Anlegen mit Strategie: Erfolg an der Börse benötigt gute Planung.

Viele Wege führen zum Erfolg – so auch an der Börse. Wir stellen Dir verschiedene Anlagestrategien vor, nach denen Du Dein Portfolio strukturieren kannst.

Hast Du auch schon einmal den Wocheneinkauf ohne Einkaufsliste dafür aber mit knurrendem Magen erledigt und Dich anschließend über die viel zu hohen Kosten und den ein oder anderen Fehlkauf geärgert? An der Börse ist das nicht anders. Viel zu häufig kaufen Anleger*innen ohne Plan und entscheiden nach Bauchgefühl. Genau das ist allerdings selten ein guter Ratgeber. Besser, Du wählst eine Anlagestrategie, die zu Dir und Deinem Chance-Risiko-Profil passt.

Die Auswahl ist riesig und jede Methode behauptet von sich, die erfolgversprechendste zu sein. Die Strategien, die wir Dir hier vorstellen, haben sich für viele Anleger*innen in der Vergangenheit bewährt, doch sie alle kommen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen daher.

Core-Satellite Strategie

Die Core-Satellite-Strategie besteht aus zwei Investmentbereichen, einem Kerninvestment (Core) und ausgewählten Einzelinvestitionen (Satelliten). Der Core macht mit etwa 80 Prozent den Löwenanteil deines Gesamtportfolios aus. Er sollte möglichst breit diversifiziert sein, um eine langfristig solide Rendite abzuwerfen und gleichzeitig Wertverluste einzelner Assets auszugleichen. Mit den restlichen 20 Prozent kannst du gezielt auf einzelne Satelliten setzen, die du für besonders aussichtsreich hältst. Das können beispielsweise bestimmte Markttrends sein, aber auch ausgewählte Branchen, Währungen oder Regionen. Achte auch innerhalb des Satelliten-Portfolios auf die Risikostreuung und berücksichtige verschiedene Assetklassen (Aktien, Anleihen, Fonds, etc.) anstatt alles auf eine Karte zu setzen. Je einseitiger deine Auswahl, desto höher ist das Risiko.

Hinweis: Die Aufteilung 80/20 ist lediglich als Faustregel zu verstehen. Wichtig ist, dass ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Kern- und Ergänzungsinvestments besteht. Ein eher konservativ ausgerichtetes Portfolio kann beispielsweise 90/10 aufgeteilt sein, eine spekulative Anlage 70/30.

Value-Strategie

Mit der Value-Strategie setzen Anleger*innen  auf fundamental stabile, aber an der Börse unterbewertete Unternehmen. Es gilt also, Unternehmenskennzahlen zu wälzen, um herauszufinden, welche Unternehmen überhaupt aufgrund ihrer Marktposition ansprechende Gewinne erwarten lassen, und in denen gleichzeitig verborgenes Kurspotenzial schlummert. Als aussichtsreiche Kaufobjekte gelten Konzerne mit gesunden Fundamentaldaten, bspw. einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergleich zum Wettbewerb, einem stabilen Gewinnwachstum sowie einer angemessenen Eigenkapitalquote und einer ansprechenden Dividendenrendite. Auch wenn der Tipp von Börsenguru Warren Buffet „kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cent dafür“, einleuchtend erscheint, ist die Umsetzung kein leichtes Unterfangen.

Vorteil: Geringe Kosten, weil relativ wenige Transaktionen getätigt werden müssen. Der Zeitaufwand für die Aktienauswahl ist zwar hoch, weil viele Fundamentaldaten bewertet und verglichen werden müssen, wegen des sehr langen Anlagehorizonts sind anschließend allerdings kaum noch Eingriffe ins Depot nötig.

Nachteil: Value-Investing erfordert umfangreiche Kenntnisse, um alle relevanten Unternehmenskennzahlen verstehen zu können.

Growth-Strategie

Das Gegenteil von Stabilität heißt Wachstum. So setzt die Growth-Strategie – anders als der Value-Ansatz – auf die Wachstumskraft junger Unternehmen. Dafür wählst Du überbewertete Aktien für Dein Depot aus. Diese erkennst Du an einem vergleichsweise hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hinter dem Ansatz verbirgt sich die Überzeugung, dass die zukünftige Gewinnentwicklung nachziehen und sich an die Börsenbewertung anpassen wird. Growth-Anleger*innen spekulieren darauf, die nächsten Perlen am Aktienmarkt nach Amazon, Google, Facebook und Co. aufzuspüren.

