den Dispo rutschen. Eine Budget-Struktur sorgt für bessere Planbarkeit und weniger Panik-Gedanken. Stell Dir einfach vor, wie gut Du ohne Geldsorgen schlafen wirst.

Budgets helfen außerdem, unnötige Ausgaben zu vermeiden. So kann zwar der Dispo kurzfristig herhalten, um die Versicherungsprämie zu begleichen, aber mit durchschnittlich 10 Prozent Dispozins, reißt diese Ausgabe gleich noch ein weiteres Loch in dein Portemonnaie.

Zugegeben, die Aufstellung einer für Dich passenden Budget-Struktur kostet Zeit und Mühe. Noch anstrengender wird es, sich auch wirklich diszipliniert daran zu halten. Aber Du darfst und sollst Dich natürlich für die Anstrengung belohnen. Die Summe, die Du durch clevere Budgetierung regelmäßig sparst, gehört Dir ganz allein. Du entscheidest, was Du Dir davon gönnst.

„Nutze die Faustregeln zur Orientierung und passe sie für Dich entsprechend an. Ob Du am Ende sechs oder vier Budgettöpfe hast ist egal. Wichtig ist, dass Du eine Strategie für Dich findest und diese auch konsequent durchziehst.“
finanz-heldin Katharina

Katharina

Die 50-30-20-Methode

Bei dieser Methode verteilst Du Dein monatliches Einkommen auf drei Töpfe: 50 Prozent fließen in den Topf Grundausgaben. Davon bestreitest Du alle fixen Kosten wie Miete, Lebensmittel, Vertragsgebühren fürs Smartphone, laufende Kredite, etc.

30 Prozent stehen für den persönlichen Bedarf zur Verfügung, für alles, was Du Dir gerne ermöglichen möchtest, aber nicht lebensnotwendig ist – Shopping, Urlaub, Hobby, etc. Denke daran, größere Ausgaben mit etwas Vorlauf einzuplanen.

Die übrigen 20 Prozent sind Dein Sparanteil. Mit diesem Geld baust Du Deinen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben auf, begleichst Schulden und sorgst fürs Alter vor.

Am besten legst Du für die 50-30-20-Methode drei separate Konten an: Ein Girokonto für die Grundausgaben und eines für den persönlichen Bedarf. Die Sparraten buchst Du auf ein Tagesgeld- oder Sparkonto. So gerät nichts durcheinander und Du behältst den Überblick.

Laufende Kosten zu hoch?

Was tun, wenn Deine monatlichen Ausgaben regelmäßig mehr als 50 Prozent deines Einkommens verschlingen? Versuche zunächst, Möglichkeiten zu finden, Deine Ausgaben zu kürzen. Prüfe bspw., ob es günstigere Alternativen zu Deinem Mobilfunkvertrag gibt. Auch beim Gasanbieter oder der Kfz-Versicherung kann sich ein Anbieterwechsel auszahlen. Manchmal verstecken sich auch Mitgliedsbeiträge oder Abokosten in Deinen laufenden Kosten, die Du leicht einsparen kannst, indem Du die Verträge kündigst. Vor allem Beiträge, die nur einmal pro Jahr abgebucht werden, geraten schnell in Vergessenheit. Prüfe auch, ob sich ggf. ein Umzug in eine kleinere Wohnung oder eine günstigere Region lohnt.

Zuordnung ändern

Ist bspw. nur ein Budgettopf zu voll, dann kannst du die Beträge auch anders zuordnen. Die monatliche Kredittilgung muss nicht unbedingt unter Grundausgaben verbucht werden, auch wenn sie jeden Monat anfallen. Du kannst sie ebenso gut im Spartopf berücksichtigen.

Quoten anpassen

Du hast die Ausgaben zurückgeschraubt und kommst trotzdem über 50 Prozent? Dann ist das eben so – es ist Dein Budget, daher steht es dir frei, die Gewichtung an Deine Situation anzupassen. Dann ist es vielleicht keine 50-30-20-Aufteilung, sondern 60-25-15. Wichtig ist die Regelmäßigkeit und die erreichst Du nur mit realistischen Zielen.

