finanz-heldinnen Börsennews

Jede Woche passieren auf eine Reihe an Geschehnissen, die den Verlauf von Wertpapieren beeinflussen. Um Dir einen Einstieg zu diesen Themen und einen besseren Überblick zu geben, berichten wir wöchentlich, jeweils freitags, darüber. Kurz, knackig und verständlich, sodass Du ein paar Impulse erhältst.

Hast Du Themen, die Dich besonders interessieren? Dir läuft eine Nachricht über den Weg und Du hättest gerne eine Einordnung dazu? Dann schreib uns eine Mail an finanz-heldinnen@comdirect.de und wir versuchen es in die nächste Börsennews mit aufzunehmen.

KW 8 Gute Zahlen, steigende Dividenden und neue Rekorde

An der Börse ist ganz schön was los. In Europa und den USA läuft die Berichtsaison auf Hochtouren und natürlich bewegt auch das Corona-Virus mit seinen möglichen Auswirkungen weiterhin die Gemüter der Anleger*innen.

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Stimmungsschwankungen und neue Rekorde

Na was denn nun? Entspannung oder doch wieder Verunsicherung? Wenn Du diese Woche regelmäßig Börsenberichte gelesen hast, könntest Du ein wenig verwirrt sein. Mal hieß es, Börsianer*innen wären wieder optimistischer, dass das Corona-Virus die Weltwirtschaft nun doch nicht so heftig trifft. Steigende Börsenkurse und sogar neue Rekordstände inklusive. Keine 24 Stunden später verderben Zweifel am schnellen Ende der Epidemie den Investor*innen wieder die Laune und die Kurse geraten ins Rutschen. Es ist ein ständiges Hin und Her, aber auf hohem Niveau. Der Dax beispielsweise notiert nur ganz knapp unter seinem Allzeithoch.
Lass Dich also nicht verrückt machen von den täglichen Wasserstands-Meldungen. Journalist*innen brauchen knackige Zeilen und Zitate, sie spitzen zu und übertreiben. Letzteres tun Börsianer*innen übrigens auch gerne. Wenn Du langfristig anlegst, brauchst Du Dich vom täglichen Auf und Ab an den Märkten und den Stimmungsschwankungen der Investoren nicht verunsichern zu lassen. Welche Spuren das Corona-Virus in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen hat und wie stark es das globale Wirtschaftswachstum belastet, wissen wir sowieso erst in ein paar Monaten. Einen Vorgeschmack lieferte diese Woche allerdings Apple. Der iPhone-Konzern gab eine Umsatzwarnung heraus, die Produktion in China lahmt. Das kam nicht besonders gut an. Falls Du in Apple investiert hast: Den Kursrücksetzer hat die Aktie schon fast wieder aufgeholt.

Zahlenflut in Europa und angepasste Dividenden

Apropos Bilanzen: Aktuell öffnen die börsennotierten Unternehmen ihre Bücher und berichten über das abgelaufene vierte Quartal, und damit im Grunde über das Gesamtjahr 2019. Für Börsianer*innen ist das immer sehr spannend, noch spannender sind aber die Ausblicke. Denn an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Trotzdem kommen Rekorde natürlich gut an. Die gab es unter anderem von Europas größtem Versicherer. Die Allianz hat im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie. Die gute Nachricht für ihre Aktionär*innen: Der Konzern erhöht die Dividende von neun auf 9,60 Euro. Auch bei der Deutschen Börse lief es 2019 prima, dem regen Handel an den Finanzmärkten sei Dank. Das Unternehmen verdiente fast 22 Prozent mehr als vor einem Jahr.  Davon haben auch Aktionär*innen etwas, denn die Gewinnausschüttung soll um 20 Cent auf 2,90 Euro je Aktie steigen. Weniger Freude für Dividenden-Fans gab es bei der Deutschen Telekom. Der Konzern spricht zwar ebenfalls von einer „Rekordbilanz“, will die Dividende aber kürzen. Grundsätzlich bin ich bekanntlich eher ein Fan von Fonds und ETFs, mit denen wir unser Risiko viel breiter streuen als mit Einzelaktien. Die Geschäftsentwicklung der einzelnen Unternehmen wirkt aber natürlich auf die Stimmung an den Märkten und deshalb ist die Quartalssaison auch immer so spannend. Und über steigende Dividenden freust Du Dich natürlich auch als Fonds- und ETF-Anleger*in.

