„Echte Kunst für alle!“

Lila und Lisa haben Kunst100 gegründet, um aufstrebenden Künstler*innen eine Plattform für ihre Werke zu geben. Das Besondere: Kunst100 ist eine rein digitale Galerie. Im Interview erzählen die beiden, was sie zur Gründung bewegt hat und inwieweit Kunst auch ein Investment ist.

finanz-heldinnen: Was ist die Idee von Kunst100 und was ist der Unterschied zu einer „normalen“ Galerie?

Kunst100: Kunst100 ist eine digitale Galerie. Ähnlich wie eine “normale” Galerie ist unser Ziel junge Künstler*innen zu entdecken und ihnen den Eintritt in den Kunstmarkt zu verschaffen. Anders als traditionelle Galerien bedienen wir uns dazu dem digitalen Medium. Das bedeutet, wir präsentieren die Künstler*innen neben Ausstellungen auch digital und verkaufen auch nur online. Damit können wir echte Kunstwerke ab einem Einstiegspreis von 30 Euro anbieten und öffnen so den Markt für eine breite Allgemeinheit. Ganz gleich ob Kunstsammler*in oder „Kunst-Frischling“ – das große Angebot von Kunst100 deckt verschiedenste Geschmäcker und Erfahrungen in einem niedrigen Preissegment ab. Unsere Vision ist es, einen einfachen Zugang zu Kunst und Kultur zu bieten und die Schwelle zum Kunstkauf zu senken.

Wie werden die Kunstwerke und Künstler*innen bei Euch ausgewählt?

Bei Kunst100 leiten Lila und Lisa die Kuration und damit die Auswahl der Kunstwerke. Hinter unserer Kuration steckt der Gedanke, Kunst für alle zu ermöglichen und insbesondere junge Künstler*innen zu entdecken und zu fördern. Dazu zählen Kriterien wie Werkstoff, Methodik, Bildsprache, Atmosphäre und Farbwahl. Logisch, dass der Preisrahmen in unser Konzept passen muss. Grundsätzlich ist es von unschätzbarem Vorteil, wenn wir mit Künstlern*innen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit haben. Daher sind wir stolz auf unserer Portfolio, freuen uns aber auf spannende Talente, die mit uns durchstarten wollen und bei uns ausstellen.

Was sind Eure jeweiligen Rollen bei Kunst100?

Lila und Lisa sind die Gründerinnen von Kunst100. Lila ist für die Kunst und die Künstler verantwortlich. Lisa übernimmt den Business Part als Marketingexpertin und verantwortet die Online Galerie und das Marketing. Dazu haben wir noch zwei tolle Teammitglieder, die sich um das Fulfillment und den Content kümmern.

Was hat Euch dazu bewegt, in der Kunstbranche zu gründen?

Hinter der Idee Kunst100 zu gründen, stecken wie oft im Leben viele Zufälle. Wir beide stammen aus der Kunstmetropole Düsseldorf und haben uns nur durch einen Zufall in Berlin getroffen. Zu dieser Zeit bot Lila befreundeten Künstler*innen ihr Wohnzimmer als Ausstellungsort an und eröffnete kurz darauf auch ihre erste Galerie in Kreuzberg. In dieser Galerie haben wir uns vor Jahren getroffen. Lisa war zu dieser Zeit ernüchtert von ihrer Arbeit in der elitären New Yorker Kunstwelt und sie ließ sich von Lilas modernen Interpretation einer Kunstgalerie begeistern. Denn die Kunstbranche, die Lisa bis dahin kannte, war vor allem männlich, exklusiv und oft nur einem kleinen ausgewählten Kreis vorbehalten. Wir selber, als auch viele Künstler*innen und Kunstbegeisterte die wir kannten, haben sich in dieser Kunstwelt nicht wiederfinden können. Damit war für uns klar, dass wir eine neue Kunstwelt ohne Barrieren und dafür mit einem einfachen Zugang entwickeln wollten. Den Anfang soll eine moderne Galerie machen, die digital ist und dem Zeitgeist entspricht. Echte Kunst für alle!

Angetrieben von der Vision Kunst allen Menschen zugänglich zu machen, gründeten wir die Online-Galerie Kunst100. Hier zeigen und verkaufen wir echte Kunstwerke zu kleinen Preisen und verfolgen das Ziel, Kunst in einfacher und verständlicher Form allen Interessierten näher zu bringen und jungen Künstler*innen zum ersten Schritt in den Kunstmarkt zu verhelfen.

Welche Herausforderungen hattet Ihr bei der Gründung?

Eine Gründung besteht aus zahlreichen Herausforderungen. In unserem Fall bestand die größte Herausforderung wahrscheinlich darin, Gleichgesinnte zu finden, die mit uns gemeinsam an unsere Vision glauben. Der Kunstmarkt ist komplex und funktioniert nicht immer so wie andere Märkte. Kunst und Künstler*innen sind auch keine Produkte, sondern gehören zur Kultur, die man nicht mal eben in einem Modell skalieren kann, um möglichst viel Rendite zu bekommen. So müssen wir durch viele Pitch-Runden vor VC und Start-up Programmen gehen, um die richtigen Leute zu finden.

Wie finanziert sich Kunst 100?

Mittlerweile finanziert sich Kunst100 komplett eigenständig durch unsere Arbeit als Online-Galerie. Genauer gesagt verdienen wir ähnlich zu einer klassischen Galerie an dem Verkauf der Kunstwerke. Ein kleines Angel-Investment über einen kleinen 5-stelligen Bereich hat den Stein jedoch ins Rollen gebracht.

Kann Kunst als Wertanlage attraktiv sein?

In Krisenzeiten entwickelt sich Kunst in bestimmten Preissegmenten zur Kapitalanlage und wird ähnlich wie Gold und Immobilien als ein sicheres Investment gesehen. Kunst als Kapitalanlage folgt jedoch oft anderen Gesetzmäßigkeiten als Aktien und wer hier mitspielen möchte, sollte sich sehr gut im Markt auskennen. Dazu ist Kunst oft mehr als eine reine Wertanlage und besitzt einen emotionalen Wert. Um Kunst als erfolgreiche Anlageform zu nutzen, sollte man sich also intensiv mit dem Markt und den Künstlern*innen auseinandersetzten und eventuell sogar eine*n Berater*in dazu holen.

Wir als Kunst100 sehen den Wert von Kunst nicht als reines Investment an. Wir möchten Kunst nicht zur Wertsteigerung in Containern lagern sondern vor allem sichtbar machen. Unser primäres Ziel ist es, lebende Künstler*innen zu fördern und Menschen die Attraktivität der Kunst näher zu bringen.

Investiert Ihr in Kunst?

Ja, auch wir investieren in Kunst. Abgesehen von unserer täglichen Arbeit investieren wir auch privat in Künstler*innen und ihre Werke. So hängen bei uns Zuhause sowohl einige Kunst100 Werke als auch Kunst von anderen Künstler*innen. In Lisas Wohnzimmer befindet sich auch ein Werk, welches sie bei ihrer ersten Begegnung mit Lila in der damaligen kleinen Galerie am Görlitzer Park gekauft hat. Mit diesem Werk hat alles angefangen und es hat damit natürlich einen unschätzbaren emotionalen Wert.

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