finanz-heldinnen Börsennews

Jede Woche passieren eine Reihe an Geschehnissen, die den Verlauf von Wertpapieren beeinflussen. Um Dir einen Einstieg zu diesen Themen und einen besseren Überblick zu geben, berichten wir wöchentlich, jeweils freitags, darüber. Kurz, knackig und verständlich, sodass Du ein paar Impulse erhältst.

Hast Du Themen, die Dich besonders interessieren? Dir läuft eine Nachricht über den Weg und Du hättest gerne eine Einordnung dazu? Dann schreib uns eine Mail an finanz-heldinnen@comdirect.de und wir versuchen es in die nächste Börsennews mit aufzunehmen.

KW 48 Reformen, Rekorde, Rücksetzer

Endlich wissen wir, wie der Dax ab Herbst 2021 aussieht – zumindest so in etwa. An der Wall Street fallen mal wieder die Rekorde. Und eine besonders beliebte Anlageklasse glänzt nicht mehr so strahlend.

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Der „Dax 40“ kommt

Jetzt ist es also offiziell: Der Dax, Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer, wird ab September statt bisher 30 immerhin 40 Mitglieder haben. Gleichzeitig wird dadurch der Nebenwerteindex MDax von 60 auf 50 Mitglieder verkleinert. Dem SDax für die kleineren Unternehmen gehören dann 70 Unternehmen an. Gute Chancen auf einen Aufstieg in die erste Börsenliga haben die Chemieunternehmen Symrise und Brenntag, die Medizintechnik-Hersteller Sartorius und Qiagen und die Immobilienkonzerne LEG Immobilien und Aroundtown. Zugegeben, moderner wird der Dax dadurch nicht. Diese Firmen stehen nicht gerade für die New Economy. Aber mit Zalando, Scout24 und Teamviewer sind immerhin auch drei IT-Firmen heiße Kandidaten für den Dax. Wenn Du in Dax- oder MDax-ETFs investierst, werden die Änderungen im Herbst 2021 automatisch vollzogen. Auch die Manager von Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland werden diese Neuerungen sicher berücksichtigen.

Schon ab Dezember müssen übrigens alle künftigen Dax-Kandidaten vor Aufnahme einen operativen Gewinn in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Das soll die Qualität des Index verbessern. Delivery Hero hätte es unter diesen Voraussetzungen übrigens nicht in den Dax geschafft. Ab März 2021 können Firmen zudem nach einer 30-tägigen Warnfrist aus dem Index fliegen, wenn sie ihre Zahlen nicht fristgerecht veröffentlichen. Das ist eine Konsequenz aus der Wirecard-Pleite. Der Dax wird also größer, ein bisschen moderner und die Qualität der Unternehmen soll in den Fokus rücken.

Party an der Wallstreet

Der altehrwürdige Dow Jones hat es diese Woche erstmals über die Marke von 30.000 Punkten geschafft. Dass ausgerechnet dieser Index eine spektakuläre Rekordmarke erreicht hat zeigt, dass die Börsenrally sich verändert. Denn der Dow ist weniger technologielastig als beispielsweise der S&P 500. Der Dow enthält zwar auch einige Tech-Aktien wie Apple und Microsoft, steht aber mit Werten wie Boeing, Caterpillar, Chevron, Goldman Sachs oder Walmart doch eher für traditionsreiche Konzerne. Die Rally wird also breiter, erfasst immer mehr Branchen. Es sind nicht mehr nur die großen Tech-Werte, die zulegen. Auch konjunktursensible Aktien aus den Bereichen Tourismus, Konsum und Industrie steigen nun. Die Entspannung an den Märkten ist vor allem von den Meldungen über neue Impfstoffe und der Hoffnung auf eine weitere wirtschaftliche Erholung getrieben. Sie steht aber in krassem Gegensatz zu weiter steigenden Infektions- und Todeszahlen. Aber die Börse schaut nun mal nach vorn. Und die Zukunft sieht längst nicht mehr so düster aus – den Impfstoffen sei Dank.

Gold verliert an Glanz

Mit der Hoffnung auf die weitere wirtschaftliche Erholung verliert Gold an Glanz. Der sichere Hafen ist scheinbar immer weniger gefragt. Von seinem Allzeithoch im August ist das gelbe Edelmetall mittlerweile mehr als zehn Prozent abgerutscht. Notierte der Goldpreis damals noch bei rund 2063 Dollar pro Unze – der Goldpreis wird in Dollar gehandelt -, kämpft er mittlerweile mit der Marke von 1800 Dollar. Ziemlich heftig hat der Goldpreis auf Nachrichten rund um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs reagiert. An einzelnen Tagen verlor er bis zu fünf Prozent. Expert*innen prognostizieren in ihren Jahresausblicken, dass sich der Goldpreis in den kommenden Monaten eher seitwärts entwickelt. Denn die Corona-Krise dürfte sich entspannen, die Weltwirtschaft dürfte sich erholen und unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden dürften die politischen Unsicherheiten abnehmen. 2020 war ein Goldjahr, aktuell liegt der Preis für das Edelmetall gut 20 Prozent im Plus. 2021 dürfte es ruhiger um diese Anlageklasse werden. Trotzdem bleibt Gold natürlich ein „sicherer Hafen“, eine Versicherung für turbulente Zeiten und eine mögliche Beimischung im Depot. Große Kursgewinne sind aber erstmal nicht zu erwarten, glaubt man den Expert*innen.

KW 47 Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft

Hohe Infektionszahlen, aber Hoffnung auf baldige Impfungen gegen das Virus – die Börse hakt die Corona-Krise mehr und mehr ab, ein Favoritenwechsel inklusive. Und dann sind da noch Airbnb und Tesla: Die Reiseplattform geht mitten in der Krise an die Börse und der eAutobauer hat es doch noch in den S&P 500 geschafft.