Viele Überraschungen an der Wall Street

Auch in den USA läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Mehr als 70 Prozent der S&P-500-Unternehmen haben ihre Bilanzen für das vierte Quartal schon vorgelegt. Sehr viele haben die Analyst*innen positiv überrascht. Das wiederum ist aber gar keine Überraschung, sondern ein wiederkehrendes Spiel an der Wall Street. Im Vorfeld der Berichtssaison senken die Expert*innen traditionell ihre Prognosen. Das macht es für die Unternehmen dann einfacher, die mauen Gewinnschätzungen und Wachstumsprognosen zu schlagen. Überraschung! Ein komisches Schauspiel, aber auch das gehört zur Börse. Auf jeden Fall lief es in den USA im vierten Quartal besser als gedacht, die Unternehmen verdienen wieder mehr. Und das hilft natürlich auch den Börsenkursen.  Aber natürlich überraschen nicht alle Unternehmen positiv. Im Gegenteil. Kostprobe gefällig? Negative Schlagzeilen machte beispielsweise am Donnerstag Groupon. Die Zahlen des Schnäppchenportals verfehlten selbst die pessimistischsten Erwartungen, was die Aktien um 44 Prozent abstürzen ließ und auf ein Rekordtief drückte. Hoffentlich hast Du keine Groupon-Aktien!

KW 7 Rekorde, Rekorde, Rekorde

Der Dax stand noch nie so hoch wie diese Woche, Gold war nie so teuer und eine Gesetzesänderung nie so ungerecht wie beim Soli – eine Woche mit allerlei Rekorden. Was das für Dich und Deine Finanzen bedeutet.

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Dax und Co. mit neuen Allzeithochs

Die Börsenkurse steigen und steigen – des Corona-Virus’ und seinen (möglichen) Folgen zum Trotz. Der Dax hat wie auch die Indizes an der New Yorker Wall Street in dieser Woche wieder ein neues Allzeithoch markiert. Zwar sorgt das Virus immer wieder für zwischenzeitliche Kurs-Durchhänger, doch die sind wenig nachhaltig. Weder die drohende Pandemie, noch stagnierende Unternehmensgewinne oder das verlangsamte  Wirtschaftswachstum konnten den Aufschwung an der Börse bisher stoppen. Ist die Stimmung vielleicht zu gut? Erste Expert*innen warnen bereits vor einer Hochstimmung. Eine sehr gute Stimmung an der Börse gilt nämlich gemeinhin als Warnsignal.

Klingt verrückt? Nach verkehrter Welt? Das mag sein. Doch die Börsenpsychologie – englisch „Behavioral Finance“ – belegt es: Ist die Stimmung sehr gut, werden Anleger*innen zu euphorisch oder gar gierig, dann ist das ein ziemlich treffender Indikator für einen baldigen Rücksetzer an den Börse. Anders herum ist eine besonders miese Stimmung in der Regel ein Signal für eine baldige Erholung. Dahinter steckt auch die Annahme, dass im ersten Fall alle investiert sind, es also an potenziellen Investor*innen mangelt, die durch ihre Käufe die Kurse weiter treiben können. Oder es im zweiten Fall an Verkäufer*innen fehlt, die die Notierungen weiter in die Tiefe drücken könnten. Es haben eben schon alle ihre Papiere auf den Markt geschmissen. Aber sehen wir aktuell wirklich Euphorie? In Frankfurt sicher nicht, aber an der Wall Street legen die Technologietitel seit Monaten eine rasante Kursrally hin – und die könnte übertrieben sein. Und da die New Yorker Börse nun mal die Leitbörse der Welt ist, könnte ein möglicher Rücksetzer auch Auswirkungen auf dem Frankfurter Parkett haben. Soweit die Warnungen. Ob die Korrektur wirklich bald kommt, wird sich zeigen. Leider haben wir alle keine Kristallkugel. Wenn Du langfristig investierst, kannst Du solche Rücksetzer übrigens locker aussetzen oder sogar für Nachkäufe nutzen.

