Laptop mit Reinigungsutensilien

Frühjahrsputz im Depot

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Dein Portfolio auf Vordermann zu bringen und mit einfachen Handgriffen Kursrisiken zu senken und Gewinnchancen zu steigern. Wir zeigen Dir wie’s geht.

Wer freut sich nicht über die ersten wärmenden Sonnenstrahlen nach dem winterlichen Schmuddelwetter? Wären da nicht die Schlieren und Fingerabdrücke an den Scheiben, die das Sonnenlicht enttarnt. Wollmäuse und vergessene Plätzchenkrümel gucken unter der Couch hervor und das Treppenhaus könnte auch mal wieder gewischt werden. Ganz klar, die Wohnung ist reif für den Frühjahrsputz. Positiver Nebeneffekt: Strahlt das Heim mit der Sonne um die Wette, dann steigt auch das Stimmungsbarometer.

Wenn Du schon im Putzfieber steckst, dann bring doch gleich Deine Finanzen auf Vordermann, denn auch für den Erfolg Deiner Geldanlage ist es von großer Bedeutung, dass die Depotstruktur regelmäßig geprüft und ggf. angepasst wird. Unsere Checkliste hilft Dir beim Großreinemachen in Deinem Depot:

Ungleichgewichte beheben

Ungleichgewichte im Depot sind keine Seltenheit. Dafür verantwortlich können Altbestände sein, die vielleicht schon längst nicht mehr zur Lebensplanung passen. Mitunter entwickeln sich Portfolios im Laufe der Jahre auch zu einem Sammelsurium aus Gelegenheitskäufen, die Dein Chance-Risiko-Verhältnis ins Ungleichgewicht bringen.

Manche Schieflage entsteht auch einfach dadurch, dass sich die Renditen der verschiedenen Anlageklassen im Depot unterschiedlich entwickelt haben. Angenommen, Du hast Dich für eine 50/50-Struktur entschieden, also 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Wenn der Aktienanteil bspw. 25 Prozent im Plus liegt, der Anleihenanteil aber nur 5 Prozent, dann hat sich ganz automatisch die Struktur geändert: Du hast nun 54 Prozent Aktien und 46 Prozent Anleihen im Depot. Um solche Ungleichgewichte zu beheben, ist ein Rebalancing nötig, also eine teilweise Umschichtung – in diesem Fall – von Aktien in Anleihen.

Du möchtest mehr über das Thema Rebalancing erfahren? Dann höre in den Podcast mit Jessica Schwarzer rein. In Folge #53 erklärt sie, was hinter diesem Begriff steckt und wie sie damit selbst umgeht.

Lebensplanung berücksichtigen

Wenn sich die äußeren Umstände ändern, ist es sinnvoll auch die Depotstruktur daran anzupassen. Angenommen, Du möchtest in absehbarer Zeit in ein Eigenheim investieren und benötigst Liquidität für den Eigenanteil. Dann ist es sinnvoll, das Kapitalmarktrisiko teilweise herauszunehmen, also den Aktienanteil zu verringern. Dadurch vermeidest Du kurzfristige Verluste.

Depot an Gehaltsänderungen anpassen

Hast Du kürzlich eine Gehaltserhöhung bekommen? Bevor Du Dich zu sehr an das Plus am Monatsende gewöhnst und es im Konsumnirvana verschwindet, berücksichtige es lieber im Depot. Im umgekehrten Fall, wenn das Gehalt dauerhaft geringer ausfällt als bisher, prüfe ob Du dennoch ausreichend Liquidität zur Verfügung hast, um deine regelmäßigen Kosten für Miete, Lebenshaltung und Co. zu decken.

Falls Du für eine begrenzte Zeit spürbar weniger Gehalt bekommst, weil Du vielleicht in Elternzeit bist oder ein Sabbatical einlegst, dann solltest Du nicht gleich Deine Altersvorsorge zurückfahren, denn dieses Geld wird Dir später fehlen. Prüfe zuerst andere Sparpotenziale.

Neue Vermögensverhältnisse nutzen

Manchmal kommt es zu ungeplantem Vermögenszuwachs, etwa durch eine Erbschaft oder eine Schenkung. Wenn Du dieses Kapital in absehbarer Zeit nicht benötigst, könntest Du es renditeorientiert investieren und den Aktienanteil im Depot entsprechend erhöhen.

Großer Effekt bei geringem Zeitaufwand

Keine Sorge, der finanzielle Frühjahrsputz ist in wenigen Stunden erledigt, sofern Dein Depot an sich gut strukturiert ist. Aber auch, falls Dein Portfolio eher einem unausgewogenen Stückwerk gleicht, solltest Du den Aufwand betreiben, es einmal von Grund auf auszumisten und strukturiert aufzusetzen. Dieses zeitliche Investment wird sich auszahlen.

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