Wertpapierbegriffe für Börsenneulinge

„Börsisch“ lernen leicht gemacht

Sieben Wertpapierbegriffe, die Du kennen solltest

Die Börse ist – noch! – Neuland für Dich und möglicherweise erscheinen Dir einige Fachbegriffe, die Dir beim Handel mit Wertpapieren begegnen wie eine Fremdsprache. Lass Dich nicht verunsichern. Wir bringen dir den Grundwortschatz bei. Angefangen mit diesen acht Begriffen der Börsensprache, die Dir immer wieder begegnen werden. Also, Vokabelheft raus!

Begriff 1: Asset Allocation

Wertpapierinvestments sind – neben ihren attraktiven Renditeaussichten –  immer auch mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden. Die Gründe sind vielfältig und reichen von unternehmensinternen Entscheidungen bis hin zu politischen oder volkswirtschaftlichen Gegebenheiten, die sich positiv oder eben auch negativ auf Börsenkurse auswirken können. Diese Faktoren kannst Du als Anlegerin nicht beeinflussen.

Dennoch gibt es eine einfache Möglichkeit, Dein Investment zu schützen, und zwar indem Du es auf mehrere Anteilklassen (Assets) verteilst (allokierst). Infrage kommen etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe, die sich im Idealfall über verschiedene Branchen, Währungen und Regionen auf der ganzen Welt verteilen. Durch eine solch breit diversifizierte Asset Allocation kann der Gewinn aus dem anzulegenden Geld eventuelle Verluste aus einem anderen Investment ausgleichen.

Tipp: Fonds und ETFs haben den Vorteil, dass man bereits mit kleinen Beträgen breit streuen kann.

Begriff 2: Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Bei der Auswahl der Aktien für Dein Depot kannst Du Dich je nach Anlagestrategie an verschiedenen Kennzahlen orientieren. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das KGV gibt an, in welchem Verhältnis der Preis einer Aktie zum Gewinn pro Aktie steht. Oder anders ausgedrückt: Das KGV ist eine Prognose dafür, wie viele Jahre eine Aktiengesellschaft unter gleichbleibenden Bedingungen benötigen wird, um den aktuellen Kurs als Gewinn zu erwirtschaften.

Um das KGV zu ermitteln, teilt man zunächst den Jahresgewinn eines Unternehmens durch die Anzahl seiner Aktien. Heraus kommt der Gewinn je Aktie. Wird nun der aktuelle Aktienkurs durch diesen Wert geteilt, ergibt sich das KGV.

Ein Beispiel:
Unternehmen A hat im letzten Geschäftsjahr 500 Millionen Euro Gewinn erzielt. Insgesamt befinden sich 250 Millionen Aktien im Umlauf. Auf jede Aktie entfallen folglich 2 Euro Gewinn (500/250). Aktuell notiert der Aktienkurs bei 30 Euro. Teilt man diesen Kurs durch den Gewinn pro Aktie ergibt sich ein KGV in Höhe von 15 (30/2). Bei gleichbleibendem Aktienkurs und Gewinn, bräuchte die Aktiengesellschaft also 15 Jahre, um sich selbst an der Börse zurückkaufen zu können.

Je niedriger das KGV ist, desto günstiger scheint die Aktie zu sein. Allgemein gelten Aktien mit einem KGV kleiner als 10 als unterbewertet (günstig) und solche mit einem KGV über 25 als überbewertet (teuer). Ein KGV von 15 bis 25 ist durchschnittlich. Wichtig bei der Bewertung ist, ob die Gewinne des Unternehmens in Zukunft wachsen werden. Denn dann sind auch höhere KGVs angemessen.

Begriff 3: Value-at-Risk

Während das KGV ein Indikator für die Gewinnerwartung einer Aktie ist, gilt der Value-at-Risk (VaR) als Kennzahl für den potenziellen Verlust. Er ist eines der am häufigsten verwendeten statistischen Risikomaße, daher solltest Du wissen, was es damit auf sich hat. Der VaR leitet sich in der Regel aus den vergangenen Kursentwicklungen ab. Ergibt – in Geldeinheiten ausgedrückt – den Verlust eines Portfolios an, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Ein Beispiel:
Beträgt der VaR einer Anlage 1.000 Euro, die Haltedauer ein Jahr und der festgelegte Erwartungsbereich – auch Konfidenzintervall genannt – 99 Prozent, dann bedeutet dies folgendes: Die Anlage wird innerhalb eines Jahres mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, nämlich zu 99 Prozent, nicht mehr als 1.000 Euro verlieren. Anders ausgedrückt ist statistisch gesehen nur durchschnittlich alle 100 Jahre mit einem Verlust jenseits von 1.000 Euro zu rechnen.

