Diese Versicherungen sind ein „Muss“

Du lebst gesund, achtest auf Deine Work-Life-Balance und versuchst Gefahren für Dich (und andere) zu meiden. Was kann da schon passieren? Jede Menge. Und dagegen solltest Du Dich unbedingt versichern.

Eigentlich wollen wir darüber gar nicht nachdenken: Wir verursachen einen Unfall, verletzten einen anderen schwer und zerstören vielleicht sogar sein Leben. Leider passiert das schneller (und öfter), als Du denkst. Was wir nicht bedenken: Kleinere und größere Katastrophen können uns unsere finanzielle Existenz kosten. Oder wir verlieren unsere Arbeitskraft und stehen plötzlich so gut wie ohne Einkommen da. Ein finanzielles Drama. Das alles muss nicht passieren, kann es aber. Auf zwei Versicherungen solltest Du deshalb nicht verzichten: die private Haftpflichtversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Andere Versicherungen sind sowieso Pflicht: die Krankenversicherung und – falls Du angestellt arbeitest – die gesetzliche Rentenversicherung. Um Haftpflicht und BU musst Du Dich aber selber kümmern.

Manchmal geht es ganz schnell. Du bist mit Deinem Handy beschäftigt, achtest nicht richtig auf den Straßenverkehr und bringst einen Radfahrer zu Fall. Wenn Du (und vor allem er!) Glück hast, kommt er mit ein paar Schrammen davon. Wenn es ganz schlecht läuft, verletzt er sich schwer, liegt lange im Krankenhaus, muss in die Reha. Die Kosten musst Du tragen. Und auch wenn er später nicht mehr voll arbeiten kann, im Rollstuhl sitzt, wirst Du zur Kasse gebeten. Ein Drama, leider auch finanziell. Drei Sekunden Unachtsamkeit und schon bist Du ruiniert.

Guter Schutz muss nicht teuer sein

Eine private Haftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Du anderen in Deinem privaten Alltag und in Deiner Freizeit zufügst. 99 Prozent aller Sachschäden kosten weniger als 5000 Euro. Wenn aber Menschen zu Schaden kommen, kann es richtig teuer werden. Und deshalb solltest Du eine private Haftpflichtversicherung abschließen, die die entstandenen Kosten übernimmt. Leistungsstarke und günstige Versicherungen gibt es schon für weniger als 100 Euro im Jahr. Das sollte Dir dieser Schutz wert sein.

Auch Dir kann etwas passieren. Auch Du kannst Deine Arbeitskraft ganz oder teilweise verlieren. Berufsunfähigkeit ist eines der größten Risiken überhaupt. Größer, als Du wahrscheinlich denkst. Statistisch gesehen wird in kaufmännischen jeder Vierte und in handwerklichen Berufen jeder Dritte berufsunfähig. Meistens sind es übrigens keine Unfälle, sondern Krankheiten, die zur Berufsunfähigkeit führen. Der kaputte Rücken ist mittlerweile Volkskrankheit, auch psychische Leiden nehmen zu. Nicht selten bedeuten solche Diagnosen das berufliche Ende und Du stehst ohne Einkommen da. Die BU zahlt Dir in diesem Fall eine vertraglich vereinbarte Rente. Und das schon, wenn Du 50 Prozent Deiner Leistungskraft verloren hast. Ob Du noch einen anderen Job machen kannst, ist irrelevant. Eine BU ist zwar nicht ganz billig, sollte aber ein „Muss“ für Dich sein. 

Andere Versicherungen sind sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dazu zählt die Krankenversicherung. Wer gut verdient, kann in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Wer unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro im Jahr 2019 verdient, muss sich gesetzlich versichern. Die Beiträge zu PKV sind oft deutlich geringer, wenn Du noch jung bist. Sie steigen aber immer weiter an und können im Alter zum Problem werden. Dafür sind die Leistungen besser als in der Gesetzlichen. Informiere Dich gut, bevor Du Dich entscheidest zu wechseln.

Bist Du angestellt, sind übrigens auch die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzlichen Arbeitslosenversicherung Pflicht. Hier gibt es aber keine Gestaltungsmöglichkeiten für Dich. Für alle anderen Policen gilt: Im Internet gibt es jede Menge Rechner, mit denen Du Versicherungen vergleichen kannst. Lass Dich aber auf jeden Fall auch von einem Experten beraten, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale. Versicherungspolicen sind oft kompliziert und für Laien kaum zu verstehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflicht sind die Krankenversicherung – gesetzlich oder privat – und die gesetzliche Rentenversicherung, falls Du angestellt bist.
  • Nicht verzichten solltest Du auf eine private Haftpflichtversicherung. Sie schützt Dich vor den finanziellen Folgen, falls Du anderen Schaden zufügst.
  • Ein „Must Have“ sollte die Berufsunfähigkeit sein, die Deine Arbeitskraft versichert.
Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer

Journalistin und Börsenexpertin

Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht.


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