Gold so teuer wie nie

Nicht nur an den Aktienmärkten gibt es Rekorde, auch der Goldpreis hat einen neuen Höchststand markiert – zumindest in Euro. Dieser Zusatz ist wichtig, denn Goldhändler*innen orientieren sich global normalerweise an der Dollar-Notierung. Und dieser Preis notiert noch relativ deutlich unter seinem Rekord. Doch auch hier ging es zuletzt kräftig nach oben. Kein Wunder, gilt Gold doch als sicherer Hafen und als Krisenwährung. Verängstige Anleger*innnen, die einen Konjunktureinbruch – auch durch das Corona-Virus – befürchten, bauen Positionen auf oder aus. Haupttreiber für die Preissteigerungen bleibt aber die Nullzinspolitik der Notenbanken. Immer mehr Anleger*innen zahlen Negativzinsen auf ihr Erspartes. Gold scheint für viele eine Alternative, hat es doch seit jeher den Ruf einer vergleichsweise sicheren Geldanlage. Ich persönlich bin kein großer Fan von Gold-Investments. Gold bringt weder Zinsen noch Dividenden. Der Preis wird allein durch Angebot und Nachfrage getrieben. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Viele Expert*innen empfehlen das gelbe Edelmetall als Beimischung und erwarten weiter steigende Notierungen.

Ein Gesetz so ungerecht wie selten

Wer mir auf meinen Social-Media-Kanälen folgt, der weiß, dass ich mich seit geraumer Zeit über die diversen Gesetzesinitiativen aus dem Bundesfinanzministerium ärgere. Auch darüber, dass der Wegfall des Solidaritätszuschlags zwar 96,5 Prozent der Steuerzahler*innen entlasten soll, aber eben nicht die Anleger*innen. Dabei hieß es doch eigentlich, nur die wirklich üppig Verdienenden werden weiter zur Kasse gebeten. Weit gefehlt: Der Solidaritätszuschlag wird künftig unvermindert auf die Kapitalertragsteuer, also etwa auf Zinseinkünfte, erhoben. Dadurch können Arbeitnehmer*innen, Rentner*innen oder Selbstständige auch trotz geringer Lohneinkünfte weiter vom Solidaritätszuschlag betroffen sein. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer aktuellen Studie errechnet, dass das schätzungsweise 2,2 Millionen Personen betrifft. So viel zum Thema Abschaffung des Solis. Wieder mal werden Privatanleger*innen zur Kasse gebeten, die clever mit Aktien und Co. für das Alter vorsorgen. Das ist einfach ungerecht. Ist es auch das ungerechteste Gesetz, das es je gab? Mit Blick auf die Geldanlage ist es auf jeden Fall rekordverdächtig.

KW 6 Warum sich nicht jede*r über steigende Kurse freut

Die Stimmung an den Märkten ist prima – dem Corona-Virus zum Trotz. Allerdings gibt es Investoren, die sich über steigende Kurse so gar nicht freuen – im Gegenteil. Und dann ist da noch Olaf Scholz mit seinem Feldzug gegen Privatanleger.

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Wie die Olaf Scholz die Privatanleger*innen schröpfen will

Was hat der Mann nur gegen Aktionär*innen? Gut, Olaf Scholz (SPD) legt sein Geld nach eigenen Aussagen auf dem Sparbuch an und kann Aktien nicht viel abgewinnen. Aber muss er Privatanleger*innen deshalb immer weiter belasten. Gleich mehrere geplante Gesetze würden uns hart treffen.
Da wäre beispielsweise die Finanztransaktionssteuer, umgangssprachlich auch „Aktien-Strafsteuer“ genannt. Kommt das Gesetz durch, zahlst Du künftig bei jedem Aktienkauf 0,2 Prozent, wenn das betreffenden Unternehmen mindestens eine Milliarde Euro an der Börse wert ist. Ursprünglich sollte damit wildes Spekulieren eingedämmt werden, aber Derivate sind ausgeschlossen. Es trifft nur Aktionär*innen und damit viele langfristig investierende Privatanleger*innen.

Und dann wäre da der Solidaritätszuschlag. Er soll bekanntlich für die meisten Arbeitnehmer*innen 2021 wegfallen. Bei der Abgeltungsteuer aber soll er erhalten bleiben. Anleger*innen, die ihren Sparerfreibetrag ausgeschöpft haben, müssen also auf die 25-prozentige Abgeltungsteuer weiterhin den Soli von 5,5 Prozent zahlen. Ist das fair? Meiner Meinung nach nicht!
Apropos Abgeltungsteuer. Die steht sogar grundsätzlich zur Disposition und das könnte für viele von uns teuer werden. Denn fällt sie weg, müssten wir unsere Kapitalerträge wieder mit unserem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern und der liegt oft höher als 25 Prozent. Auch das würde unsere Rendite schmälern.

