finanz-heldinnen Börsennews

Jede Woche passieren auf eine Reihe an Geschehnissen, die den Verlauf von Wertpapieren beeinflussen. Um Dir einen Einstieg zu diesen Themen und einen besseren Überblick zu geben, berichten wir wöchentlich, jeweils freitags, darüber. Kurz, knackig und verständlich, sodass Du ein paar Impulse erhältst.

Hast Du Themen, die Dich besonders interessieren? Dir läuft eine Nachricht über den Weg und Du hättest gerne eine Einordnung dazu? Dann schreib uns eine Mail an finanz-heldinnen@comdirect.de und wir versuchen es in die nächste Börsennews mit aufzunehmen.

KW 39 Aktien für den Vermögensaufbau

An den Börsen steigt die Nervosität, eine Korrektur läuft. Die privaten Vermögen steigen auf ein Rekordhoch. Und die Deutschen entdecken endlich die Aktie.

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Börsen im Korrekturmodus

Die Nervosität an den Märkten ist wieder größer. Kein Wunder, mit den stark steigenden Corona-Infektionszahlen in vielen Ländern wächst die Angst vor neuen Lockdowns. Das würde der Wirtschaft natürlich nicht guttun, im Gegenteil. Der Dax hat in den vergangenen Tagen fast fünf Prozent verloren. Auch an der New Yorker Wall Street ging es mit dem S&P 500 und dem Technologieindex Nasdaq abwärts – allerdings etwas weniger stark. Sorgen musst Du Dir über den Rücksetzer nicht machen. Es ist eher eine Korrektur als ein beginnender Crash. Anleger*innen nehmen die Gewinne aus der Rally der vergangenen Wochen und Monaten mit. Der Dax steht ungefähr auf dem Niveau vom Jahresbeginn. Natürlich gab es zuletzt auch einige durchwachsene Konjunkturdaten, aber die Erholung der Wirtschaft läuft, wenn auch nun etwas langsamer. Da kann es an der Börse schon mal ruckeln. Wenn Du langfristig investierst, könntest Du in schwachen Phasen auch über Nachkäufe nachdenken. Oder Du ignorierst die Schwankungen einfach – sie gehören zum Börsenleben einfach dazu. Langfristig aber bringen Aktien die besten Renditen, durchschnittlich sechs bis acht Prozent pro Jahr sind es. Deshalb sind sie ein wichtiger Baustein zum Vermögensaufbau.

Private Vermögen auf Rekordhoch

Apropos Baustein zum Vermögensaufbau: Die privaten Vermögen werden in diesem Jahr weltweit wohl um 3,3 Prozent auf mehr als 198 Billionen Euro steigen. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report der Allianz, der Daten zur Vermögensbildung in 57 Ländern ausgewertet hat. Gründe sind die schnelle Erholung an den Aktienmärkten und die höhere Sparrate. In Deutschland wuchsen die Vermögen der Privathaushalte im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent und sollten laut Allianz im Gesamtjahr um 2,7 Prozent auf 6,8 Billionen Euro steigen – vorausgesetzt die Börsen halten sich bis Jahresende stabil und die Wirtschaft bricht nicht erneut ein. Beim Netto-Geldvermögen – also den Vermögenswerten ohne Immobilien abzüglich Schulden – bleibt Deutschland mit einem Pro-Kopf-Vermögen von knapp 57.100 Euro auf Rang 18 in der Liste der reichsten Länder. Angeführt wird die Liste unverändert von den USA mit umgerechnet fast 210.000 Euro. Das liegt vor allem daran, dass Privatanleger*innen in Nordamerika im vergangenen Jahr knapp 53 Prozent ihrer Ersparnisse in Aktien angelegt haben. So baut man Vermögen auf!

