Vorsicht Altersarmut!

Die gesetzliche Rente wird nicht reichen. Du musst früh aktiv werden, langfristig Vermögen aufbauen und so privat für Deinen Lebensabend vorsorgen.

Wir alle träumen von einem schönen, angenehmen, vielleicht sogar luxuriösen Ruhestand – endlich Zeit für unsere Hobbys, für tolle Reisen, Theater- und Opernbesuche, für Nachmittage in der Wellness-Oase oder auf dem Golfplatz. Aber dieser Luxus kostet Geld. Die gesetzliche Rente wird dafür kaum ausreichen. Im Gegenteil. Vielen Menschen in Deutschland droht sogar Altersarmut, wenn sie sich ausschließlich auf die Rentenkasse verlassen. Zumindest aber werden sie jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Vor allem wenn Du – wie so viele Frauen – Lücken in Deiner Erwerbsbiographie hast oder nur Teilzeit arbeitest, kann es im Alter ganz schön eng werden. Dann wird selbst der Latte Macchiato im Café zum echten Luxus. 

Die Rentenlücke der Frauen ist immens. Wir zahlen monatlich weniger ein, weil wir schlechter verdienen als Männer – Stichwort „Gender Pay Gap“. Westdeutsche Frauen, die heute zwischen 65 und 75 Jahre alt sind, haben im Schnitt nur 28 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, Männer 41. Und weil wir während des Berufslebens weniger verdienen, liegt unsere gesetzliche Rente im Schnitt nur bei 685 Euro – und damit 487 unter der Rente der Männer. Die können mit durchschnittlich 1.172 Euro allerdings auch keine besonders großen Sprünge machen. Für Frauen wie für Männer gilt also: Ohne private Vorsorge geht es einfach nicht.

Die Altersvorsorge in Deutschland besteht aus drei Schichten: der Basisvorsorge, der Zusatzvorsorge und der Kapitalanlage. Zur Basisvorsorge zählt neben der gesetzlichen Rente auch die Rürup- beziehungsweise Basis-Rente. Sie richtet sich in erster Linie an Selbstständige, die nicht über die Deutsche Rentenversicherung oder Versorgungswerke abgesichert sind. Rürup-Verträge werden meist in Form einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung angeboten, einige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ein Rürup-Vertrag ist zwar ein privater Vorsorgevertrag, hat aber bestimmte Ausstattungsmerkmale. Er ist entsprechend zertifiziert und daher der ersten Säule der Altersvorsorge, der Basisvorsorge zugeordnet. 

Die drei Schichten der Altersvorsorge

Der wichtigste Unterschied zu einer nicht geförderten privaten Rentenversicherung: Das angesparte Kapital kannst Du Dir bei einer Rürup- oder Basisrente nicht auszahlen lassen. Es soll ausdrücklich der Altersvorsorge dienen und Dein Langlebigkeitsrisiko mindern; deshalb zahlt Dir der Versicherer immer eine lebenslange Rente aus. Zu den Bedingungen des Vertrages zählt, dass der Vertrag unkündbar ist. Er kann nur beitragsfrei gestellt werden.

Die Rürup-Rente funktioniert ähnlich wie die gesetzliche Rente. Deshalb werden die Beiträge auch steuerlich so behandelt wie Beiträge zur Rentenversicherung: Beiträge der Basisvorsorge lassen sich bis zu einem bestimmten Höchstbetrag als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Die späteren Rentenzahlungen musst Du im Alter versteuern.

Beginne so früh wie möglich, Deine Rentenlücke zu schließen!

Ob gesetzliche Rentenversicherung oder Rürup-Rente – das wird nicht reichen. Wir müssen aktiv werden und uns um unseren langfristigen Vermögensaufbau kümmern. Altersarmut ist ein extremes Risiko, gerade für das weibliche Geschlecht. Zumal wir ja auch statistisch gesehen einige Jahre älter werden als Männer. Wir brauchen also auch länger Geld fürs Alter. Und deshalb ist es so wichtig, dass Du Dich nicht nur auf die gesetzliche Rente verlässt, sondern auch mit Hilfe Deines Arbeitgebers oder privat um Deine Altersvorsorge kümmerst, also auch die zweite und dritte Schicht der Altersvorsorge nutzt. 

Damit, unsere Rentenlücke zu füllen, fangen wir besser so früh wie möglich an. Es wird mit jedem Jahr, das Du älter wirst, schwieriger, die Lücke noch zu schließen. Es gibt leider keine Standardlösung, nicht die perfekte Altersvorsorge. Es ist sehr individuell, welche Produkte für Dich in Frage kommen und vor allem, welche zu Deinem persönlichen Risikoprofil passen. Kennen solltest Du sie aber alle und dann Deine individuelle Strategie finden – auch mit Hilfe eines Beraters. Das Basiswissen bekommst Du von uns.

Das Altersvorsorge-Special der finanz-heldinnen

Im zweiten Teil unseres Specials geht es um die kapitalgedeckte Zusatzvorsorge. Zu dieser zweiten Schicht der Altersvorsorge zählen staatlich geförderte Produkte wie die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge über eine Direktversicherung.   

Im dritten Teil stellen wir Dir die wie ich finde spannendste Schicht vor: die Kapitalanlage. Es gibt verschiedenste Anlageprodukte, die für ein zusätzliches Einkommen im Ruhestand sorgen können. Das kann eine private Rentenversicherung sein, eine Lebensversicherung, eine Immobilie, ein Investmentfonds- oder ETF-Sparplan oder ein Aktiendepot.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen
  • Vor allem Frauen sind von Altersarmut bedroht
  • Beginne so früh wie möglich, Vermögen für den Lebensabend aufzubauen
  • Nutze die kapitalgedeckte Altersvorsorge und die Kapitalanlage
Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer

Journalistin, Moderatorin

Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht. Darüber hinaus schreibt sie eine wöchentliche Kolumne bei onvista.de, einem der meistbesuchten Finanzportale in Deutschland.

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