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Die Börse hakt die Corona-Krise fast ab

Als wäre nichts gewesen: Der Dax notiert wieder nahe seines Stands vom Jahresanfang, der amerikanische S&P 500 liegt sogar mehr als zehn Prozent im Plus. Und das, obwohl die Wirtschaft noch immer in der Corona-Krise steckt und die Infektionszahlen extrem hoch sind. Aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und die sieht gar nicht so schlecht aus. Im Gegenteil. Zwei heiße Impfstoff-Kandidaten gibt es mittlerweile, weitere dürften folgen. Vielleicht wird schon ab Dezember, auf jeden Fall aber ab Anfang des neuen Jahres geimpft. Das sind gute Nachrichten für die Wirtschaft und natürlich auch für die Börse. Vielleicht erleben wir sogar eine Jahresendrally. Das wäre doch sehr schön nach diesem turbulenten Börsenjahr. Der Blick auf Deinen Depotauszug sollte schon jetzt versöhnlich sein. Wenn Du die Nerven im Crash nicht verloren hast und Deine Aktien, Fonds und ETFs nicht verkauft hast oder vielleicht sogar beherzt nachgekauft hast, dürftest Du wieder im Plus sein oder nur Mini-Verluste zu verbuchen haben.

Favoritenwechsel in den Depots

Von der Erholung der Wirtschaft werden auch die Branchen profitieren, die in der Krise besonders gebeutet wurden. Das sind die sogenannten Zykliker. Dazu zählen Airlines, Flughäfen, überhaupt die Reisebranche, der Automobilsektor aber auch die Konsumbranche. Börsianer*innen positionieren sich bereits jetzt für diese Erholung. Und deshalb steigen mit jeder neuen Impfstoff-Meldung die entsprechenden Aktien, während die Papiere der Gewinnerbranchen sich kaum bewegen oder leicht verlieren. Sektorrotation nennen die Profis das. Auch an der Börse heißt es eben manchmal: Die Letzten werden die Ersten sein, und anders herum.

Airbnb geht an die Börse

Apropos Zykliker: Aribnb steht kurz vor dem Börsengang und der dürfte gigantisch werden. Die Pandemie hat die Reiseplattform hart getroffen und Investoren sehen lieber Wachstumsgeschichten. Im Fall von Airbnb müssen sie deshalb auf die Zeit nach der Krise setzen, denn aktuell laufen die Geschäfte schleppend. Die Zimmervermittlungs-Plattform konnte im dritten Quartal zwar wieder einen Gewinn verzeichnen, die Aussichten für das Unternehmen sind trotzdem schwer einzuschätzen. Ob Airbnb der größte Börsengang des Jahres gelingt, hängt davon ab, ob Investor*innen der Erholung des Mega-Start-ups schon trauen. Geplant ist der Börsengang übrigens für den Dezember. Details folgen.

Tesla hat es doch noch geschafft

Das Unternehmen von Elon Musk wird ab 21. Dezember Teil des wichtigen S&P 500, der Index für den breiten amerikanischen Aktienindex. Mit einer Marktkapitalisierung, also einem Börsenwert von mehr als 400 Milliarden Dollar ist der eAuto-Pioneer das größte Unternehmen, das jemals in den Index aufgenommen wurde. Die Nachricht über die Aufnahme zündete eine neue Kursrally. Klar, viele Fondsmanager orientieren sich am S&P 500 und müssen die Aktie nun kaufen – das treibt den Kurs. Über Teslas Aufnahme in den S&P 500 war bereits vor Monaten diskutiert worden, bei der letzten Anpassung hatten sich die Indexbetreiber noch dagegen entschieden. Zur Aufnahme im Dezember wird Tesla voraussichtlich ein ganzes Kalenderjahr lang profitabel gewesen sein und hat damit eine wichtige Voraussetzung erfüllt.

KW 46 Die Börse im Rausch

Joe Biden ist der nächste US-Präsident, wird aber nicht hart durchregieren können. Und es gibt tolle Nachrichten zum ersten potenziellen Corona-Impfstoff. Der Börse hat das Flügel verliehen.

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Partystimmung an den Märkten

Die Amerikaner*innen haben gewählt und das Wahlergebnis kommt an der Börse richtig gut an. Der Demokrat Joe Biden löst Donald Trump als Präsident ab. Eigentlich stehen in seinem Wahlprogramm zwar ein paar Vorhaben, die der Börse nicht so gut schmecken – ein Fiskalpaket mit Steuererhöhungen beispielsweise und stärkere Regulierung für einige Branchen. Da aber der Kongress gespalten ist, können die Demokraten nicht durchregieren. Der republikanische Senat kann alles blockieren, was ihm zu links-radikal erscheint. Kompromisse müssen gefunden werden. Diese „Biden-Light“-Welt gefällt Börsianer*innen. Und als Anfang der Woche auch noch die Meldung von einem potenziellen Impfstoff gegen das Corona-Virus über die Ticker rauschte, gab es kein Halten mehr. Die Kurse schossen in die Höhe. Das geht natürlich nicht immer so weiter, es gibt auch schon erste Gewinnmitnahmen. Nach solch starken Kursanstiegen ist das aber normal.

Das Rennen um den Impfstoff

Im globalen Rennen um einen Corona-Impfstoff liegen die deutsche Biontech und der US-Konzern Pfizer vorne. Mit der Bekanntgabe erster positiver Ergebnisse aus ihrer großen Studie mit einem potenziellen Covid-19-Impfstoff zündeten sie ein Kursfeuerwerk an den Börsen. Doch es gibt noch einige andere börsennotierte Pharma- und Biotech-Unternehmen, die im Rennen sind, darunter bekannte und weniger bekannte Namen, wie Curevac, Moderna, Astra-Zeneca, Johnson & Johnson und Novavax. Auch ihre Kurse stiegen. Mit einem Impfstoff ist die Krise natürlich noch nicht ausgestanden. Aber mit der Nachricht verbunden ist die Hoffnung, dass die Weltwirtschaft sich weiter erholt, wenn das Virus zumindest eingedämmt werden kann. Und weil die Börse solche Entwicklungen vorwegnimmt, steigen die Kurse trotz Rekord-Infektionszahlen. Es waren vor allem die Verlierer der Krise, wie beispielsweise die Aktien von Airlines und Tourismuskonzernen, aber auch Konsum- und Energiewerte, die anzogen. Krisengewinner, wie die großen Tech-Konzerne, gaben leicht nach. Auch der Preis für Gold, der sichere Hafen in unruhigen Zeiten, brach ein. Der Ölpreis hingegen zog kräftig an. Wenn die Wirtschaft wieder stärker wächst, steigt schließlich der Ölverbrauch. Für Privatanleger*innen ist solch ein Favoritenwechsel nervenaufreibend. Wenn Du aber in Fonds und ETFs investierst, dann muss Du Dich darum nicht kümmern.