Die 6-Jars-Methode

Die 6-Jars-Methode, auch 6-Konten-Modell genannt, ist im Prinzip eine Erweiterung der 50-30-20-Methode. Auch hier teilst Du Dein gesamtes monatliches Einkommen auf verschiedene Budgettöpfe auf, nur sind es eben sechs statt drei.

1. Laufende Kosten (50%)
Der erste und größte Topf ist der für die laufenden Kosten. Hier hinein fließt die Hälfte Deines Einkommens.

Die andere Hälfte wird gleichmäßig auf fünf Bereiche verteilt:

2. Finanzielle Freiheit (10%)

Das ist der Topf für Deine Ersparnisse und zwar für die langfristigen wie die Altersvorsorge. Du kannst es erst einmal auf ein Sparkonto schieben oder direkt in einen Wertpapiersparplan. Hauptsache, Du lässt die Finger davon und lässt das Geld in Ruhe für Dich arbeiten.

3. Spaß (10%)

Sparen und das beruhigende Gefühl, finanzieller Freiheit kann zwar ungemein motivierend sein, aber Du möchtest ja bestimmt kein Geizhals werden. Also gönnst Du Dir zehn Prozent Deines Einkommens einfach zum Vergnügen: Ausgehen, Shoppen, Wellness-Wochenende, was auch immer. Hau‘ es auf den Kopf!

4. Rücklagen (10%)

Du brauchst natürlich auch Rücklagen, auf die Du kurzfristig zugreifen kannst – Dein Notgroschen für Unvorhergesehenes, aber auch für geplante, größere Anschaffungen wie neue Möbel, ein Auto oder eine Reise.

5. Weiterbildung (10%)

Du weißt jetzt schon, dass Du in Zukunft noch mal eine Weiterbildung in Angriff nehmen möchtest, ein komplettes Studium oder einen Sprachkurs an der Volkshochschule? Prima, dann sorge doch jetzt schon mal für die Finanzierung vor. Von diesem Budget kannst Du natürlich auch kleinere Ausgaben für Fachbücher oder kürze Online-Einheiten bestreiten.

6. Spenden (10%)

Gib einen Teil Deines Einkommens weiter, einfach um Gutes zu tun. Ob du für den Umwelt- oder Tierschutz spendest, für Kinder in Not oder den Förderverein einer lokalen Einrichtung, ist ganz egal. Deine Spende hilft anderen und gibt Dir ein gutes Gefühl.

Die Old-School-Methode

Die oben beschriebenen Methoden scheinen Dir zu abstrakt und Du möchtest eher was zum Anfassen? Dann kommt vielleicht die klassische Bargeld-Methode infrage. So gehst Du vor:

  1. Überlege Dir, welche Ausgaben regelmäßig anfallen, die Du sonst per Giro- oder Kreditkarte bezahlst.
  2. Bilde Kategorien (Vorsicht, nicht zu kleinteilig werden!) und lege für jede Kategorie einen Briefumschlag an. Es können auch Dosen sein, Portemonnaies oder Marmeladengläser.
  3. Hebe die berechnete Summe am Monatsanfang von Deinem Girokonto ab und verteile sie auf Deine Umschläge.
  4. Was am Monatsende übrig bleibt, kommt ins Sparschwein.

Die Old-School-Methode bietet sich vor allem für die Bereiche an, in denen man schnell den Überblick verliert, bspw. beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf oder den Spontankäufen unterwegs. Schwierig wird es natürlich, wenn Du Deine Einkäufe überwiegend online erledigst. Hier könntest Du alternativ zum Bargeld die verfügbare Summe notieren und darunter alle Ausgaben auflisten.

Disziplin ist entscheidend

Bei allen Methoden ist das A und O Deine Disziplin. Den Anfang zu machen, ist die leichteste Übung. Die Herausforderung ist das Dranbleiben. Für den Anfang hilft es, konkrete Ziele zu setzen und sich regelmäßig zu belohnen. Dann wird Dein Money-Management bald zur Routine.

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