Still und klammheimlich hat die Regierung ein anderes Ärgernis längst beschlossen. Ab 2021 soll die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten bestimmter Finanzprodukte auf 10.000 Euro beschränkt werden. Schon ab diesem Jahr gilt eine solche 10.000-Euro-Grenze auch für Anleger*innen, die mit Aktien und Anleihen Totalverluste erleiden – etwa der Pleite eines Unternehmens. Zugegeben, 10.000 Euro sind viel Geld, aber es kommt eben durchaus vor, dass auch Privatanleger*innen so große Einzelpositionen haben.

All das trifft Anleger*innen, die langfristig in Aktien investieren. Deshalb auf Aktien zu verzichten, ist der falsche Weg. Denn auch nach diesen Belastungen ist die Rendite noch positiv. Und über welche Anlageklasse kann man das derzeit schon sagen? Noch ist ja auch nicht alles verabschiedet. Zum Glück gibt es viele Initiativen, Aktionärsschützer*innen und Verbände, die gegen die Pläne von Scholz und der großen Koalition kämpfen – hoffentlich mit Erfolg!

Warum manche Anleger*innen mit Tesla richtig viel Geld verlieren

Die Tesla-Aktien steigt und steigt. An der Börse ist das Unternehmen mittlerweile mehr wert als VW und BMW zusammen. Wenn Du Tesla-Aktien im Depot hast, wirst Du Dich in den vergangenen Tagen und Wochen über satte Gewinne gefreut haben. Es gibt aber auch Anleger*innen, die mit der Aktie richtig viel Geld verloren haben. Wie das geht? Sie haben auf sinkende Kurse gewettet. Diese Investor*innen nennt man „Shortseller“. Alleine am vergangenen Montag sollen sie fast 2,5 Milliarden (!) Dollar verloren haben, wie die amerikanische Analysefirma S3 Partners errechnet hat.

Wenn Marktteilnehmer*innen „short“ gehen, können sie das unter anderem, indem sie eine Aktie leerverkaufen. In diesem Fall leiht sich der*die Investor*in gegen eine Gebühr (vor allem bei Fonds) Aktien, die er*sie dann am Markt verkauft. Sinkt der Aktienkurs wie erwartet, können die Shortseller die Titel zu einem verbilligten Kurs zurückkaufen und dem*der Verleiher*in zurückgeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem gesunkenen Rückkaufskurs streichen die Leerverkäufer*innen als Profit ein. Liegen sie aber falsch wie im Fall von Tesla, müssen sie die Aktien irgendwann zu einem höheren Kurs zurückkaufen und machen einen Verlust. Passiert das vielen Shortsellern gleichzeitig, befeuern sie sogar die Kursrally eines Unternehmens.

Warum der Dax trotz Corona-Virus und düsterer Prognosen steigt

Verkehrte Welt an den Finanzmärkten? Noch immer bestimmt das Corona-Virus die Schlagzeilen. Die Zahl der Infizierten und auch der Toten steigt weiter. Noch in der vergangenen Woche hatte das Virus für schlechte Stimmung und einige Kursrücksetzer an der Börse gesorgt und nun steigen die Kurse auf einmal? So brutal es klingen mag, die Märkte haben das Virus schon abgehakt, auch wenn EZB-Chefin Christine Lagarde vor wirtschaftlichen Folgen warnt. Börsianer*innen schauen derzeit lieber auf positive Nachrichten: Die Berichtssaison in den USA und Europa läuft nämlich ganz gut. Viele Unternehmen überzeugen mit ihren Zahlen für das abgelaufene Quartal und schauen – noch wichtiger – wieder positiver in die Zukunft. Das liegt sich auch daran, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter entschärft. Die Halbierung chinesischer Strafzölle auf bestimmte US-Waren hält Anleger geradezu in Kauflaune. Mal sehen, wie lange die gute Stimmung anhält. Wir bleiben dran!