Die Deutschen werden endlich zu Aktionär*innen

Die Einsicht, dass Aktien zum Vermögensaufbau gehören, setzt sich aber auch in Deutschland immer weiter durch. Endlich! Stolze 34 Prozent unserer Mitbürger*innen sind mittlerweile Aktienbesitzer*innen, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber Vorjahr. Das ist das Ergebnisse der repräsentativen Studie „Aktienkultur in Deutschland“ der „Aktion pro Aktie“ von comdirect, Consorsbank und ING Deutschland. Spannend: Insgesamt vier von zehn Wertpapierbesitzer*innen haben im vorigen Jahr erstmalig oder mehr als bisher in Aktien investiert. Schwindet etwa die Berührungsangst? Es sieht fast so aus. Auch von den Nicht-Wertpapierbesitzer*innen könnten sich grundsätzlich knapp zwei Drittel eine Investition in Aktien vorstellen. Viele haben allerdings immer noch Vorbehalte: 31 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr nicht in Wertpapiere investiert, weil sie sich sorgen, ihr Geld zu verlieren. 28 Prozent befürchten, die falschen Aktien zu kaufen, 15 Prozent trauen sich den Aktienkauf einfach nicht zu. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Aktien sind ein langfristiges Investment. Wer sein Risiko breit streut, also in Fonds oder ETFs investiert, muss keine Angst haben, die falsche Aktie zu erwischen. Und auch das Verlustrisiko schwindet mit der Anlagedauer. Zum Glück setzt sich diese Erkenntnis immer weiter durch!

KW 38 Es geht um viel Geld

Die US-Notenbank macht wenig Hoffnung auf steigende Zinsen. Grenke ist ins Visier von Leerverkäufern geraten, der Kurs fährt Achterbahn. Und die TUI braucht mal wieder mehr Geld – dieses Mal von ihren Aktionären.

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Wenig Hoffnung auf steigende Zinsen

Große Kursbewegungen gab es diese Woche nur bei einzelnen Aktien. Die großen Börsenindizes wie der amerikanische S&P 500, der Weltaktienindex MSCI World oder unser Dax bewegten sich eher seitwärts, legten aber leicht zu. Dabei war die Woche durchaus spannend. Die amerikanische Notenbank Fed hat nämlich getagt und Börsianer*innen hören immer sehr genau hin, wenn die Geldhüter sich äußern. Wie erwartet rechnen alle 17 Währungshüter*innen des Offenmarktausschusses damit, den Leitzins zumindest bis Ende 2021 nahe Null zu halten. 13 von ihnen prognostizieren gar, dass er bis Ende 2023 dort bleibt. Zinserhöhungen sind also bis auf weiteres nicht zu erwarten. Die Wirtschaft braucht in der Corona-Krise weiter den Rückenwind des billigen Geldes. Und den Aktienmarkt sollte die Politik der Notenbanken auch weiter stützen. Wenn Anleihen keine Rendite mehr abwerfen, suchen Investor*innen nach Alternativen. Und die finden sie am Aktienmarkt. Ganz verzichten solltest Du auf Anleihen von sicheren Schuldnern aber auch nicht, denn sie bringen Ruhe ins Depot. In turbulenteren Zeiten schwanken sie einfach weniger stark als Aktien.

Im Visier der Leerverkäufer

Nach dem Zahlungsdienstleister Wirecard hat es nun Grenke Leasing erwischt. Leerverkäufer greifen die Firma an und treiben den Aktienkurs in den Keller. Ob zu Recht oder nicht, wird sich zeigen. Es gibt Vorwürfe, die Zahlen könnten frisiert sein. Grenke hält dagegen und dementiert. Dem Aktienkurs hat die Attacke der Leerverkäufer nicht gutgetan. Tagesverluste von bis zu 30 Prozent mussten Aktionär*innen ertragen. Auch wenn der Kurs sich ein Stück weit erholt hat, war die Woche bitter. Leerverkäufer – zu Englisch: Short Seller – verkaufen Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich gegen eine kleine Gebühr geliehen haben. Sie setzen so auf fallende Kurse. Geht ihre Rechnung auf, kaufen sie die Aktien günstiger zurück. Begleitet werden diese Attacken oft mit Research-Berichten oder anderen kritischen Äußerungen über das betroffene Unternehmen. Natürlich geht die Wette der Short Seller nicht immer auf. Manchmal steigen die Aktien einfach weiter, dann müssen die Leerverkäufer sie teurer zurückkaufen.

