5 Mythen übers Sparen

Warum Sparen vielen Menschen schwerfällt hat mit einer ganzen Reihe negativer Glaubenssätze zu tun. Wir räumen mit den größten Irrtümern auf.

Sparen bedeutet, für sich zu sorgen. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, konsequent einen Teil ihres Einkommens beiseitezulegen. Die Krux an der Sache: Sparen ist auf die Zukunft ausgerichtet. Den Lohn dafür, dass Du heute auf Konsum verzichtest, bekommst Du erst sehr viel später. Und mit dieser langen Frist kommt der Mensch im Allgemeinen nicht besonders gut klar. Deshalb füttern wir unseren inneren Sparschweinehund gerne mit Glaubenssätzen, damit wir kein schlechtes Gewissen bekommen, weil wir lieber heute konsumieren, anstatt für morgen zu sparen. Dabei gehen wir einigen Mythen auf den Leim.

1. Ich habe nichts zum Sparen

Ist das wirklich so? Meistens ist am Monatsende deshalb nichts mehr übrig, weil das Geld scheinbar unbemerkt für Kleinigkeiten ausgegeben wird. Hier ein Snack, dort ein Schnäppchen in der Boutique. Um herauszufinden, wohin sich Dein Geld regelmäßig verabschiedet, kannst Du ein Haushaltsbuch führen und sämtliche Ausgaben notieren. Oft kommen hier Ausgaben zum Vorschein, die sich leicht durch günstigere Alternativen ersetzen oder ganz einsparen lassen, bspw. ein alter Handy-Tarif oder das ungenutzte Zeitschriften-Abo. Spätestens nach drei Monaten hast Du einen guten Überblick und kannst Dir gezielt Mittel zum Sparen schaffen.

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Hast Du bisher allenfalls nach dem Lustprinzip gespart, wirst Dich etwas umstellen müssen, denn Sparen erfordert Disziplin. Das klingt anstrengend, doch wenn sich die ersten Erfolge zeigen – und das werden sie! – bringt Sparen sogar Freude. Daraus sind schon die unterschiedlichsten Spar-Challenges entstanden wie die 52-Wochen-Challenge, bei der Du mit einem Euro beginnst und jede Woche einen Euro mehr als in der Woche vorher in dein Sparschwein legst. So kommen innerhalb von einem Jahr 1.378 Euro zusammen. Beliebt sind auch der 5-Euro-Trick, bei dem konsequent jeder 5-Euro-Schein beiseitegelegt wird, oder das Raten-Sparen, bei dem Du Deine monatliche Sparrate nach und nach erhöhst.

2. Ein Kredit ist auch eine Form des Sparens

Genaugenommen ist ein Kredit nichts anderes als rückwärtsgerichtetes Sparen. Man bekommt heute Geld, das man in der Zukunft in regelmäßigen Raten zurückzahlt. Doch Vorsicht, hier lauert eine Denkfalle. Wurde das Geld erst einmal ausgegeben, wird der Fall in Deinem Kopf automatisch abgehakt. Dass die Raten noch eine ganze Zeit lang weiterlaufen, Du also mit dem Sparen längst noch nicht am Ziel bist, wird ignoriert. Stattdessen gaukelt Dir Dein Verstand vor, dass es okay ist, sich jetzt den nächsten Wunsch zu erfüllen, schließlich ist der Erholungseffekt der Reise auf Pump schon verpufft oder der Dank Null-Prozent-Finanzierung spontan angeschaffte Fernseher ist nach wenigen Monaten ein Fall für die Garantie. So verlockend Konsumkredite auch sind, so schnell kannst Du durch sie in einen Schuldenstrudel geraten. Sich hinterher daraus zu befreien, erfordert weit mehr Anstrengung als im Vorfeld bewusst auf ein Ziel hinzuarbeiten.