KW 5 Ein Virus bestimmt das Börsengeschehen

Der Coronavirus beschäftigt Anleger, sie sorgen sich um die Weltwirtschaft. Auch der Brexit verstimmt. Für gute Laune sorgen Apple und Co..

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Der Virus, die Weltwirtschaft und die Märkte

Die Zahlen sind dramatisch: Fast 10.000 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 200 sind gestorben – Tendenz steigend. Einige Krankheitsfälle gibt es auch außerhalb Asiens. Die Angst ist groß, dass der Virus sich weiter ausbreitet. In Teilen Chinas steht das Leben still: kein Mensch auf der Straße, leere Regale in den Supermärkten, verwaiste Büros. Was erst einmal nach einem lokalen Problem klingt, kann sehr schnell Auswirkungen auf das weltweite Wirtschaftswachstum haben. Chinesische Ökonomen befürchten bereits, dass das Wachstum in der Volksrepublik durch den Virus gebremst werden könnte. In einer global stark vernetzten Welt hätte das natürlich Auswirkungen auf andere Staaten. Und deshalb machen sich Börsianer auch Sorgen. Abzulesen ist das an den Börsenkursen, die in den vergangenen Tagen weltweit unter Druck geraten sind.

Kein Wunder, gibt es doch schon erste, sehr konkrete Folgen: Fluggesellschaften wie die Lufthansa, British Airways und Air France haben ihre Flüge in das Reich der Mitte eingestellt. Autobauer wie BMW, Volkswagen und Volvo stoppen die Produktion in China. Auch andere Firmen haben Fabriken und Filialen geschlossen oder verzichten auf Dienstreisen in die betroffene Region. Nach ersten Einschätzungen könnte auch der Tourismus in Europa leiden, wenn die Gäste aus Fernost für längere Zeit wegbleiben sollten. Dass Alles belastet die Aktien vieler Unternehmen. Noch hält sich das Minus an der Börse zwar in Grenzen, aber die Nervosität ist groß. Und das wird sie erstmal bleiben. Langfristig sind solche Phasen übrigens oft gute Einstiegsmöglichkeiten. Du solltest die Gefahr weiterer, auch stärkerer Kursrückgänge aber nicht außer Acht lassen. Den Höhepunkt der Infektionswelle erwarten Experten erst in einigen Tagen.

Der (Börsen-) Hype um Apple & Co.

Unglaublich, aber Apple ist jetzt wertvoller als alle Dax-Unternehmen zusammen. Also wertvoller als die 30 größten, börsennotierten deutschen Unternehmen, wertvoller als Allianz plus Bayer plus BASF plus BWM… Und warum? Die Produkte mit dem „i“ sind gefragt und die Aktie ist es auch. Aktuelle Zahlen haben diese Woche wieder gezeigt: Apples Marktmacht ist immer noch groß, das Geld sprudelt, die Renditen sind hoch. Von 100 Dollar Umsatz verbleiben in der Regel 20 bis 30 Dollar Reingewinn. Das schaffen Daimler oder Henkel nicht. Damit hebelt Apple alle Kritiker aus, die behaupten, dass eine zu hohe Abhängigkeit vom iPhone besteht. Es erinnert ein bisschen an Tesla (unsere Geschichte aus der vergangenen Woche): Kein Gewinn, aber eine Vision, ein innovatives Produkt für die Zukunft; und steigende Aktienkurse. Mut zahlt sich an der Börse eben oft aus.

Der Brexit ist da, endlich

Nun ist es also soweit: Großbritannien sagt Goodbye. Nach fast 50 Jahren treten die Briten aus der Europäischen Union (EU) aus. In der Nacht vom 31. Januar auf den 01. Februar knallen bei einer großen Party in London die Korken, in Brüssel und Straßburg wird still die britische Flagge eingeholt. Damit ist das Brexit-Drama in dutzenden Akten aber noch nicht vorbei. Eigentlich ist nämlich noch nichts geklärt. Nun beginnt eine Übergangszeit mit schwierigen Gesprächen zwischen London und der EU. Verhandelt wird über ein neues Handelsabkommen. Es geht um Warenströme, um Zölle, Grenzkontrollen und Co.. Parallel laufen auch Gespräche mit den USA, Japan, Australien und Neuseeland. Was in den Handelsabkommen stehen wird, ist wichtig für sehr, sehr viele Unternehmen, die Geschäfte auf der Insel machen. Und deshalb werden Börsianer*innen weiter sehr genau hinschauen, wie die Verhandlungen laufen. Kursausschläge in die eine oder andere Richtung inklusive.