Es gibt immer wieder Kritik an den Leerverkäufern, aber sie gehören zur Börse dazu. Während wir Anleger*innen auf steigende Kurse hoffen, setzen sie eben auf fallende. Und mitunter haben sie Recht. Wirecard ist bekanntlich mittlerweile pleite, hier haben die Vorwürfe seinerzeit gestimmt. Im Fall von Grenke bleibt es spannend. Solche Börsenkrimis zeigen einmal mehr, wie riskant es ist, auf Einzelfirmen zu setzen. Investiere also lieber in Fonds und börsengehandelte Indexfonds. Einzelaktien sollten nur eine kleine Beimischung sein oder gehören in eine „Spielgeld-Depot“.

TUI bittet Aktionäre zur Kasse

Die Corona-Krise hat den Reisekonzern TUI hart getroffen. In den vergangenen Monaten gab es bereits zwei Kredite der staatseigenen KfW Bank über insgesamt 2,85 Milliarden Euro. Jetzt will TUI mit einer Kapitalerhöhung bis zu eine Milliarde Euro bei seinen Aktionär*innen einsammeln. Das machen im Augenblick einige Konzerne. Sie geben dafür neue Aktien aus. Wenn Du also TUI-Aktionär*in bist, bekommst Du demnächst Post und Dir werden diese Aktien angeboten. Dafür bekommst Du sogenannte Bezugsrechte, die Du ausüben oder verfallen lassen kannst. Du musst Dich also quasi entscheiden, ob Du weiteres Geld in das Unternehmen investieren möchtest oder lieber nicht.

KW 37 Keine Börsenwoche für schwache Nerven

An der US-Technologiebörse Nasdaq stürzen die Kurse ab, auch Tesla kommt mächtig unter die Räder. Und eine neue Studie zeigt, wie schwer die Corona-Krise die Autoindustrie getroffen hat.

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Kursrutsch der Börsenstars

An der Nasdaq sind die Kurse kräftig abgeschmiert. Apple hat binnen einer Woche fast 15 Prozent verloren, Amazon und Facebook büßten um die neun Prozent ein. Google-Mutter Alphabet kam mit einem Minus von sechs Prozent noch fast glimpflich davon. Weil die Tech-Giganten einen ziemlich großen Anteil am Technologieindex, aber auch am S&P 500 haben, rutschten die gleich mit ab. Schnell gab es Warnungen vor einem Crash. Ich finde, das ist übertrieben. Solche Korrekturen sind normal, zumal die Aktien in den vergangenen Wochen und Monaten gestiegen sind wie verrückt. Da wundert es nicht, dass Börsianer*innen auch mal Gewinne mitnehmen. Solange der Kursrutsch nur eine Branche betrifft, ist das sowieso kein Crash. Natürlich ist es ärgerlich, wenn Du die großen Verlierer dieser Woche im Depot hast. Besitzt Du sie allerdings schon länger, bist Du sicherlich noch dick im Plus. Und wer weiß, vielleicht nutzen Investor*innen die Korrektur ja auch zum Einstig und die Kurse steigen bald wieder.