Die Gewinner unter Präsident Biden

Da es voraussichtlich nur „Biden-Light“ geben wird, haben Expert*innen bereits vier Branchen ausgemacht, die von der neuen US-Regierung unter Präsident Joe Biden und einem gespaltenen Kongress profitieren dürften: Technologie, Gesundheit und Finanzen sowie Grüne Energie. Die Gründe: Biden plant Investitionen von zwei Billionen Dollar in den Bereich erneuerbare Energien und den Klimaschutz. Tech-Konzerne sollten angesichts ihrer Machtfülle härter reguliert werden, das wird nun vermutlich nicht kommen. Ähnlich sieht es bei Pharma- und Gesundheitsaktien aus. Biden hatte mittelfristig Preisbeschränkungen für den Pharmasektor angekündigt. Doch auch diese wird es wohl nicht geben. Die unter Trump gelockerte Deregulierung der Finanzbranchen hingegen wird die Biden-Regierung wohl wieder etwas zurückdrehen, aber mit harten Regulierungsschritten rechnen Expert*innen auch hier nicht. Entsprechend waren die Aktien aus diesen vier Branchen in den vergangenen Tagen gefragt.

KW 45 Im Bann der US-Wahlen

Noch immer ist nicht entschieden, wer die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen hat. Börsianer*innen mögen zwar bekanntlich keine Unsicherheit, doch sie feiern den Wahlausgang trotzdem seit Tagen. Und das hat Gründe.

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Wer regiert Amerika?

Die USA haben gewählt und es ist noch immer nicht klar, wer das Rennen um das Weiße Haus gemacht hat. Es sieht allerdings – Stand Freitagmorgen (MEZ) – nach Herausforderer Joe Biden aus. Diese Wahl ist ein echter Krimi,  Fortsetzung folgt vor Gericht. Denn Donald Trump will nicht akzeptieren, dass er verliert. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Biden und Trump ist auch für Anleger*innen sehr spannend, geht es doch auch um die wirtschaftliche Zukunft der USA. Eigentlich heißt es, dass Börsianer keine Unsicherheit mögen. Trotzdem haben die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen ein Kursfeuerwerk gezündet.

Das klingt erstmal verrückt. Allerdings ist die Lage nicht so ungeklärt, wie wir auf den ersten Blicken denken. Es sieht nämlich nach einem weiterhin gespaltenen Kongress aus und der dürfte größere Veränderungen verhindern. Heißt übersetzt: Ein möglicher Präsident Biden dürfte im Senat mit höheren Steuern und schärferer Regulierung scheitern. Beides Vorhaben, die an der Wall Street im Wahlkampf nicht so gut ankamen, die aber nun nur sehr abgeschwächt kommen dürften, wenn überhaupt.

Börsianer hoffen also auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA. Aus ihrer Sicht ist das das ‚beste‘ Ergebnis und sorgt für Stabilität. Allerdings dürfte wohl auch das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket, das Biden eigentlich rasch verabschieden wollte, deutlich kleiner ausfallen. Das wiederum ist keine so gute Nachricht. Aber wie so oft vertrauen Anleger scheinbar auf die Notenbanken. Ihre Hoffnung: Sie werden es schon richten und die Wirtschaft stützen.

Börsianer*innen feiern den Wahlausgang

Schon in den Tagen vor der Wahl kletterten die Börsenkurse, nach der Wahl zündeten Börsianer*innen eine Kursrakete. Vor allem die zuletzt gebeutelten Technologie-Aktien legten deutlich zu. Das hat zwei Gründe: Zum einen drohen ihnen bei einem gespaltenen Kongress mit knappen Mehrheiten im Senat weniger scharfe Regulierungsauflagen. Zum anderen profitieren sie, wenn das Konjunkturpaket weniger groß ausfällt und die wirtschaftliche Erholung in der Folge langsamer geht. Zinserhöhungen, die Gift für die Tech-Giganten sind, wären dann erstmal kein Thema mehr. Wie immer könnte es auch Verlierer geben. Infrastruktur-Titel und Bankaktien reagierten verschnupft auf den Wahlausgang. Joe Biden hatte große Infrastruktur-Investments geplant, die nun kleiner ausfallen werden. Banken leiden unter den gefallenen Renditen an den Rentenmärkten. Solange der Gewinner der Wahl aber nicht endgültig feststeht, sind das alles Spekulationen.

Fakt ist aber: Die USA sind und bleiben der größte Kapitalmarkt der Welt, noch immer sind sie größte Wirtschaftsmacht, auch wenn China aufholt. Amerikanische Aktien gehören deshalb in jedes Depot. Wenn Du einen ETF auf den MSCI World kaufst, bist Du damit übrigens zu mehr als 50 Prozent in den USA investiert. Und auch global anlegende Aktienfonds haben in der Regel einen hohen Anteil amerikanischer Aktien. Langfristig ist es übrigens egal, ob Demokraten oder Republikaner die USA regieren. Denn wie heißt es so schön: Politische Börsen haben kurze Beine. Übersetzt heißt das, dass Wahlen und politische Entscheidungen die Märkte nur kurzfristig beeinflussen. Mal sehen, ob das auch dieses Mal wieder so sein wird.

KW 44 Schlechte Nachrichten, gute Nachrichten

Die Stimmung an der Börse ist nicht gut, die Unsicherheit dafür umso größer. Entsprechend schlecht war die Börsenwoche. Im Dax kam vor allem SAP unter die Räder. Positive Nachrichten gab es zum Glück von den US-Technologieriesen.