KW 4 Top oder Flop?

Zinsen flop, Aktien top und Tesla hot – so oder so ähnlich könnte man die Börsenwoche zusammenfassen.

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Die Enteignung der Sparer geht weiter

Leitzins, Bankeneinlagenzins, Inflationsraten – EZB-Sitzungen sind eher eine dröge Angelegenheit, für Anleger*innen und vor allem Sparer*innen aber trotzdem sehr wichtig. Schließlich beschließen die Notenbanker um die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde, wie es mit den Zinsen weitergeht. Die schlechte Nachricht nach dem jüngsten Treffen: Die Zinsen im Euroraum bleiben bei Null. Es gibt nicht mal ein Fünkchen Hoffnung für uns, dass die Zinsen in absehbarer Zeit steigen. Für unseren langfristigen Vermögensaufbau und unsere Altersvorsorge ist das ein Drama. Weil die Zinsen, die wir auf unsere Spareinlagen bekommen, unterhalb der Inflationsrate liegen, ist der Realzins negativ. Unser Erspartes verliert an Kaufkraft. Allein im dritten Quartal 2019 lag der Wertverlust bei 7,8 Milliarden Euro – das sind 94 Euro pro Bundesbürger. Das zeigt der comdirect Realzins-Radar. Besserung ist nicht in Sicht. Es bleibt dabei: Zinsen flop!

Keine Angst vor Rekorden und hohen Aktienkurse

Ganz anders sieht es an den Aktienmärkten aus. Da läuft es weiter ziemlich gut und Anleger*innen können sich über Kursgewinne freuen. Sogar der Dax hat nach zwei Jahren endlich ein neues Allzeithoch markiert. Aber was kommt nach dem Rekord? Leider weiß das niemand so genau. Exakte Prognosen an der Börse sind schwierig, vor allem, wenn sie das kurzfristige Marktgeschehen betreffen. Aber natürlich gibt es Indikatoren und die sehen aktuell ziemlich gut aus. Erstens: In Zeiten von Null- und Niedrigzinsen (siehe oben) sind Aktien alternativlos. Zweitens: Die Weltwirtschaft wächst, auch weil die Unternehmen weiter gutes Geld verdienen. O.k., es lief schon mal besser, aber es läuft noch. Und dann ist da noch – Drittens – ein gewisser Donald Trump. Er sorgt mit seinen polterigen Tweets und gewöhnungsbedürftigen Auftritten zwar regelmäßig für kleinere und mittlere Turbulenzen an den Märkten. Aber: Der US-Präsident will sich und seinen Erfolg auch an der Wall Street messen lassen. Das hat er immer wieder betont. Im Wahlkampf kann er deshalb keinen Crash gebrauchen. Er wird also alles dafür tun, dass die Stimmung in den kommenden Monaten gut bleibt. Natürlich gibt es Risiken, wie etwa den Handelsstreit zwischen den USA und China. Doch die Chancen überwiegen aktuell: Aktien top!

Tesla ist wertvoller als Volkswagen

Manche Aktien sind sogar richtig hot. Nach einem kräftigen Kursanstieg ist Tesla jetzt der zweitwertvollste Autobauer der Welt und damit mehr wert als Volkswagen. Wie man den Wert eines Unternehmens misst? Wenn es an der Börse ist, ist das relativ einfach: an der Marktkapitalisierung, also dem Wert aller Aktien. Der eAuto-Pioneer ist sage und schreibe mehr als 100 Milliarden Euro wert. Wertvoller ist nur (noch) Toyota. Doch wie kann das sein? Tesla schreibt seit Jahren rote Zahlen, während andere Autobauer Geld verdienen. Auch verkauft Tesla nur einige hunderttausend Autos pro Jahr, bei Volkswagen liefen zuletzt mehr als sechs Millionen vom Band. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt und die wird wohl alternativen Antrieben gehören. Zwar hat auch VW im vergangenen Jahr 80.000 Elektroautos verkauft. Tesla hat aber allein im letzten Quartal mehr als 100.000 eAutos abgesetzt – ein neuer Rekord. Tendenz steigend. An der Börse ist die Tesla-Aktie deshalb aktuell ziemlich hot, auch wenn das Unternehmen immer noch Geld verbrennt.

