Notgroschen

Der Notgroschen

Depot eröffnet, wahlweise mit Einzelaktien oder ETF-Sparplan befüllt – und schon kann die heitere Fahrt Richtung Reichtum losgehen. Oder? Nicht ganz. Auf die Gründe für den Notgroschen und wo man ihn am besten aufbewahrt, geht Natascha Wegelin vom Finanzblog Madame Moneypenny in diesem Gastbeitrag ein.

Depot eröffnet, wahlweise mit Einzelaktien oder ETF-Sparplan befüllt – und schon kann die heitere Fahrt Richtung Reichtum losgehen. Oder? Nicht ganz. Egal wie risikobereit man als Anleger in Sachen Vermögensaufbau und Börse ist: Man sollte niemals sein ganzes Geld in den Ring werfen – vor allem dann nicht, wenn man nachts noch ruhig schlafen möchte.

Neben dem (manchmal) aufregenden Börsenabenteuer gehört zu einer soliden Vermögensstrategie immer auch der kleine spießigere Bruder namens Notgroschen. Der ist zwar eher langweilig, und reich wird man durch ihn auch nicht, aber der Notgroschen rettet einem im Zweifelsfall den finanziellen Hintern.

Warum der Notgroschen so wichtig ist

Der Notgroschen ist nichts anderes als eine Rücklage für unvorhersehbare Ereignisse, in denen man schnell und unkompliziert an einen Teil seines Geldes kommen muss. Klassische Beispiele: kaputtes Auto, Steuernachzahlungen oder wenn man seinen Job verliert. Für die schlimmsten Szenarien wie plötzlicher Arbeitslosigkeit oder einer schwerwiegenden Krankheit sollte man vom Notgroschen mindestens drei Monate leben können, noch besser aber ein halbes Jahr.

Als Single kann man seinen Lebensstandard im Ausnahmefall relativ einfach runterschrauben. Deswegen ist der Notgroschen für Familien mit Kindern umso wichtiger. Bei ihnen lauern noch mehr unvorhersehbare Ausgaben. Aber auch Leute, die eine Immobilie besitzen, sollten immer Rücklagen für eventuelle Reparaturen parat haben.

Die wichtigste Regel beim Notgroschen – wie der Name schon sagt: Nur im äußersten Notfall rangehen. Ansonsten sollte der Notgroschen absolut tabu sein. Am besten sogar so tun, als sei er gar nicht da. Das erfordert unter Umständen Disziplin. Um sich selbst vielleicht ein wenig auszutricksen, packt man den Notgroschen an einen unauffälligen Ort, also eben nicht auf das normale Girokonto, mit dem man alltägliche Ausgaben wie Essen und Miete bezahlt.

Wo man seinen Notgroschen am besten aufbewahrt

Der beste Platz für den Notgroschen ist stattdessen ein Tagesgeldkonto, wo er so lange geduldig die Füße stillhalten muss, bis er eventuell irgendwann seinen großen Auftritt als Retter in der Not bekommt. Tagesgeldkonten sind in der Regel kostenlos und man hat immer direkten Zugriff auf die Reserve. Je nach Anbieter bekommt man derzeit höchstens 1,0 Prozent Zinsen (Stand 2018) – nicht berauschend, aber relativ sicher.

Im Gegensatz zu schwankenden Aktien- oder Rentenfonds: Dort hat der Notgroschen nichts verloren. Im blödesten Falle braucht man nämlich gerade dann dringend das Geld, wenn der Fonds tief in einer Verlustphase steckt. Holt man das Geld dann raus, macht man noch mehr Miese. Vor diesem Risiko muss der Notgroschen beschützt werden, sprich: keine Investitionen!

Der Notgroschen muss stehen, bevor es ans Investieren geht – und nicht anders herum. Ohne ihn ist ein langfristiger, passiver Vermögensaufbau kaum möglich. Wer noch keinen Notgroschen hat, für den heißt es zuerst einmal sparen, sparen, sparen. Und zwar, indem er solange monatlich 10 Prozent seiner Einkünfte auf ein Tagesgeldkonto einzahlt, bis sich eine stattliche Rücklage von etwa drei Nettogehältern angesammelt hat. Dann kann auch der Spaß an der Börse beginnen.

Natascha Wegelin

Natascha Wegelin

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