Einfach an die Börse? Per Fonds!

Du musst kein:e Finanzexpert:in sein, um von Aktienmarktrenditen zu profitieren. Investmentfonds ermöglichen dir einen einfachen Zugang: Profis wählen aussichtsreiche Einzelwerte aus, Deine Anlage ist breit gestreut – und Du kannst schon mit kleinen Geldsummen mit dem Vermögensaufbau beginnen.

Geldanlage ist ja bekanntlich kein Hexenwerk. Dennoch zögerst Du vielleicht, Geld an der Börse zu investieren. Zu kompliziert, magst Du denken. Tatsächlich solltest Du Dich gut auskennen, wenn Du in Einzelwerte investieren willst. Denn mit Wertpapieren einzelner Unternehmen hast Du nicht nur die Chance, attraktive Renditen zu erwirtschaften, sondern Du schulterst auch ein hohes Risiko bis hin zum Totalverlust. Eine grundlegende Analyse ist also empfehlenswert, wenn Du das Verlustrisiko gering halten willst. Keine Lust, tiefer einzusteigen? Dann gibt es für Dich eine sehr gute Alternative: Überlass die Einzeltitelauswahl ganz einfach denjenigen, die sich auskennen – investiere in einen Fonds!

Was genau aber ist ein Investmentfonds?

Stell dir einen Fonds als eine Art Korb mit vielen Wertpapieren vor. Welche Papiere überhaupt in den Korb kommen dürfen, gibt der sogenannte Fondsprospekt vor. Das können Aktien oder Anleihen sein, Immobilien, Rohstoffe, Währungen oder Edelmetalle. Auch ist im Fondsprospekt festgelegt, in welchem Land, in welcher Branche und nach welcher Strategie investiert werden kann. Dürfen etwa nur große oder nur kleine Unternehmen in den Korb? Werden weltweit Agrarrohstoffe, Energiewerte oder Finanztitel gepickt? Oder ist der Fonds auf europäische Automobilproduzenten oder US-Technologiewerte fokussiert? Auch eine Mischung aus all dem ist erlaubt, wenn es im Fondsprospekt so vorgegeben ist.

Aus der dort definierten Grundgesamtheit wählt das Fondsmanagement dann die nach seiner Einschätzung aussichtsreichsten Einzelwerte für den Fonds aus. Per Fonds investierst du also nicht in einzelne Wertpapiere, sondern gibst dein Geld an eine Kapitalanlagegesellschaft. Die bündelt dann das Geld vieler Anleger:innen und kauft davon viele Wertpapiere. Du musst Dich also weder mit den Einzelwerten beschäftigen, noch trägst Du Einzelwertrisiken: Denn per Fonds ist das von Dir investierte Geld immer breit gestreut!

Die passende Strategie

In Deutschland sind tausende aktiv gemanagte Fonds an der Börse handelbar. Die schiere Zahl zeigt schon: Es ist für jede:n etwas dabei. Das heißt aber auch: Bevor Du Dich für einen Fonds entscheidest, solltest Du – wie bei jedem Investment – Deine Anlageziele kennen. Willst Du kurzfristig auf einen bestimmten Trend setzen? Oder langfristig Vermögen aufbauen? Das hängt natürlich auch mit Deinem Alter, Deiner Risikotoleranz und Deinen finanziellen Möglichkeiten zusammen.

Die Klassiker unter den Fonds sind Aktien- und Rentenfonds. Diese Anlageklassen entscheiden auch über das Anlagerisiko. Wenige Schwankungen und damit geringe Anlagerisiken gibt es bei sogenannten Rentenfonds. Rentenpapiere werden auch „Bonds“ oder „Anleihen“ genannt und werden von Staaten oder Unternehmen herausgegeben. Wenn Du in Anleihen investierst, gibst Du dem Herausgeber der Papiere einen Kredit. Am Ende der Laufzeit gibt es das eingezahlte Kapital zurück. Zudem erhältst Du dafür, dass Du ihm Dein Geld zur Verfügung stellst, einen Zins. Aktuell aber sind die Zinsen extrem niedrig. Deshalb wirst Du mit Rentenpapieren keine hohen Renditen erzielen können. Rentenfonds sorgen für Stabilität im Depot – deshalb gelten sie als „defensiv“.