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Schlechte Stimmung und jede Menge Unsicherheit

Das war keine Börsenwoche für schwache Nerven. Die Schwankungen ­– im Börsendeutsch Volatilität – waren hoch und die Wochenbilanz ist mehr als mau. Kein Wunder, bei Tagesverlusten von mehr als vier Prozent. Nicht nur den Dax hat es derart gebeutelt, auch an der Wall Street gab es dunkelrote Tage, ebenso wie in Asien. Gründe dafür gibt es mehrere – allen voran die extrem stark steigenden Corona-Infektionszahlen, neue Lockdowns und die damit verbundene Sorge um das Wirtschaftswachstum. Aber auch die US-Präsidentschaftswahl sorgt für viel Unsicherheit. Wer macht das Rennen? Und werden wir in der kommenden Woche überhaupt einen Sieger haben? Oder droht ein Gezerre um den Wahlsieg vor Gericht? Das Alles sorgt für einige Aufregung an den Märkten. Bevor nicht zumindest die US-Wahl klar entschieden ist, wird sich die Lage wohl nicht beruhigen.

Es sind also weiterhin sehr starke Nerven gefragt. Wenn Du aber wie ich langfristig investierst, dann kann Du solche Börsenphasen locker aussitzen. Schwache Wochen, heftigere Korrekturen, sogar Crash wie im März gehören einfach dazu. Wichtig ist aber die langfristige Entwicklung. Daher heißt es im Moment: Ruhe bewahren. Oder auch: Augen zu und durch! Es kommen wieder bessere, und vor allem ruhigere Zeiten.

Und falls Du den Kursrückgang für Nachkäufe nutzen möchtest: Heute ist der „Tag der Aktie“ und Du kannst die 30 Dax-Werte und ausgewählte Dax-ETFs bei vielen Brokern gebührenfrei ordern.

Technologieriesen überraschen mit extrem guten Zahlen

Krise? Welche Krise? Apple, Amazon, Facebook, Microsoft und die Google-Mutter Alphabet scheinen immun gegen das Corona-Virus zu sein. Sie wachsen sogar schneller, als Analysten ihnen zugetraut haben. Die großen Internetkonzerne profitieren noch immer vom Trend, eher Zuhause zu bleiben. Dass im dritten Quartal Ausgangssperren und Reiseeinschränkungen gelockert wurden, schadete ihnen nicht. Dass es mit der einen oder anderen Technologieaktie trotz starker Zahlen in dieser Woche abwärts ging, ist zum einen der insgesamt schlechten Stimmung an den Märkten geschuldet. Zum anderen sind die Big Five aus Sicht vieler Anleger auf dicke Gewinne programmiert. Dass die Erwartungen der Analysten übertroffen werden, ist quasi eingepreist. Verrückt, oder? Aber so funktioniert Börse manchmal. Und Gewinnmitnahmen machen bekanntlich niemanden arm. Das dürfte sich auch der eine oder andere Investor gedacht haben. Aber das sind Momentaufnahmen. Die Giganten scheinen weitgehend unverwundbar und sollten auch in den kommenden Monaten vom corona-beschleunigten Internetboom profitieren – ob nun beim Konsum, sozialen Beziehungen oder der Internetsuche.

SAP schockiert mit Gewinnwarnung

Ganz immun ist aber auch die IT-Branche nicht gegen die Krise. Das haben Aktionäre des deutschen Softwarekonzerns SAP Anfang der Woche schmerzvoll erfahren müssen. Gewinnwarnung! Die Nachricht war gewohnt nüchtern formuliert: Immer mehr Kunden würden ihre IT-Budgets aufgrund sinkender Erträge kürzen. An der Börse sorgte das für panikartige Verkäufe. 22 Prozent ging es mit der SAP-Aktie – immerhin wertvollster Dax-Konzern – abwärt. 30 Milliarden Euro Börsenwert wurden vernichtet. Einen solchen Absturz gab es im Dax noch nie. Zumal SAP mit einer Gewichtung von zehn Prozent auch größter Dax-Wert ist. Kein Wunder, dass es auch mit dem Index fast vier Prozent abwärts ging. Und nun? Erste Investoren sehen Kaufgelegenheiten, andere warnen zur Vorsicht. Wie immer gilt: Das Investment in Einzeltitel ist riskant. Wie riskant, dass hast Du spüren müssen, falls Du SAP im Depot hattest. Ein ETF auf den Dax oder aber ein aktiv gemanagter Fonds mit Schwerpunkt Deutschland hat besser abgeschnitten, weil das Risiko besser gestreut ist – nämlich über viele Einzeltitel.

KW 43 Zahlenflut an der Börse

Krisengewinner Netflix schwächelt, Airlines fliegen noch tiefer in die roten Zahlen, aber für Gold-Anleger*innen gibt es gute Nachrichten.

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Netflix enttäuscht mit Quartalszahlen

Die Quartalssaison in den USA läuft auch Hochtouren. Nächste Woche berichten endlich die großen Technologie-Konzerne wie Amazon und Apple. Bleiben sie die Gewinner der Corona-Krise? Experten erwarten ziemlich gute Zahlen. Enttäuschungen sind aber nie ausgeschlossen. Die erlebten diese Woche die Anleger*innen von Netflix: Das Unternehmen hat im dritten Quartal mit 2,2 Millionen neuen Abonnent*innen weniger Kund*innen gewonnen als erwartet. Analyst*innen hatten mit 3,4 Millionen neuen Kund*innen gerechnet. Immerhin stiegen Umsatz und Gewinn weiter. Doch die Börse schaute vor allem auf die Abonnent*innen und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die große Frage: Bekommt Netflix die Konkurrenz der Hollywood-Studios wie Disney und WarnerMedia zu spüren? Der Markt für Streaming-Dienst ist umkämpft, das lässt sich auch an schwankenden Aktienkursen ablesen.