Börsenliebling Tesla stürzt ab

Auch der eAuto-Pionier kam massiv unter die Räder. Seit ihrem Kurshoch Anfang September hat die Tesla-Aktie mehr als 30 Prozent ihres Wertes verloren. Grund sind nicht nur Gewinnmitnahmen nach der Rally der vergangenen Wochen – schließlich zählt auch Tesla zu den Börsenlieblingen. Sondern: Die Aktie hat es nicht in den S&P 500 geschafft, was aber eigentlich erwartet worden war. Doch der Indexanbieter gab Firmen mit deutlich geringerem Börsenwert, aber häufigeren Quartalsgewinnen, den Vorzug. An der Börse kam das gar nicht gut an. Mittlerweile hat sich die Aktie zwar leicht erholt, es bleibt aber bei einem dicken Minus auf Wochensicht. Wer aber schon vor einem Monat oder vor längerer Zeit eingestiegen ist, der ist dick im Plus. Das zeigt einmal mehr, dass wir an der Börse langfristig denken und uns nicht von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen lassen sollten!

Autobranche in der Krise

Zu den großen Verlierern der Corona-Krise zählt die Autobranche: Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro – nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal 2019. Nur sechs Hersteller haben keine roten Zahlen geschrieben, und nur Tesla hat von April bis Juni sogar mehr verdient als im Vorjahr. Damit springt der eAuto-Pionier auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne. An der Börse sieht es anders aus: Während Tesla gerade unter Druck ist, ist bei vielen anderen Autobauern Erholung angesagt. An der Börse wird eben die Zukunft gehandelt – nicht das vergangene oder aktuelle Quartal.

KW 36 Aufregung, Verwirrung und ein bisschen Frust

Große Aufregung gibt es um das Delisting von Rocket Internet. Verwirrt wurden manche Anleger*innen durch die Aktiensplits von Appel und Tesla. Und dann gab es noch ein bisschen Frust, weil die Dividenden schrumpfen.

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Große Aufregung um Rocket Internet

Die Samwer-Brüder, Deutschlands wohl bekannteste Gründer, wollen Rocket Internet wieder von der Börse nehmen. Das hat für einige Aufregung gesorgt und viele Anleger*innen verärgert. Denn all jenen, die vor sechs Jahren beim Börsengang dabei waren, drohen nun hohe Verluste. Nur 18,57 Euro sollen sie pro Aktie bekommen, hieß es. Der gebotene Preis entspreche einem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate, argumentiert Rocket Internet. Das ist das übliche Prozedere bei einem Delisting, wie die Rolle rückwärts im Börsendeutsch heißt. An die Börse gegangen war Rocket Internet im Oktober 2014 aber zu 42,50 Euro pro Aktie. Die Aktionäre der ersten Stunde bleiben also auf ihren Verlusten sitzen, wie alle anderen übrigens auch, die zu höheren Kursen gekauft haben. Am 24. September entscheidet eine außerordentliche Hauptversammlung und dürfte das Ganze wohl abnicken. Rund die Hälfte an Rocket Internet halten die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer, größtenteils über das Vehikel Global Founders GmbH. Für viele Anleger*innen ist das Delisting zwar extrem ärgerlich, aber ein absolut legaler, wenn auch seltener Prozess.

Verwirrung um Aktiensplits bei Apple und Tesla

Einige Aktionär*innen haben sich diese Woche verwundert die Augen gerieben, als sie die Kurse von Apple und Tesla gesehen haben. Die hatten sich nämlich geviertelt, beziehungsweise gefünftelt. Grund war ein Aktiensplit, der die Papiere aber nur optisch günstiger machte. Für eine Apple-Aktie gab es drei weitere dazu, bei Tesla waren es sogar vier. Der Gesamtwert Deiner Depotposition hat sich also gar nicht verändert, wohl aber die Anzahl der Aktien. Doch viele hatten den Aktiensplit wohl nicht mitbekommen und auch die Datenbank eines der größten Finanzportale in Deutschland war etwas langsam. Dort wurde satte Verluste von 80 Prozent angezeigt. Es folgten ziemlich aufgeregte Diskussionen in Facebook-Foren.