3. Anlegen bringt sowieso nichts

Dass man mit dem guten alten Sparbuch nur mühsam voran kommt, ist im anhaltenden Zinstief nicht von der Hand zu weisen. Sparen wird nicht mehr belohnt. Hier ist es ratsam, nach Alternativen Ausschau zu halten – die gibt es! Aktien, Fonds und ETFs sind selbst in Krisenzeiten, wie wir sie momentan erleben, das Mittel der Wahl für langfristige Anlagehorizonte. Verlustmeldungen und Panikreaktionen an den Märkten können Anleger*innen nervös machen. Doch wenn Du der Wirtschaft Zeit gibst, wird sie sich erholen. Nach schweren Krisen wie der 2008er Finanzmarktkrise konnten Leitindizes wie der Dax sogar neue Höchstmarken erreichen. Daher stammt auch die Börsenweisheit „Nach der Baisse ist vor der Hausse“.

4. Sparen dauert zu lange

Auf lange Sicht können also Wertpapiere die Sparlaune erhellen. Doch wie sollst Du die kleineren Ziele erreichen, wenn sich normales Sparen kaum mehr lohnt? Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass der Niedrigzins insbesondere bei kurz- und mittelfristigen Anlagen kaum Einfluss auf die Anlagedauer hat. Wer vor 15 Jahren, bei einem allgemeinen Zinsniveau von 3,5 Prozent, 5.000 Euro ansparen wollte und dafür monatlich 100 Euro aufs Sparbuch legte, hatte sein Ziel nach knapp vier Jahren erreicht. Heute, bei einem Zinsniveau von null Prozent, dauert es nur rund drei Monate länger. Du musst den Wunsch nach der Traumreise oder der neuen Wohnungseinrichtung also keinesfalls aufgeben, höchstens ein kleines bisschen geduldiger sein.

5. Ich brauche keine Strategie

Beim Sparen ist es wie im Sport: Mit einem Ziel vor Augen trainiert es sich leichter. Überlege Dir auch für den Vermögensaufbau genau, wofür Du sparen möchtest und wähle die passende Anlageform dafür. Für Kurzfristige Ziele oder für den Notgroschen, der jederzeit verfügbar sein muss, eignet sich ein einfaches Tagesgeldkonto. Langfristige Vorhaben wie die Altersvorsorge erreichst Du am besten mit Wertpapieren. Sparpläne sorgen für Regelmäßigkeit, sodass Du Dein Ziel nicht aus den Augen verlierst, auch wenn es viele Jahre in der Zukunft liegt. Wer über einen längeren Zeitraum regelmäßig gleichbleibende Beträge investiert, kann zudem den durchschnittlichen Einstiegspreis verringern. Der Grund: Bei höheren Kursen werden automatisch weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Anteile erworben.

Unterschätzter Effekt

Ein Grund, warum Du mit dem Sparen und Anlegen besser heute als morgen anfängst, ist der Zineszinseffekt. Dank diesem Effekt kannst Du Dein Geld einfach für Dich arbeiten lassen. Früher gab es noch mehr Zinsen auf die Sparkonten, da hat man den Effekt stärker gespürt. Doch auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld kannst Du vom Zinseszinseffekt profitieren. Legst Du Dein Geld z.B. in einen ETF an, achte darauf, dass dieser thesaurierend ist. Das bedeutet, dass Ausschüttungen der Wertpapiere reinvestiert werden und so Dein Wertpapiervermögen weiter ansteigt. Ist der ETF ausschüttend, kannst Du die Ausschüttungen natürlich auch selber reinvestieren, allerdings ist es dann oftmals verlockender, das Geld auszugeben.

Auf der Abbildung siehst Du, wie sich die Anlagedauer und die monatliche Sparrate auf die Gesamtsumme auswirken. Spannend, oder? Wenn Du also früh genug beginnst, brauchst Du eine geringere Sparrate, um ein höheres Vermögen anzusparen. Worauf wartest Du also noch?

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