Airlines fliegen tief in die roten Zahlen

Kaum eine Branche hat die Corona-Krise so hart getroffen wie die Luftfahrt. Die Zahlen für das dritte Quartal sind entsprechend schlecht, extrem schlecht sogar. Die Lufthansa hat in den Monaten Juli bis September erneut einen Milliardenverlust eingeflogen. Mit einem Minus von 1,26 Milliarden Euro hat die Airline ihre Verluste gegenüber dem zweiten Quartal zwar verringert, die Lage bleibt aber sehr ernst, hieß es. Dramatische Geschäftseinbußen haben auch US-Fluggesellschaften tief in die roten Zahlen gebracht. Southwest Airlines verbuchte mit einem Minus von 1,2 Milliarden Dollar ihren bislang höchsten Quartalsverlust, der Umsatz brach um fast 70 Prozent ein. Noch heftiger fiel der Quartalsverlust mit minus 2,4 Milliarden Dollar bei American Airlines aus. Auch die British-Airways-Mutter IAG hat im dritten Quartal infolge der Reisebeschränkungen einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro verbucht. Mit einer deutlichen Verbesserung im vierten Quartal ist leider nicht zu rechnen. Bevor es keinen Impfstoff gegen das Corona-Virus gibt, wird sich die Branche kaum erholen. Anleger*innen sollten daher vorsichtig sein. Bei den Airlines auf die Erholung zu hoffen, ist aktuell eine verdammt riskante Wette.

Guten Nachrichten für Gold-Anleger*innen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Steuerpflicht für weitere Gold-Produkte gekippt. Künftig werden diverse physisch gedeckte Indexprodukte auf Gold von der Abgeltungsteuer befreit. Schon 2015 hatte der BFH entschieden, dass börsengehandelte Indexprodukte wie Xetra-Gold und Euwax-Gold II steuerlich wie physisches Edelmetall zu behandeln seien. Bei diesen Produkten können sich Anleger*innen das Gold auf Wunsch nach Hause oder zur Hausbank liefern lassen. Und Gewinne, die Anleger mit dem Kauf und Verkauf von Goldmünzen und Barren machen, sind nach einer Spekulationsfrist von zwölf Monaten steuerfrei. Sie unterliegen also anders als Wertpapiere nicht der Abgeltungsteuer. Im konkreten Fall ging es um das Produkt Gold Bullion Securities von Wisdom Tree. Expert*innen rechnen aber damit, dass weitere Produkte folgen. Nach der Gold-Rally der vergangenen Monate eine gute Nachricht für alle Anleger*innen, die über Gewinnmitnahmen nachdenken.

KW 42 Corona hat die Börse fest im Griff

Mit den stark steigenden Infektionszahlen wächst auch die Nervosität an der Börse. Droht ein neuer Lockdown? Wie hart würde das die Wirtschaft treffen? Und überhaupt, wie stehen die Unternehmen aktuell da?

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Jede Menge schlechte Nachrichten

Die Corona-Pandemie hat unser Leben weiter fest im Griff. Mit den stark steigenden Infektionszahlen wächst auch die Nervosität an der Börse. Die Angst vor einem weiteren Lockdown, der die Wirtschaft noch härter treffen dürfte als im Frühjahr, ist groß. Nicht die einzigen schlechten Nachrichten in dieser Woche: In den USA können sich die Politiker*innen nicht auf ein weiteres Konjunkturpaket einigen. Es wird wohl noch bis nach der US-Präsidentschaftswahl Anfang November auf sich warten lassen. Die Enttäuschung an der Börse ist groß. Und dann sind da noch die völlig festgefahrenen Verhandlungen über den Brexit. Viele Investor*innen sehen im Moment wohl mehr Risiken als Chancen an der Börse und steigen lieber aus. Vielleicht sind es auch Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate. Es geht auf jeden Fall erstmal abwärts. Allein der Dax hat am Donnerstag 2,5 Prozent verloren, alle 30 Titel notierten im Minus. Auch an anderen Börsen gaben die Kurse deutlich nach. Ob das der Anfang einer größeren Korrektur ist, wird sich zeigen. Wenn Du aber langfristig investierst, kannst Du das locker aussitzen oder vielleicht sogar nachkaufen. Lass Dich aber bitte nicht verrückt machen von der Nervosität an der Börse, sondern bleib Deiner (langfristigen) Strategie treu.

Die wirtschaften Folgen der Corona-Pandemie

Auch wenn ein neuer Lockdown hoffentlich abgewendet werden kann, sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise deutlich sichtbar. In Deutschland sind sie wohl noch härter als im Frühjahr angenommen. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose nach unten korrigiert und rechnen nun für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 5,4 Prozent. Anfang April, also kurz nach Ausbruch der Krise hatten die Institute mit einem Rückgang von nur 4,2 Prozent gerechnet. Das Vorkrisenniveau werde voraussichtlich erst Ende 2021 erreicht, heißt es im Herbstgutachten weiter. Erst Ende 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder normal ausgelastet sein. Das größte Risiko für die Prognose bleibe der ungewisse Pandemie-Verlauf.

Etwas positiver fällt die jüngste Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus: Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 4,4 Prozent zu rechnen. Im weltweiten Schnitt fällt das Minus also geringer aus als hierzulande. Es gibt eben Länder, die besser und Länder, die schlechter durch die Krise kommen, manche Volkswirtschaften erholen sich schneller, andere langsamer. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir als Anleger*innen international investieren und nicht nur heimische Aktien im Depot haben.

Die Quartalssaison geht los

In den USA ist die Quartalssaison gestartet. Die Unternehmen berichten über das abgelaufene Quartal. Und wichtiger noch: Sie wagen hoffentlich auch wieder einen Blick in die Zukunft. Im Juli, bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal, hatte sich das kaum ein Vorstand noch zugetraut. Zu unsicher war die Lage. Ob es jetzt anders ist? Wir dürfen gespannt sein. Los geht die Quartalssaison immer mit den US-Banken. Ein kleiner Überblick: JP Morgan Chase, Citigroup und Goldman haben gute Zahlen vorgelegt, bei Bank of America und Wells Fargo lief es weniger gut. Die ersten drei sind stark im Investment-Banking und dort brummt das Geschäft – etwa mit Börsengängen und neuen Anleihen. Spannend wird es in den kommenden beiden Wochen, wenn auch die großen Technologiekonzerne ihre Bücher öffnen.