Aber immer mit der Ruhe: Es ist nichts Schlimmes passiert. Aktiensplits sind rein kosmetische Maßnahmen, denn Anleger*innen möchten lieber vermeintlich günstigere Aktien. Sie kaufen scheinbar lieber fünf Aktien à 100 Euro als eine für 500 Euro. Dicke Minuszeichen gab es dann allerdings doch noch: Am Donnerstag gab die US-Technologiebörse Nasdaq um fünf Prozent ab, zu den größten Verlierern zählen auch Apple und Tesla. Mit dem Aktiensplit hat das aber nichts zu tun.

Schrumpfende Dividenden

Die Dividenden in Europa sind im ersten Halbjahr wesentlich stärker zurückgegangen als in den USA, das zeigt eine Studie der DZ Bank. Im Euro Stoxx 50, dem europäischen Pendant zum Dax, haben aktuell 30 Prozent der Unternehmen ihre Ausschüttungen ausgesetzt. Dazu zählen alle Banken, aber auch Unternehmen aus der Technologie-Branche oder Luftfahrt. Eben all jene, die besonders hart von der Corona-Krise getroffen wurden. Wer keine oder nur noch wenige Gewinne einfährt, kann diese eben auch nicht ausschütten. Auch wenn die Wirtschaft bereits wieder anzieht, erwarten die Experten, dass die Auszahlungen in Europa 25 bis 30 Prozent niedriger als im Vorjahr liegen werden. Die US-Dividenden liegen dagegen nahe ihrer Höchststände. Das dürfte vor allem daran liegen, dass amerikanische Investoren einen noch größeren Wert auf eine stabile oder sogar steigende Dividende legen, als europäische. Aber keine Angst, wenn die europäischen Unternehmen sich von der Krise erholt haben und wieder Gewinne machen, werden auch die Dividenden wieder sprudeln.

KW 35 Kopfschütteln und Glückwünsche

Der Dow Jones wird umgebaut und das sorgt für Kopfschütteln. Der legendäre Investor Warren Buffett wird 90 und wir gratulieren.

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Dow Jones sorgt für Kopfschütteln

Der US-Onlinehändler Amazon ist das wertvollste Unternehmen der Welt, aber im altehrwürdigen Dow Jones, dem US-Standardwerte-Index, nicht vertreten. Das erstaunt Anleger*innen schon länger. Nun wird es aber abstrus: Apple ist ebenfalls ein echtes Dickschiff, macht künftig aber nicht mehr zwölf, sondern nur noch drei Prozent des Index aus. Grund ist der Aktiensplit beim iPhone-Konzern. Ende August wird der iPhone-Bauer seine Papiere im Verhältnis eins zu vier „teilen“. Wenn Du bisher eine Aktie hattest, hast Du künftig vier. Am Wert Deiner Beteiligung und vor allem am Wert von Apple – in Börsendeutsch Marktkapitalisierung – ändert das nichts. Wohl aber an der Zusammensetzung des Dow Jones. Das ergibt sich zwangsläufig aus einer Besonderheit des 1896 gegründeten Index, dessen Stand eine Addition der Kurswerte der 30 Mitgliedsunternehmen darstellt. Wenn sich nun die mit fast 500 Dollar optisch teuerste Aktie im Dow Jones viertelt, dann sinkt automatisch das Gewicht des Tech-Giganten um drei Viertel. Und das sorgt für Kopfschütteln.

Es wird also „Platz“ im Dow und überhaupt werden auch einige Werte ausgetauscht. Das Tech-Unternehmen Salesforce ersetzt den traditionsreichen Ölkonzern ExxonMobil. Die Biotech-Firma Amgen löst den Pharmagiganten Pfizer ab und die Rüstungsfirma Raytheon muss dem Industrie- und Mischkonzern Honeywell weichen. Zumindest diese Veränderungen klingen nach Zukunft, die Art, wie der Index und vor allem die Gewichtung einzelner Aktien berechnet werden, ist dagegen antiquiert. Falls Du als Anleger*in auf amerikanische Aktien setzen willst, gibt es definitiv bessere Indizes, beispielsweise den S&P 500. Zwar sind in ihm die großen Tech-Giganten mit etwa 25 Prozent sehr hoch gewichtet, aber das entspricht eben eher der wirtschaftlichen Realität.

