Wertpapierbegriffe für Börsenneulinge

5 Wertpapierbegriffe, die Du kennen solltest

Das erste Mal an der Börse und Du verstehst kaum ein Wort? Keine Sorge, wir übersetzen die wichtigsten Fachbegriffe für Börsenneulinge.

Die Börse ist noch Neuland für Dich und möglicherweise schrecken Dich einige Fachbegriffe ab, die Dir bei der Auswahl und beim Handel mit Wertpapieren begegnen. Lass Dich nicht verunsichern. Stelle Dir vielmehr vor, Du würdest eine Fremdsprache lernen. Es braucht Zeit, um sich den Grundwortschatz zu verinnerlichen und Übung, bis Du Dich gut verständigen kannst. Einige Fachtermini der Börsensprache solltest Du gut kennen, denn sie geben Auskunft über die Güte eines Wertpapiers. Hier übersetzen wir die wichtigsten für Dich.

Asset Allocation

Wertpapierinvestments sind neben ihren attraktiven Renditeaussichten immer auch mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden. Die Gründe sind vielfältig und reichen von unternehmensinternen Entscheidungen bis hin zu politischen oder volkswirtschaftlichen Gegebenheiten, die sich positiv oder eben auch negativ auf Börsenkurse auswirken können. Diese Faktoren kannst Du als Anlegerin nicht beeinflussen.

Dennoch gibt es eine einfache Möglichkeit, Dein Investment zu schützen, und zwar indem Du es auf mehrere Anteilklassen (Assets) verteilst (allokierst). Infrage kommen etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe, die sich im Idealfall über verschiedene Branchen, Währungen und Regionen verteilen. Durch eine solch breit diversifizierte Asset Allocation kann der Gewinn aus dem anzulegenden Geld eventuelle Verluste aus einem anderen Investment ausgleichen. Tipp: Fonds und ETFs haben den Vorteil, dass man bereits mit kleinen Beträgen breit streuen kann.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Bei der Auswahl der Aktien für Dein Depot kannst Du Dich je nach Anlagestrategie an verschiedenen Kennzahlen orientieren. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das KGV gibt an, in welchem Verhältnis der Preis einer Aktie zum Gewinn pro Aktie steht. Oder anders ausgedrückt: Das KGV ist eine Prognose dafür, wie viele Jahre eine Aktiengesellschaft unter gleichbleibenden Bedingungen benötigen wird, um den aktuellen Kurs als Gewinn zu erwirtschaften.

Um das KGV zu ermitteln, teilt man zunächst den Jahresgewinn eines Unternehmens durch die Anzahl seiner Aktien. Heraus kommt der Gewinn je Aktie. Wird nun der aktuelle Aktienkurs durch diesen Wert geteilt, ergibt sich das KGV.

Ein Beispiel: Unternehmen A hat im letzten Geschäftsjahr 500 Millionen Euro Gewinn erzielt. Insgesamt befinden sich 250 Millionen Aktien im Umlauf. Auf jede Aktie entfallen folglich 2 Euro Gewinn (500/250). Aktuell notiert der Aktienkurs bei 30 Euro. Teilt man diesen Kurs durch den Gewinn pro Aktie ergibt sich ein KGV in Höhe von 15 (30/2). Bei gleichbleibendem Aktienkurs und Gewinn, bräuchte die Aktiengesellschaft also 15 Jahre, um sich selbst an der Börse zurückkaufen zu können.

Je niedriger das KGV ist, desto günstiger scheint die Aktie zu sein. Allgemein gelten Aktien mit einem KGV kleiner als 10 als unterbewertet (günstig) und solche mit einem KGV über 25 als überbewertet (teuer). Ein KGV von 15 bis 25 ist durchschnittlich. Wichtig bei der Bewertung ist, ob die Gewinne des Unternehmens in Zukunft wachsen werden. Denn dann sind auch höhere KGVs angemessen.

Value-at-Risk

Während das KGV ein Indikator für die Gewinnerwartung einer Aktie ist, gilt der Value-at-Risk (VaR) als Kennzahl für den potenziellen Verlust. Er ist eines der am häufigsten verwendeten statistischen Risikomaße, daher solltest Du wissen, was es damit auf sich hat. Der VaR leitet sich in der Regel aus den vergangenen Kursentwicklungen ab. Ergibt – in Geldeinheiten ausgedrückt – den Verlust eines Portfolios an, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Ein Beispiel: Beträgt der VaR einer Anlage 1.000 Euro, die Haltedauer ein Jahr und der festgelegte Erwartungsbereich – auch Konfidenzintervall genannt – 99 Prozent, dann bedeutet dies folgendes: Die Anlage wird innerhalb eines Jahres mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, nämlich zu 99 Prozent, nicht mehr als 1.000 Euro verlieren. Anders ausgedrückt ist statistisch gesehen nur durchschnittlich alle 100 Jahre mit einem Verlust jenseits von 1.000 Euro zu rechnen.

Gesamtkostenquote (TER)

Die Total Expense Ratio (TER) ist eine Kennziffer speziell für Investmentfonds. Sie muss für jeden Fonds ausgewiesen werden und ermöglicht es, verschiedene Fonds in Bezug auf ihre Kosten miteinander zu vergleichen.

Kaufst Du Anteile an einem Investmentfonds, fallen Kosten auf unterschiedlichen Ebenen an: Zum einen beim Kauf selbst in Form des Ausgabeaufschlags. Das ist die Differenz zwischen dem Ausgabepreis und dem Anteilwert. Der Ausgabeaufschlag variiert je nach Fondstyp – bei Rentenfonds rund 3 Prozent, bei Aktienfonds bis zu 6 Prozent – und fließt nicht in die Gesamtkostenquote ein.

Die TER spiegelt hingegen sämtliche Kosten und Gebühren, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Konkret sind dies Verwaltungs- und Verwahrkosten. Nicht berücksichtigt werden hingegen Kosten für Käufe und Verkäufe innerhalb des Fonds (Transaktionskosten). Ebenso muss das Fondsmanagement etwaige erfolgsabhängige Vergütungen separat ausweisen. Angegeben wir die TER als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögens innerhalb eines Geschäftsjahres.

Ordertypen

Jetzt geht es ans Handeln. Viele Börsenneulinge fürchten, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu verpassen und dadurch Renditechancen nicht optimal ausnutzen zu können und noch schlimmer: Geld zu verlieren. Dem kannst Du ganz einfach vorbeugen, indem Du vorab einige Rahmenbedingungen definierst und die mit dem entsprechenden Orderzusatz in Deinem Depot versiehst. Das sind die drei wichtigsten Ordertypen:

Billigst-/Bestens-Order

Du bist bereit, jeden Preis für den Kauf beziehungsweise Verkauf der Wertpapiere zu akzeptieren.

Limitierte Kauf-/Verkaufsorder

Du gibst einen Höchstpreis vor, bis zu dem Du maximal bereit bist, die Aktien zu kaufen, beziehungsweise einen Mindestpreis, den Du beim Verkauf erzielen möchtest.

Stop-Loss-/Stop-Buy-Order

Diese Zusätze helfen, Kursverluste zu begrenzen beziehungsweise, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Dafür gibst Du einen Verkaufs- beziehungsweise Kaufpreis ein. Wird dieser erreicht oder unterschritten/überschritten, wird das Papier zum nächsten Preis bestens verkauft/billigst gekauft.

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