KW 41 Von neuen Indizes, neuen Anleihen und neuen Impfstoffen

Die Deutsche Börse renoviert den Dax, die Europäische Union gibt erstmals eigene Anleihen aus und der Wettbewerb um den Corona-Impfstoff fesselt Börsianer*innen.

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Der Dax soll größer und profitabler werden

Die Deutsche Börse renoviert nicht nur ihren Stammsitz am Frankfurter Börsenplatz, sondern auch ihren Leitindex. Der Deutsche Aktienindex, besser bekannt als Dax, soll größer und profitabler werden. 40 statt 30 Mitglieder könnte er künftig haben. Gleichzeitig würde dann der MDax von bisher 60 mittelgroßen Unternehmen auf nur noch 50 schrumpfen. Außerdem könnten Kriterien der guten Unternehmensführung künftig eine Rolle bei der Notierung in einem der Indizes der Dax-Familie – also auch MDax, SDax und TecDax – spielen.

Doch warum der Umbau? Auslöser dafür ist der Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard, der erst Wochen nach der Insolvenz aus dem Dax flog. Und dann ist da noch Nachrücker Delivery Hero. Der Essenslieferant schreibt seit seiner Gründung operativ Verluste. Pleite-Unternehmen und über lange Strecken unprofitable Unternehmen könnten künftig wohl nichts mehr in der ersten Börsenliga zu suchen haben. Noch ist aber nichts entschieden, in den kommenden Wochen diskutiert die Börse mit Investor*innen über die umfassendste Reform der Dax-Geschichte. Bis spätestens zum 23. November soll aber feststehen, wie der Dax-Umbau am Ende aussehen wird. Wir bleiben dran!

Die neue EU-Anleihe

Premiere in Brüssel: Die Europäische Union (EU) gibt noch im Oktober eine eigene Anleihe aus. Mit dem Geld – laut EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn sollen es „deutlich weniger als 50 Milliarden Euro“ sein – wird das Kurzarbeiterprogramm „Sure“ finanziert. Bisher gaben die Mitgliedsstaaten Anleihen aus, nicht Brüssel. Doch das ändert sich in der Corona-Krise. Natürlich sollen die neuen Bonds sozial und grün sein. Schließlich legt die EU großen Wert auf Nachhaltigkeit. Ziel ist es auch, mit den neuen Anleihen den Euro in der Wirtschaftskrise zu stärken. Es wird auch nicht bei einem Bond bleiben: Die EU wird nach Angaben der Kommission Anleihen über insgesamt 900 Milliarden Euro begeben. Im kommenden Jahr sollen beispielsweise noch Papiere zur Finanzierung des Corona-Wiederaufbaufonds dazu kommen. Viele Details gibt es noch nicht, die sollten aber zumindest zur ersten Emission in den kommenden Tagen kommen. Klar ist aber schon jetzt: Der Zinskupon der Anleihen wird extrem niedrig sein. Für Privatanleger*innen sind die Papiere eher uninteressant. Aber Versicherungen und Pensionskassen, die sehr sicher anlegen müssen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zugreifen.

Wettlauf um den Corona-Impfstoff

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Corona-Virus. Pharma- und Biotechnologieunternehmen liefern sich einen Wettlauf: Wer hat die Nase vorn? Wer liefert das begehrte Gut zuerst? Auch Börsianer*innen verfolgen das Rennen gespannt, denn viele der forschenden Firmen sind börsennotiert. Diese Woche ging der vom Mainzer Unternehmen Biontech mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Impfstoff-Kandidat in den Zulassungsprozess bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. An der Börse löste die Nachricht ein Kursfeuerwerk aus. Biontech legte in den vergangenen Tagen um mehr als 20 Prozent zu. Das Biontech-Produkt ist der zweite Impfstoffkandidat in einem solchen EU-Zulassungsverfahren. Ein paar Tage vorher ist der Zulassungsprozess für einen Kandidaten der britisch-schwedischen Astra-Zeneca und der Universität Oxford gestartet – ebenfalls begleitet mit steigenden Kursen. Sehr zur Freude der Akionär*innen. Viele haben in den vergangenen Wochen und Monaten in Pfizer, Johnson & Johnson, Astra-Zeneca, Biontech und andere investiert.
Es ist natürlich immer eine heiße Wette, auf Einzelwerte zu setzen. Aber in diesem Fall ist es eben auch sehr spannend. Falls Dir einzelne Aktien zu riskant sind, kannst Du Dir ETFs zum Thema Gesundheit oder Branche-ETFs zu Pharma und Biotechnologie anschauen. Damit streust Du das Risiko und bist trotzdem dabei beim Rennen um den Impfstoff.

KW 40 Hoffnung, Schock und Spannung

Die Wirtschaftserholung interessiert die Wall Street mehr als das TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. Die Bayer-Aktie stürzt ab. Neue Unternehmen streben an der Börse.

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Hoffnung auf Wirtschaftserholung

Die Schlagzeilen hat diese Woche ganz klar das chaotische TV-Duell zwischen US-Präsident Trump und Herausforderer Joe Biden gesorgt. Das Aufeinandertreffen der beiden hat mehr irritiert und verunsichert, als dass es für Klarheit über politische Strategien gesorgt hätte. Der Wall Street ist das aber gerade relativ egal. Wichtiger ist die weitere wirtschaftliche Erholung. Und die läuft: Die US-Wirtschaft ist im Corona-Frühjahr etwas weniger stark abgestürzt als bislang angenommen. Positive Impulse kamen insbesondere vom US-Arbeitsmarkt. Mit der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Rezession haben US-Firmen im September mehr Stellen geschaffen als erwartet. Das ist wichtiger als das Gepoltere zwischen Trump und Biden. Nicht umsonst heißt es, politische Börsen haben kurze Beine. Natürlich gibt es politische Entscheidungen, die die Börse sehr wohl nachhaltig beeinflussen, TV-Debatten gehören aber nicht dazu. Die Nachrichten von der Corona-Infektion des US-Präsidenten sorgt das schon für deutlich mehr Aufregung und einen Kursrücksetzer an den Märkten.