KW 3 Ein paar Gründe zum Anstoßen und eine Warnung

Die Stimmung an den Finanzmärkten hat sich deutlich aufgehellt, sogar neue Rekorde erscheinen möglich. Nicht nur deshalb gehören Aktien ins Depot.

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Dax auf Rekordjagd

Wenn Du früher ein Fan des „Guinessbuch der Rekorde“ warst und Höchstleistungen Dich immer noch begeistern, dann solltest Du den Champagner kaltstellen. Noch ziert er sich, aber lange kann es eigentlich nicht mehr dauern, bis der Deutsche Aktienindex (Dax) ein neues Allzeithoch markiert. Seit Tagen verharrt das Barometer für die 30 größten deutschen, börsennotierten Aktien wenige Punkte vor dieser magischen Marke. Mehr als magisch ist ein solcher Rekord übrigens auch nicht. Er sagt nämlich eigentlich nicht viel über jeden einzelnen Wert aus. Manche Dax-Titel stehen besser da, andere schlechter. Nicht alle sind auf Rekordkurs. Schau also lieber auf die Bewertung, also darauf, wie teuer oder billig eine Aktie ist, als auf Punktstände oder Eurokurse. Ein guter Indikator ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, das besagt, mit dem Wievielfachen des erwarteten Gewinns eine Aktie bewertet ist und vergleiche mit der Konkurrenz. Auf den Dax-Rekord darfst Du natürlich trotzdem anstoßen. Ein Grund zum Feiern ist doch immer schön, oder?

Noch ein Jahrzehnt der Aktie

Apropos Feiern: Das können auch all jene von uns, die in den vergangenen zehn Jahren in Aktien investiert hatten. In den 2010er-Jahren brachten globale Aktien im Schnitt rund 9,5 Prozent Rendite. Auch die 2020er-Jahre dürften gut werden, damit rechnet zumindest Bert Flossbach vom renommierten Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Der Grund ist die Zinspolitik der Notenbanken. Die ruiniert nämlich unsere Renditen. Als Sparerin verlierst sogar Geld, weil der Realzins – also Deine Rendite bzw. Dein Zinssatz abzüglich der Inflationsrate – negativ ist. Wie schlimm das jeden von uns trifft, zeigt Dir der Realzinsradar der comdirect. Demnach betrug der Wertverlust in den vergangenen zwölf Monaten 30,3 Milliarden Euro – das sind 365 Euro pro Bundesbürger*in. Und deshalb macht die Zinspolitik Aktien einfach alternativlos. Flossbach schätzt übrigens die globalen Aktienerträge in den 2020ern auf 6,6 Prozent im Jahr. Noch ein Jahrzehnt der Aktien, noch ein Grund zum Anstoßen!

Vorsicht bei reißerischen Schlagzeilen!

Und genau, weil Aktien alternativlos sind, solltest Du auch wenig auf die Crash-Propheten setzen, die gerade Hochkonjunktur haben. „Der Crash kommt, und zwar bald.“ Das lesen wir immer wieder – auf Buchcovern, Zeitungs- und Magazintiteln und vor allem im Internet. Aber kaum ein prognostizierter Untergang tritt wirklich ein; Krisen kommen meist, wenn niemand damit rechnet. Irgendwann haben die Propheten also unweigerlich recht. Der Crash gehört zur Börse wie die Rally. Aber aktuell spricht viel mehr für Aktien als gegen sie. Aber bitte hör auch nicht auf die selbst ernannten Gurus, die Dir versprechen, dass Du mit Aktie X, Y oder Z binnen weniger Monate oder Jahre reich wirst. Sie liegen oft genauso falsch wie die Crashpropheten. Investiere lieber breit gestreut via Fonds oder ETFs, bleib Deiner Strategie treu, denke langfristig und behalte die Nerven, wenn es an der Börse mal wieder turbulent zugeht. So ein Glas Champagner soll gelegentlich ja auch die Nerven beruhigen.