Begriff 4: Total Expense Ratio (TER)

Die Total Expense Ratio (TER) ist eine Kennziffer speziell für Investmentfonds. Sie muss für jeden Fonds ausgewiesen werden und ermöglicht es, verschiedene Fonds in Bezug auf ihre Kosten miteinander zu vergleichen.

Kaufst Du Anteile an einem Investmentfonds, fallen Kosten auf unterschiedlichen Ebenen an: Zum einen beim Kauf selbst in Form des Ausgabeaufschlags. Das ist die Differenz zwischen dem Ausgabepreis und dem Anteilwert. Der Ausgabeaufschlag variiert je nach Fondstyp – bei Rentenfonds rund 3 Prozent, bei Aktienfonds bis zu 6 Prozent – und fließt nicht in die Gesamtkostenquote ein.

Die TER spiegelt hingegen sämtliche Kosten und Gebühren, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Konkret sind dies Verwaltungs- und Verwahrkosten. Nicht berücksichtigt werden hingegen Kosten für Käufe und Verkäufe innerhalb des Fonds (Transaktionskosten). Ebenso muss das Fondsmanagement etwaige erfolgsabhängige Vergütungen separat ausweisen. Angegeben wird die TER als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögens innerhalb eines Geschäftsjahres.

Jetzt geht es ans Handeln. Viele Börsenneulinge fürchten, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu verpassen und dadurch Renditechancen nicht optimal ausnutzen zu können und noch schlimmer: Geld zu verlieren. Dem kannst Du ganz einfach vorbeugen, indem Du vorab einige Rahmenbedingungen definierst und diese mit dem entsprechenden Orderzusatz in Deinem Depot versiehst.

Das sind die drei wichtigsten Order-Begriffe, mit denen Du vertraut sein solltest.

Begriff 5: Billigst-/Bestens-Order

Du bist bereit, jeden Preis für den Kauf beziehungsweise Verkauf der Wertpapiere zu akzeptieren.

Begriff 6: Limitierte Kauf-/Verkaufsorder

Du gibst einen Höchstpreis vor, bis zu dem Du maximal bereit bist, die Aktien zu kaufen, beziehungsweise einen Mindestpreis, den Du beim Verkauf erzielen möchtest.

Begriff 7: Stop-Loss-/Stop-Buy-Order

Diese Zusätze helfen, Kursverluste zu begrenzen beziehungsweise, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Dafür gibst Du einen Verkaufs- beziehungsweise Kaufpreis ein. Wird dieser erreicht oder unterschritten/überschritten, wird das Papier zum nächsten Preis bestens verkauft/billigst gekauft.

Du wirst sehen, sind Dir diese sieben Begriffe erst einmal vertraut, kannst Du Dich auf dem Börsenparkett schon sicherer bewegen. Hast Du alle Vokabeln verinnerlicht? Hier geht’s zu unserem Vokabeltest.

Teste Dein Wissen und beantworte unsere sieben Fragen!

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Wenn du dein Investment über mehrere Anteilsklassen verteilst, nennt man das…
Wie bezeichnet man das Verhältnis des Preises einer Aktie zum Gewinn pro Aktie?
So wie einen Indikator für die Gewinnerwartung einer Aktie, gibt es auch eine Kennzahl für den potenziellen Verlust. Letztere nennt man auch…
Jeder Investmentfond hat eine spezielle Kennziffer, die sämtliche Kosten und Gebühren wiederspiegelt, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden, und es dadurch ermöglicht, verschiedene Fonds in Bezug auf ihre Kosten miteinander zu vergleichen. Diese Kennziffer bezeichnet man als…
Eine Order, bei der du bereit bist jeden Preis für den Kauf beziehungsweise Verkauf der Wertpapiere zu akzeptieren, nennt man…
Wenn du bei deiner Order einen Höchstpreis (für den Kauf) bzw. Mindestpreis (für den Verkauf) festsetzt, ist das eine…
Du kannst bei deiner Order einen Verkaufs- beziehungsweise Kaufpreis eingeben. Wird dieser erreicht oder unterschritten/überschritten, wird das Papier zum nächsten Preis bestens verkauft/billigst gekauft. Ein solche Order bezeichnet man als…
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