Schock für die Bayer-Aktionäre

Keine guten Nachrichten für Bayer-Aktionär*innen: Der Dax-Konzern hat mit einer Gewinnwarnung schockiert. Die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen belasten die Geschäfte des Pharma- und Agrarchemiekonzerns immer mehr – und das bis weit ins kommende Jahr. 2021 wird bestenfalls ein stagnierender Umsatz erwartet, das Ergebnis könnte sogar leicht unter Vorjahr liegen. Einen weiteren Stellenabbau schließt der Konzern nicht aus. Analysten streichen bereits ihre Kaufempfehlungen und stampfen ihre Kursziele ein. Das kam an der Börse gar nicht gut an. Die Aktie verlor am Donnerstag 13 Prozent. Die Gewinnwarnung zeigt: Die Krise ist noch nicht vorbei, auch wenn es grundsätzlich nach einer wirtschaftlichen Erholung aussieht. Trotzdem müssen wir jederzeit mit negativen Überraschungen wie dieser rechnen. Nicht alle Konzerne kommen gleich gut und gleich schnell durch die Corona-Krise. Da es aber nicht immer leicht ist, Gewinner und Verlierer zu identifizieren, solltest Du Dein Risiko breit streuen – über viele Einzelaktien, Branchen und Länder. Am einfachsten geht das ETFs und Fonds. Einzelaktien können ganz schön riskant sein.

Spannender Herbst für Börsengänge

Krise, welche Krise? Immer mehr Unternehmen nutzen die gute Stimmung, um an die Börse zu gehen. Auf dem Frankfurter Börsenparkett wurde diese Woche die Neuemission von Siemens Energy gefeiert, an der Wall Street die Premiere des Software-Spezialisten Palantir. Weitere Börsengänge werden in den kommenden Wochen folgen. Zu den prominentesten Kandidaten zählen der chinesische Zahlungsdienstleister Ant Group, die Schlafplatz-Börse Airbnb, der Trading-App-Anbieter Robinhood und Auto1, ein Online-Marktplatz für Gebrauchtwagen. So ein Börsengang, auch IPO (Initial Public Offering) genannt, ist immer spektakulär. Jeder will wissen, wie der erste Preis ausfällt. Geht es mit einem dicken Kursplus los? Oder eher nicht? Privatanleger*innen sollten sich aber genau überlegen, ob sie bei Neuemissionen mitmachen. Oft ist es besser, noch ein bisschen mit dem Einstieg zu warten. Auf die Party folgt nicht selten ein kleiner Kater. Manchmal zündet eine Aktie aber auch sofort den Turbo. Wie immer an der Börse gilt auch und gerade für IPOs: Mit Einzelaktien gehen wir ein deutlich erhöhtes Risiko ein.

KW 39 Aktien für den Vermögensaufbau

An den Börsen steigt die Nervosität, eine Korrektur läuft. Die privaten Vermögen steigen auf ein Rekordhoch. Und die Deutschen entdecken endlich die Aktie.

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Börsen im Korrekturmodus

Die Nervosität an den Märkten ist wieder größer. Kein Wunder, mit den stark steigenden Corona-Infektionszahlen in vielen Ländern wächst die Angst vor neuen Lockdowns. Das würde der Wirtschaft natürlich nicht guttun, im Gegenteil. Der Dax hat in den vergangenen Tagen fast fünf Prozent verloren. Auch an der New Yorker Wall Street ging es mit dem S&P 500 und dem Technologieindex Nasdaq abwärts – allerdings etwas weniger stark. Sorgen musst Du Dir über den Rücksetzer nicht machen. Es ist eher eine Korrektur als ein beginnender Crash. Anleger*innen nehmen die Gewinne aus der Rally der vergangenen Wochen und Monaten mit. Der Dax steht ungefähr auf dem Niveau vom Jahresbeginn. Natürlich gab es zuletzt auch einige durchwachsene Konjunkturdaten, aber die Erholung der Wirtschaft läuft, wenn auch nun etwas langsamer. Da kann es an der Börse schon mal ruckeln. Wenn Du langfristig investierst, könntest Du in schwachen Phasen auch über Nachkäufe nachdenken. Oder Du ignorierst die Schwankungen einfach – sie gehören zum Börsenleben einfach dazu. Langfristig aber bringen Aktien die besten Renditen, durchschnittlich sechs bis acht Prozent pro Jahr sind es. Deshalb sind sie ein wichtiger Baustein zum Vermögensaufbau.

Private Vermögen auf Rekordhoch

Apropos Baustein zum Vermögensaufbau: Die privaten Vermögen werden in diesem Jahr weltweit wohl um 3,3 Prozent auf mehr als 198 Billionen Euro steigen. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report der Allianz, der Daten zur Vermögensbildung in 57 Ländern ausgewertet hat. Gründe sind die schnelle Erholung an den Aktienmärkten und die höhere Sparrate. In Deutschland wuchsen die Vermögen der Privathaushalte im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent und sollten laut Allianz im Gesamtjahr um 2,7 Prozent auf 6,8 Billionen Euro steigen – vorausgesetzt die Börsen halten sich bis Jahresende stabil und die Wirtschaft bricht nicht erneut ein. Beim Netto-Geldvermögen – also den Vermögenswerten ohne Immobilien abzüglich Schulden – bleibt Deutschland mit einem Pro-Kopf-Vermögen von knapp 57.100 Euro auf Rang 18 in der Liste der reichsten Länder. Angeführt wird die Liste unverändert von den USA mit umgerechnet fast 210.000 Euro. Das liegt vor allem daran, dass Privatanleger*innen in Nordamerika im vergangenen Jahr knapp 53 Prozent ihrer Ersparnisse in Aktien angelegt haben. So baut man Vermögen auf!

