5 Dinge, die Kinder über Geld wissen sollten

Über Geld spricht man nicht? Doch – unbedingt! Kinder und Jugendliche müssen lernen, mit Geld umzugehen und Finanzen zu planen. Das gehört schließlich dazu, wenn man später ein selbstbestimmtes Leben führen möchte.

Achtung – wir starten mit ein paar erschreckenden Zahlen. Knapp jede*r Dritte der 14- bis 24-Jährigen hat schon einmal Schulden gemacht, ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK. Sechs Prozent der Jugendlichen standen sogar schon einmal an der Schwelle zur Überschuldung. Ein Auslöser dafür ist laut dem Institut für Finanzdienstleistungen eine fehlende finanzielle Allgemeinbildung. Genau die ist aber notwendig, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen. Und das wiederum ist eine wichtige Basis für ein selbstbestimmtes Leben.

Nach Ansicht von Wirtschaftspädagog*innen kann finanzielle Allgemeinbildung schon früh beginnen. Am besten, sobald die Kinder anfangen, mit Geld umzugehen, also zum Beispiel Taschengeld bekommen. In diesem Sinne: Lasst uns mit ihnen über Geld reden. Wirtschaftliche Zusammenhänge lassen sich schließlich auch kindgerecht erklären.

1. Geld ist echt und endlich

Mit dem technologischen Fortschritt verschwindet echtes Geld zunehmend aus unserem Blickfeld. Gezahlt wird per Smartphone, Karte oder Online-Überweisung. Und in Zeiten niedriger Zinsen lebt es sich auch komfortabel auf Pump. Sicherlich wird man die Zeit nicht zurückdrehen können, aber um den Wert von Geld kennenzulernen, ist es wichtig, es den Kindern auch physisch in die Hand zu geben. Sie müssen erleben, dass man sich davon wirklich etwas kaufen kann – und es auf der anderen Seite auch tatsächlich weg ist, wenn sie es ausgeben. 

Am besten funktioniert das immer noch über das Taschengeld oder den Urlaubsobulus, den die Kids im eigenen kleinen Portemonnaie durch Italien oder Griechenland tragen.

2. Seine Finanzen muss man planen

Über ihr eigenes kleines Budget erfahren die Kinder auch, dass sie ihre Finanzen im Blick behalten müssen. Wenn das Taschengeld mal wieder schneller weg ist als gedacht, denken Sohn oder Tochter hoffentlich auch mal darüber nach, wo es denn geblieben ist. Vielleicht ermutigen die Eltern sie auch, eine kleine Liste mit Einnahmen und Ausgaben zu führen.

Solch eine Tabelle zeigt zugleich, wo die größten Kostentreiber lauern. Wer die kennt, kann gegensteuern. Zum Beispiel einfach einmal länger abwägen, ob man eine bestimmte Sache wirklich haben muss . Oder ob man das neue Shirt nicht auch secondhand kauft, mit Freund*innen tauscht oder ein altes aufpimpt.

3. Beim Einkaufen lauern viele Finanzfallen

Wer kennt das nicht? Man steht an der Kasse und fragt sich, warum A. so viel auf dem Band liegt und B. der*die Kassierer*in so eine hohe Summe nennt. Auch diese Erfahrung können die Eltern direkt mit ihren Kindern teilen – und mögliche Gegenmaßnahmen verraten. Zum Beispiel Preisvergleiche machen, vor dem Supermarktbesuch eine Einkaufsliste schreiben, die vor Spontankäufen schützt, im Laden immer auch die günstigeren Produkte in den unteren Regalreihen anschauen und ein Preislimit setzen.

4. Sparen ist wichtig

Man kann nicht früh genug lernen, wie wichtig und entspannend es ist, ein gewisses Finanzpolster zu haben. Man weiß nie, was kommt. Außerdem haben auch Kinder und Jugendliche schon größere Wünsche, die sie sich eben nicht sofort erfüllen können. Sparen lernen gehört daher ebenfalls zur finanziellen Bildung. Das hilft zugleich, noch einmal bewusster zu überlegen, wie viel Geld man hat, was man sich leisten kann und wofür man es eigentlich ausgeben muss oder möchte.

5. Geld muss erst einmal verdient werden

Geld fällt nicht vom Himmel. Eltern sollten daher ruhig mit ihren Kindern über die eigenen Einkunftsquellen sprechen, wer wie viel verdient und was davon eigentlich alles bezahlt werden muss. Vielleicht ermutigt das den ein oder anderen Sprössling auch, selbst auf Jobsuche zu gehen, einen Babysitterkurs zu absolvieren, Nachhilfe anzubieten oder erste kleine kreative Geschäftsideen anzugehen, um sich die eigenen Wünsche zu erfüllen. 

Bonus: Was ist eigentlich die Börse?

Wie funktioniert die Geldwirtschaft? Wie richtet man ein Konto ein? Warum kann man Anteile von Unternehmen kaufen? Nur keine Angst – seinen Kindern darf man ruhig auch etwas komplexere Themen anbieten. Und in Zeiten, in denen sich der Sparzins in Wohlgefallen auflöst, ist es vielleicht auch ganz sinnvoll, wenn Aktien und Wertpapiere für Kinder etwas Selbstverständliches sind. So können sie gar nicht erst die bei vielen Deutschen vorhandene Scheu davor aufbauen.

Ergänzende Infos

Es gibt eine Reihe Kinderbücher und Spiele über Geld. Zum Beispiel diese:

Bücher

Spiele

  • Der Klassiker: Spiel des Lebens
  • Für Einsteiger*innen: Das Taschengeldspiel

Und wie viel Taschengeld ist sinnvoll? Die Jugendämter geben Orientierung:
www.taschengeldtabelle.info

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