Autokauf

Großprojekt Autokauf

Das Automobil ist beliebt wie eh und je. Welche Kriterien bei der Kaufentscheidung den Ausschlag geben, wie hoch die Kosten wirklich sind und wie Käufer ein günstiges Finanzierungsmodell finden.

Melanie und Alex wollen sich ein neues Auto zulegen. Ihr alter VW Golf, den sie sich vor sechs Jahren gebraucht zugelegt haben, hat eindeutig zu viele Zipperlein: Der Motor ruckelt, die Schaltung hakt und manchmal sammelt sich Regenwasser im Fußraum.

Mit ihrem Vorhaben sind die beiden in guter Gesellschaft, denn noch nie war die Nachfrage nach Neu-, Gebraucht- und Jahreswagen so hoch wie 2017. 41 Prozent der Deutschen sind laut einer repräsentativen Umfrage des Tankstellenbetreibers Aral entschlossen, sich in den nächsten 18 Monaten ein anderes Fahrzeug zuzulegen – Frauen im Übrigen ebenso häufig wie Männer.1 Überhaupt gibt es zwischen den Geschlechtern kaum mehr solch signifikante Unterschiede, wie es manches Klischee glauben macht. Sie bevorzugen dieselben Marken, beide mögen eher größere statt kleine Karosserien. Sogar bei der Farbe haben sich die Geschmäcker von Mann und Frau angeglichen. Wünschte sich noch vor vier Jahren rund jede fünfte Autokäuferin einen roten Wagen, ist es heute nur noch etwa jede zehnte. Schwarz ist mit großem Abstand die Farbe der Wahl.

Bei der Entscheidung für ein Modell sind sich auch Melanie und Alex schnell einig: Ein schwarzer VW-Touran soll es werden. Er bietet genug Platz für die Familie und das gemeinsame Hobby – beide sind Musiker und müssen zu Proben und Auftritten regelmäßig ihre sperrigen Instrumente transportieren. Und mit 150 PS soll das Fahren auch noch Spaß bringen. Bei den Ausstattungsdetails decken sich die Vorstellungen der beiden hingegen nicht so gut. Während Alex vor allem auf Zuverlässigkeit, Komfort und Sportlichkeit achtet, legt Melanie mehr Wert auf Sicherheit, Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit. Online konfigurieren sie ihr Wunschauto, holen Rat bei Freunden und Verwandten ein und klappern die Autohäuser in der Umgebung ab.

Günstige Alternativen bei der Anschaffung

Mit der gestiegenen Nachfrage erreichen auch die Preise jedes Jahr neue Rekordmarken. 29.650 Euro werden 2017 laut DAT im Durchschnitt für Neuwagen aufgerufen – rund 40 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das Wunschauto von Melanie und Alex soll laut Katalog 35.000 Euro kosten. 10 Prozent Rabatt ist der Händler vor Ort bereit zu geben. Doch es geht auch günstiger. Den größten Verhandlungsspielraum haben Neuwagenkäufer, wenn sie bar bezahlen. Etwa 14 Prozent sind möglich. Billiger sind sogenannte Tageszulassungen. In diesem Fall meldet der Händler das Auto für einen einzigen Tag an. Dadurch ist der Wagen nicht mehr fabrikneu und kann mit hohen Rabatten von bis zu 30 Prozent verkauft werden. Für den Händler lohnt sich die Strategie auch. Er steigert seine Verkaufszahlen und hat seinerseits größeren Spielraum bei Preisverhandlungen mit dem Hersteller. Solche Angebote sind allerdings nicht ganz leicht zu finden, da nicht alle Händler mit Tageszulassungen arbeiten.

Melanie und Alex entscheiden sich für ein EU-Reimport-Fahrzeug und sparen 7.000 Euro. Händler in Nachbarländern genießen oft günstigere Konditionen. Sie kaufen mehr Fahrzeuge ein, als sie in ihrem Heimatland losschlagen können. Über professionelle Händler gelangen die Autos dann wieder zurück nach Deutschland. Achtung: Für Importfahrzeuge gilt nicht immer dieselbe Gewährleistung wie für deutsche Wagen.

Welches Fahrzeug können wir uns leisten?

Der Barkauf ist zwar immer noch die beliebteste Bezahlform, insbesondere bei den jüngeren Käufern wird aber auch gerne komplett oder teilweise finanziert. Hier lohnt es sich immer, die Kreditangebote der Banken zu prüfen, da die Konditionen der Autohäuser in der Regel teurer sind. Einen comdirect Ratenkredit gibt es beispielsweise ab einem effektiven Jahreszins von 2,45 Prozent.

Um sich nicht zu übernehmen, sollten die gesamten Ausgaben fürs Autofahren nicht mehr als 25 Prozent des verfügbaren Einkommens ausmachen. Neben der monatlichen Kredittilgung fällt eine ganze Reihe weiterer Kosten an, etwa der Wertverlust, der vor allem im ersten Jahr besonders stark zu Buche schlägt, aber auch Ausgaben für Sprit, Wartung sowie Steuer und Versicherung. Melanie und Alex müssen bei ihrem VW Touran laut ADAC-Berechnungen mit etwa 630 Euro pro Monat rechnen.2

Sechs Monate muss das Paar auf seinen neuen Wagen noch warten. Zeit genug, den alten Golf in der Werkstatt aufpolieren zu lassen und ihn online zum Verkauf anzubieten.

Gut versichert

Einmal im Jahr, zwischen Oktober und November, ist Wechselsaison bei den Kfz-Versicherern. Dann buhlen viele mit besonders günstigen Konditionen um Neukunden. So findest Du die passende Police:

Den richtigen Versicherungsschutz wählen

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht. Ohne wird das Fahrzeug nicht zugelassen. Die gesetzlich geforderten Deckungssummen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden sind in den Grundtarifen abgedeckt. Für höhere Summen können geringe Aufschläge berechnet werden. Wer sich auch gegen Schäden am eigenen Fahrzeug absichern möchte, sollte zusätzlich eine freiwillige Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließen. Kommt es zu einem Unfall, wird der aktuelle Wert angesetzt. Daher lohnt sich eine Kaskoversicherung vor allem für Neuwagen.

Sinnvolle Ergänzungen

  • Mallorca-Police: Durch die erhöhte Versicherungssumme für Mietwagen sind Autofahrer auch im Ausland gut versichert.
  • Rabattschutz: Diese Zusatzklausel kostet etwa 100 Euro und gewährleistet, dass der Kfz-Halter im Schadensfall nicht automatisch in eine ungünstigere Schadenfreiheitsklasse rutscht.
  • Fahrerschutzversicherung: Vielfahrer ohne Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung schützen sich mit dieser Option vor einem Verdienstausfall und erhalten im Falle eines Falles Schmerzensgeld. Günstige Policen sind für etwa 25 Euro im Jahr zu haben.

Den passenden Tarif finden

Die Angebote sind vielfältig und unübersichtlich. Unterstützung bei der Tarifwahl versprechen Vergleichsportale wie Verivox, Check24 und autoversicherung.de. Am besten mehrere Portale nutzen, da nicht alle dieselben Anbieter auflisten.

1 https://www.aral.de/content/dam/aral/Presse%20Assets/pdfs-Broschueren/Aral-Studie-Trends-beim-Autokauf-2017.pdf
2 https://www.adac.de/_mmm/pdf/autokostenuebersicht_s-v_47089.pdf

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