Aussichten auf mehr bringen Aktieninvestments. Als Aktionär:in beteiligst Du Dich an Unternehmen und profitierst von Kurssteigerungen sowie Gewinnausschüttungen (Dividenden). Aber Du trägst auch hohe Risiken – Aktien sind klassische „Risikopapiere“. Was das heißt? Dass die Kurse an der Börse mitunter Achterbahn fahren! Die Renditeaussichten über lange Anlagezeiträume sind gut – nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts haben Anleger:innen bei einer Haltedauer von 15 Jahren und mehr in der Vergangenheit immer Gewinne erzielt. Kurzfristig können allerdings hohe Verluste zu Buche stehen bzw. die Kurse heftig schwanken – und ausschlaggebend für das Risikomaß einer Geldanlage sind eben die Schwankungen. Mit Aktienfonds erhöhst Du also Renditeaussichten und Risiken, Du bist damit „offensiv“ aufgestellt. Mit sogenannten Mischfonds kannst Du auch beide Anlageklassen miteinander kombinieren. Auch hier entscheidet der Aktienanteil über die Risikoklassifizierung.

Arten von Fonds

Aktienfonds: Fonds investiert zu 100 % in Aktien bzw. hält kleine Cash-Reserven

Rentenfonds: Fonds investiert zu 100 % in Anleihen bzw. hält kleine Cash-Reserven

Mischfonds

  • defensiv: maximal 25 % Aktien und mindestens 75 % Anleihen
  • ausgewogen: maximal 50 % Aktien und mindestens 50 % Anleihen
  • offensiv: maximal 75 % Aktien und mindestens 25 % Anleihen
  • flexibel: Aktienanteil zwischen 0 und 100 %

Anlageregionen oder Branchen?

Als Einsteiger:in ausschließlich auf heimische Werte oder Exoten setzen? Vielleicht besser nicht. Die Faustformel: Je breiter die Risikostreuung, desto geringer das Anlagerisiko. Wir tendieren zwar dazu, uns zuerst einmal am heimischen Markt zu orientieren. Warum nicht, magst Du denken. Schließlich ist die deutsche Wirtschaft gut aufgestellt. Aber: Gemessen am weltweiten Börsenhandel haben deutsche AGs kaum Gewicht. Der wichtigste Markt unter den Industrieländern sind mit einem Anteil am Börsenwert von mehr als 60 % die USA.

Als Basisinvestment eignet sich unter Umständen ein global investierender Fonds – vor allem, wenn Du gerade erst beginnst, Vermögen aufzubauen und wenig finanziellen Spielraum hast. Das Management dieser Fonds kann aus allen Anlageregionen aussichtsreiche Titel wählen. Wer viel finanziellen Spielraum hat, kann auch auf mehrere Fonds mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten (z. B. USA, Europa, Deutschland sowie Japan oder China) setzen und selbst Exoten (z. B. asiatische Tigerstaaten) beimischen.

Du kannst auch in einzelne Branchen investieren. Aber auch hier gilt: Eine solche Spezialisierung kann hohe Renditen bringen, wenn Du zur richtigen Zeit auf den richtigen Trend setzt. Technologie-Fonds etwa haben den breiten Markt im vergangenen Jahrzehnt abgehängt. Auf der anderen Seite erhöhst Du aber die Anlagerisiken, wenn Du nur einen Wirtschaftszweig berücksichtigst. Vielleicht erinnerst Du Dich an die Solarbranche. Die Aktien zogen nach der Jahrtausendwende erst vehement an. Dann brachen sie ein und zogen die sogenannten Solarfonds mit in die Tiefe. Oder die Finanzbranche, die nach der Finanzkrise eingebrochen ist. Manager:innen dieser Fonds haben nicht die Möglichkeit, kurzfristig in aussichtsreichere Branchen umzushiften.

Welche Fonds gibt es noch?

Die Welt der Investmentfonds ist wirklich vielfältig. Neben den beschriebenen Aktien-, Renten- und Mischfonds und neben Investments in spezielle Regionen oder Branchen gibt es eine Reihe weiterer Fondsausrichtungen:

Geldmarktfonds investieren in kurzfristige festverzinsliche Wertpapiere.

Offene Immobilienfonds legen das Geld vor allem in Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien sowie Festgeld an.

Geschlossene Fonds sammeln Kapital, um ein Projekt zu finanzieren – seien es Immobilien, Schiffe etc.

Rohstoff- oder Edelmetallfonds investieren in unterschiedliche Rohstoffe bzw. Edelmetalle.

PrivateEquityFonds kaufen Anteile an mehreren Zielunternehmen

Dachfonds erwerben Anteile an anderen Fonds.

Guter Fonds, schlechter Fonds?