Friedrich Merz, ein Bierdeckel und Aktien als Altersvorsorge

Auch mit meinem persönlichen Mann der Woche würde ich gerne anstoßen! Friedrich Merz, CDU-Finanzexperte und Aufsichtsratschef Deutschland des US-Vermögensverwalters Blackrock, will unsere Steuererklärung vereinfachen und hat die Jahre alte, aber nie vergessene Steuererklärung auf dem Bierdeckel wieder ins Spiel gebracht. Die Steuererklärung soll radikal vereinfacht werden. Ja, bitte! Noch wichtiger aber: Merz fordert, dass Deutschland den Aktienbesitz zur privaten Altersvorsorge fördern müsse. Nun kann man ihm natürlich Lobbyismus vorwerfen. Ich bin aber überzeugt, dass hier der gesunde Menschenverstand spricht. Aktien sind und bleiben die renditestärkste Anlageklasse überhaupt und sind in Zeiten von Nullzinsen – ich kann es nur noch mal wiederholen – eben einfach alternativlos.

KW 2 Was die Iran-Krise für Anleger bedeutet

Die Iran-Krise sorgt auch an der Börse für einige Verstimmungen und schickt die einzelnen Anlageklassen auf Berg-und-Talfahrt.

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Die Börse und die Iran-Krise

Was für ein Jahresauftakt an der Börse. Mit Schwung sind die Märkte in das Jahr 2020 gestartet, ein Rekordhoch an der New Yorker Wall Street inklusive. Doch schon nach einem Tag ist die Party vorbei, ein kräftiger Kursrückgang verhagelt uns die Stimmung. Der Grund: die Iran-Krise, die seit Tagen die Nachrichten beherrscht. Die Börse scheint die Krise allerdings recht schnell abgehakt zu haben, die Kurse steigen bereits wieder. Verkehrte Welt? Nein, denn es gibt Anzeichen einer Entspannung und – was wahrscheinlich noch wichtiger ist – gute Konjunkturdaten. So schnell kann es an der Börse manchmal gehen. Trotzdem bleibt die Verunsicherung.

Abgehakt ist die Krise noch längst nicht

Natürlich schauen Anleger weiter sehr genau darauf, wie sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran entwickeln. Nahost-Krisen sind nämlich ein echtes Risiko für die Weltwirtschaft – Stichwort Rohöl. In der Region gibt es riesige Ölvorkommen, die Länder sind wichtige Rohstofflieferanten. Geht das Angebot zurück, steigen die Ölpreise. Und das belastet natürlich die Gewinne von Unternehmen, die den Rohstoff brauchen, und damit die Konjunktur. Auch die Ölpreise sind in den vergangenen Tagen Achterbahn gefahren, weil Investoren zwischenzeitlich befürchtet haben, dass der Nahe Osten im Falle eines Krieges als Lieferant ausfallen könnte. Mittlerweile ist der Preis für das schwarze Gold aber wieder zurückgekommen.

Die Flucht in sichere Häfen

Apropos Gold. So ganz trauen die Investoren dem Waffenstillstand noch nicht. Abzulesen ist das am Goldpreis. Wie fast immer in Krisenzeiten fliehen Anleger in die so genannten sicheren Häfen. Das sind besonders robuste und eben krisenfeste Investments. Vor allem Gold ist dann gefragt, aber auch die supersicheren Bundesanleihen. Das war in der Finanzkrise so und ist nun wieder so. Ein bisschen Gold im Depot (oder Tresor) beruhigt viele Anleger eben einfach.

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern“

Zugegeben, diese alte und sehr bekannte Börsenweisheit klingt ein wenig geschmacklos, aber sie funktioniert. Investoren, die beherzt zugegriffen haben, als die Kurse nach der gezielten Tötung des iranischen Generals durch das US-Militär abschmierten und die Angst vor Vergeltungsschlägen am größten war, können sich jetzt über Gewinne freuen. Das ist übrigens oft so. Die Börse neigt zu Übertreibungen, gerade dann, wenn Krisen sich zuspitzen. Diese Übertreibungen werden aber oft schnell korrigiert. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir die Nerven bewahren und nicht übereilt verkaufen, wenn es mal wieder etwas turbulenter wird an den Märkten. Langfristig zahlt es sich sogar aus, gerade dann mutig zuzukaufen.

Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer

Journalistin, Moderatorin

Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht. Darüber hinaus schreibt sie eine wöchentliche Kolumne bei onvista.de, einem der meistbesuchten Finanzportale in Deutschland.