Die Deutschen werden endlich zu Aktionär*innen

Die Einsicht, dass Aktien zum Vermögensaufbau gehören, setzt sich aber auch in Deutschland immer weiter durch. Endlich! Stolze 34 Prozent unserer Mitbürger*innen sind mittlerweile Aktienbesitzer*innen, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber Vorjahr. Das ist das Ergebnisse der repräsentativen Studie „Aktienkultur in Deutschland“ der „Aktion pro Aktie“ von comdirect, Consorsbank und ING Deutschland. Spannend: Insgesamt vier von zehn Wertpapierbesitzer*innen haben im vorigen Jahr erstmalig oder mehr als bisher in Aktien investiert. Schwindet etwa die Berührungsangst? Es sieht fast so aus. Auch von den Nicht-Wertpapierbesitzer*innen könnten sich grundsätzlich knapp zwei Drittel eine Investition in Aktien vorstellen. Viele haben allerdings immer noch Vorbehalte: 31 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr nicht in Wertpapiere investiert, weil sie sich sorgen, ihr Geld zu verlieren. 28 Prozent befürchten, die falschen Aktien zu kaufen, 15 Prozent trauen sich den Aktienkauf einfach nicht zu. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Aktien sind ein langfristiges Investment. Wer sein Risiko breit streut, also in Fonds oder ETFs investiert, muss keine Angst haben, die falsche Aktie zu erwischen. Und auch das Verlustrisiko schwindet mit der Anlagedauer. Zum Glück setzt sich diese Erkenntnis immer weiter durch!

KW 38 Es geht um viel Geld

Die US-Notenbank macht wenig Hoffnung auf steigende Zinsen. Grenke ist ins Visier von Leerverkäufern geraten, der Kurs fährt Achterbahn. Und die TUI braucht mal wieder mehr Geld – dieses Mal von ihren Aktionären.

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Wenig Hoffnung auf steigende Zinsen

Große Kursbewegungen gab es diese Woche nur bei einzelnen Aktien. Die großen Börsenindizes wie der amerikanische S&P 500, der Weltaktienindex MSCI World oder unser Dax bewegten sich eher seitwärts, legten aber leicht zu. Dabei war die Woche durchaus spannend. Die amerikanische Notenbank Fed hat nämlich getagt und Börsianer*innen hören immer sehr genau hin, wenn die Geldhüter sich äußern. Wie erwartet rechnen alle 17 Währungshüter*innen des Offenmarktausschusses damit, den Leitzins zumindest bis Ende 2021 nahe Null zu halten. 13 von ihnen prognostizieren gar, dass er bis Ende 2023 dort bleibt. Zinserhöhungen sind also bis auf weiteres nicht zu erwarten. Die Wirtschaft braucht in der Corona-Krise weiter den Rückenwind des billigen Geldes. Und den Aktienmarkt sollte die Politik der Notenbanken auch weiter stützen. Wenn Anleihen keine Rendite mehr abwerfen, suchen Investor*innen nach Alternativen. Und die finden sie am Aktienmarkt. Ganz verzichten solltest Du auf Anleihen von sicheren Schuldnern aber auch nicht, denn sie bringen Ruhe ins Depot. In turbulenteren Zeiten schwanken sie einfach weniger stark als Aktien.

Im Visier der Leerverkäufer

Nach dem Zahlungsdienstleister Wirecard hat es nun Grenke Leasing erwischt. Leerverkäufer greifen die Firma an und treiben den Aktienkurs in den Keller. Ob zu Recht oder nicht, wird sich zeigen. Es gibt Vorwürfe, die Zahlen könnten frisiert sein. Grenke hält dagegen und dementiert. Dem Aktienkurs hat die Attacke der Leerverkäufer nicht gutgetan. Tagesverluste von bis zu 30 Prozent mussten Aktionär*innen ertragen. Auch wenn der Kurs sich ein Stück weit erholt hat, war die Woche bitter. Leerverkäufer – zu Englisch: Short Seller – verkaufen Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich gegen eine kleine Gebühr geliehen haben. Sie setzen so auf fallende Kurse. Geht ihre Rechnung auf, kaufen sie die Aktien günstiger zurück. Begleitet werden diese Attacken oft mit Research-Berichten oder anderen kritischen Äußerungen über das betroffene Unternehmen. Natürlich geht die Wette der Short Seller nicht immer auf. Manchmal steigen die Aktien einfach weiter, dann müssen die Leerverkäufer sie teurer zurückkaufen.

Es gibt immer wieder Kritik an den Leerverkäufern, aber sie gehören zur Börse dazu. Während wir Anleger*innen auf steigende Kurse hoffen, setzen sie eben auf fallende. Und mitunter haben sie Recht. Wirecard ist bekanntlich mittlerweile pleite, hier haben die Vorwürfe seinerzeit gestimmt. Im Fall von Grenke bleibt es spannend. Solche Börsenkrimis zeigen einmal mehr, wie riskant es ist, auf Einzelfirmen zu setzen. Investiere also lieber in Fonds und börsengehandelte Indexfonds. Einzelaktien sollten nur eine kleine Beimischung sein oder gehören in eine „Spielgeld-Depot“.

TUI bittet Aktionäre zur Kasse

Die Corona-Krise hat den Reisekonzern TUI hart getroffen. In den vergangenen Monaten gab es bereits zwei Kredite der staatseigenen KfW Bank über insgesamt 2,85 Milliarden Euro. Jetzt will TUI mit einer Kapitalerhöhung bis zu eine Milliarde Euro bei seinen Aktionär*innen einsammeln. Das machen im Augenblick einige Konzerne. Sie geben dafür neue Aktien aus. Wenn Du also TUI-Aktionär*in bist, bekommst Du demnächst Post und Dir werden diese Aktien angeboten. Dafür bekommst Du sogenannte Bezugsrechte, die Du ausüben oder verfallen lassen kannst. Du musst Dich also quasi entscheiden, ob Du weiteres Geld in das Unternehmen investieren möchtest oder lieber nicht.

Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer

Journalistin, Moderatorin

Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht. Darüber hinaus schreibt sie eine wöchentliche Kolumne bei onvista.de, einem der meistbesuchten Finanzportale in Deutschland.