Du hast Dich für eine Fondsgattung und eine Anlageregion entschieden? Wie aber filterst Du nun aus dem großen Angebot einen Top-Fonds heraus? Klar, wenn es gut an der Börse läuft, kann jeder Manager bzw. jede Managerin mehr aus Deinem Geld machen. Geht es dagegen an den Märkten abwärts, zeigt sich deren wahre Qualität. Denn einem guten Management gelingt es, den Schaden zu begrenzen. Rankings und Ratings helfen beim Vergleich. Ein Ranking listet die Anbieter nach einem bestimmten Kriterium auf – zum Beispiel der Kursentwicklung nach einem, drei oder fünf Jahren. Solch ein Ranking kannst Du bspw. bei comdirect selbst erstellen (und auch das Kriterium dafür bestimmen).

Ratings dagegen werten gleich mehrere Kriterien aus. Zum Beispiel die Performance über unterschiedliche Zeiträume. Das ist deshalb wichtig, weil Du damit sicher sein kannst, dass das Management konstant gute Leistungen bringt und nicht nur zufällig mal auf das richtige Pferd gesetzt hat. Die Ratingagentur Morningstar vergibt für Fonds, die mindestens drei Jahre auf dem Markt sind, sogenannte Morningstar-Sterne. Hier fließt die Kursentwicklung über unterschiedliche Zeiträume im Vergleich zu anderen Fonds einer Gattung in die Bewertung ein. Fünf Sterne erhalten die Top-Fonds, also die besten 10 % einer Kategorie; gerade einmal einen Stern gibt es dagegen für die schlechtesten 10 %.

Kosten beachten!

Wenn Du in einen Fonds investierst, fällt in der Regel zunächst ein sogenannter Ausgabeaufschlag an. Das ist eine Vertriebsgebühr, die je nach Fonds über 5 % liegen kann. Das klingt erst einmal nicht nach viel. Doch ein Fonds muss dann erst einmal eine Kurssteigerung in dieser Größenordnung erzielen, bevor Du mit Deinem Investment in die Gewinnzone kommst. Aber keine Sorge: Viele Fonds sind mit reduziertem Ausgabeaufschlag handelbar – bei comdirect gibt es sogar bei den meisten angebotenen Fonds einen Discount von mindestens 25 % auf den Ausgabeaufschlag.

Neben dieser Kaufgebühr zahlst Du natürlich für das Management eines Fonds – schließlich machen die Analyst:innen ihr Research nicht umsonst. Die Managementgebühren enthalten neben den Kosten der Fondsgesellschaft für Research und Personal noch eine Bestandsprovision für die verwaltenden Banken. Diese sogenannten laufenden Kosten werden bei comdirect ausgewiesen. Sie liegen bei Aktienfonds und Mischfonds meist zwischen 1,0 und 2,5 %. Je kleiner die Zahl, desto geringer die Kosten. Hohe Kosten schmälern Dein Anlageergebnis, deshalb ist es wichtig, auf den Preis der Geldanlage zu achten. Jedoch sollte das nicht das alleinige Auswahlkriterium sein. Entscheidend ist schließlich, welche Leistung den Kosten gegenübersteht – also was für Dich unter dem Strich herauskommt.

Vermögen einfach aufbauen?

Wenn Du schon ein kleines Vermögen angehäuft hast, kannst Du das in Fonds investieren. Aber Obacht: Nicht alles auf eine (Fonds-)Karte setzen, sondern auch auf Fondsebene die Risiken streuen. Alternativ kannst Du auch häppchenweise investieren – am einfachsten per Sparplan. Damit investierst Du regelmäßig einen bestimmten Betrag in einen Fonds, ganz automatisch wie bei einem Dauerauftrag – in einem Intervall, das Du selbst wählst. Monatlich, vierteljährlich, halbjährlich: wie es für Dich und Deine Finanzen passt. Ein Sparplan eignet sich besonders für den Vermögensaufbau. Brechen die Kurse mal ein – so what: Dann bekommst Du mehr Anteile für Dein Geld, die bei einer Erholung dann umso mehr Rendite bringen.

Ein Sparplan hilft zudem, die Emotionen zu kontrollieren. Viele Anleger:innen steigen nämlich erst dann in Aktien ein, wenn die Börsen bereits gut gelaufen sind. Geht es dann abwärts, kommen die Emotionen ins Spiel – und wenn Du dann in Panik verkaufst, wird es richtig teuer. Besser: Im Tief kaufen – Korrekturen also zum Einstieg nutzen! Das fällt den meisten Anleger:innen jedoch extrem schwer. Der Sparplan hilft dabei – dieses sogenannte antizyklische Handeln wird damit quasi automatisiert. Zudem bleibst Du flexibel. Ist das Geld mal knapp oder hast Du mehr zur Verfügung, kannst Du einen Sparplan jederzeit stoppen, reduzieren oder aufstocken. Fondssparpläne gibt es bspw. bei comdirect schon für Sparraten ab 25 Euro.

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