Vorteil: Sollte es Dir gelingen, aufs richtige Unternehmen zu setzen, sind überdurchschnittliche Renditen möglich.

Nachteil: Neben einem sehr guten Gespür für den Markt erfordert diese Strategie ein hohes Maß an Risikobereitschaft.

Hoch-Tief-Mut-Strategie

Das ist die Methode, mit der die pensionierte Lehrerin Beate Sander ihre erste Million an der Börse verdient hat. Sie ist nicht weit weg von Buffets Value-Strategie, erfordert von Anlegern und Anlegerinnen allerdings mehr Aktivität. Der Ansatz: Bei stark fallenden Kursen kaufen, also genau dann, wenn ein Großteil der Anleger*innen aus Angst verkauft. Nach starken Kursgewinnen wird ein Teil der Positionen verkauft und in andere, unterbewertete Aktien investiert. Wichtig: Immer die Diversifikation im Blick behalten, damit das Rendite-Risiko-Verhältnis stabil bleibt!

Vorteil: Höhere Renditechancen im Vergleich zur Value-Strategie.

Nachteil: Höherer Zeitaufwand und entsprechend höhere Kosten als die Value-Strategie, weil häufigere Transaktionen anfallen.

Dividendenstrategie

Mit der Dividendenstrategie lassen sich unabhängig von der Kursentwicklung regelmäßige Erträge erzielen. Dabei wählen Anleger*innen Aktien mit einer hohen Dividendenrendite aus. Sie beschreibt das Verhältnis des ausgeschütteten Gewinns zum Aktienkurs. Die Idee hinter dem Ansatz: Unternehmen, die viel von ihrem Gewinn ausschütten, gehen von einer positiven Zukunftsentwicklung aus, was wiederum zu einem Kursanstieg führt. Wichtig: Achte bei der Auswahl darauf, dass das Unternehmen bereits in der Vergangenheit regelmäßig hohe Dividenden ausbezahlt hat. Zur Orientierung: Die 15 dividendenstärksten deutschen Unternehmen findest Du im DivDax.

Vorteil: Regelmäßige Auszahlung plus die Chance auf Kursgewinne.

Nachteil: Eingeschränkte Diversifikationsmöglichkeit, weil nicht jedes Unternehmen Dividenden ausschüttet.

Levermann-Strategie

Die Levermann-Strategie folgt, anders als die bisher beschriebenen Methoden, einem mathematischen Ansatz. Jede Aktie wird anhand eines Kriterienkatalogs aus 13 verschiedenen Kennzahlen bewertet. Diese Kennzahlen geben Hinweise u.a. auf die wirtschaftliche Qualität eines Unternehmens, die Wachstumsaussichten und ob der Kurs fair bewertet ist. Dabei erhält jedes Kriterium einen Wert (Score): -1, 0 oder +1. Zusammenaddiert ergibt sich dann ein Gesamt-Score zwischen -13 und +13. Susan Levermann, ehemalige Fondsmanagerin und Namensgeberin der Methode, empfiehlt, Aktien zu kaufen, die mindestens 4 Punkte erreichen, wenn es sich um Large Caps (große Unternehmen mit hohem Börsenwert, auch Standardwerte oder Blue Chips genannt) handelt. Small und Mid Caps (kleine und mittelgroße Unternehmen) sollten wegen ihres höheren Risikos mindestens 7 Punkte erreichen. Fällt der Score unter 2 Punkte (Large Caps) bzw. 4 Punkte, ist die Aktie reif für den Verkauf.

Vorteil: Portale wie aktien.guide oder Levermann24 listen aktuelle Kauf- und Verkaufsempfehlungen nach dieser Strategie auf, sodass Du die einzelnen Scores nicht selbst bestimmen musst.

Nachteil: Zeitintensiver Ansatz, weil sich die Kennzahlen ständig ändern und der Score etwa einmal im Monat geprüft werden sollte.


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