Happy Birthday, Warren Buffett

Börsianer*innen sind verrückt nach dem etwas kautzigen Herrn aus Omaha in Nebraska. Er ist der bekannteste und vor allem erfolgreichste Investor aller Zeiten. Am Sonntag wird Warren Buffett 90 Jahre alt. Seit 55 Jahren führt Buffett Berkshire Hathaway. Das Unternehmen ist eine Beteiligungsgesellschaft, investiert in viele andere Unternehmen und ist selber börsennotiert. Im Grunde ist es fast so eine Art Fonds. Die Hauptversammlung von Berkshire wird oft als „Woodstock für Kapitalisten“ bezeichnet. 40.000 Aktionär*innen aus aller Welt strömen Jahr für Jahr an den Konzernsitz nach Omaha. Mit einer normalen, eher langweiligen Hauptversammlung hat das wenig zu tun: Das Treffen gleicht einem bunten Festival, Unternehmen präsentieren sich an bunten Ständen, Buffett schlürft auf der Bühne seine geliebte Cherry Coke (Berkshire ist seit Jahrzehnten an Coca-Cola beteiligt), spielt schon mal Ukulele.

Langfristig ist Buffetts Unternehmen extrem erfolgreich, oft lag der Investor mit seinen Deals richtig. Oft wurde er auch belächelt – zu Unrecht. Beispielsweise als er mitten in der Finanzkrise, als niemand Bankaktien wollte, eben jene einsammelte. Ein super Deal, wie sich später zeigte. Buffett setzt auf Value-Aktien, also auf Unternehmen, die ein solides Geschäftsmodell haben, am besten mit Wettbewerbsvorteil, und an der Börse günstig bewertet sind. Seit Jahrzehnten verwöhnt Buffett seine Aktionär*innen mit traumhaften Renditen, doch ausgerechnet zum runden Geburtstag lässt der Erfolg leider etwas nach. Die Corona-Krise hat ihn auf dem falschen Fuß erwischt. Aber Buffett wäre nicht Buffett, wenn es nicht schon bald wieder laufen sollte. Denn ans Aufhören denkt der Mann, der auch „das Orakel von Omaha“ genannt wird, noch lange nicht. Happy Birthday!

KW 34 Die unglaubliche Rally an der Wall Street

Die US-Aktienmärkte klettern von Allzeithoch zu Allzeithoch. Auch Apple stellt einen neuen Rekord auf und hat eine unglaubliche Marke geknackt. Und im Dax ist mal wieder Stühlerücken angesagt.

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US-Börsen auf Rekordkurs

Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq hat in den vergangenen Wochen schon einige Rekorde geknackt, nun zieht der breite Aktienmarkt nach. Der US-Leitindex S&P 500 hat diese Woche gleich mehrere Allzeithochs markiert. Das klingt völlig verrückt so mitten in der Wirtschaftskrise, oder? Ist es auch. Seit seinem Tief am 23. März hat der Index mehr als 50 Prozent zugelegt. Das ist verdammt viel! Gut möglich, dass Investor*innen demnächst Gewinne mitnehmen. Expert*innen rechnen zumindest damit. Im Schnitt liegen solche Rückschläge ihren Berechnungen zufolge übrigens bei acht Prozent, dauern aber selten lange. Die Prognose der Analyst*innen: Danach geht es weiter aufwärts.

Aber wie kann es sein, dass die Konjunktur weltweit einbricht und die Börsen so stark steigen? Finanzexpert*innen haben sich als Antwort ein schönes Akronym einfallen lassen: „Tina“. Ausformuliert: There is no alternative. Es gibt also keine Alternative, oder plakativer: Irgendwo muss das Geld ja hin. Die Zinsen sind mehr oder weniger abgeschafft. Und auch Gold ist extrem gestiegen. Vieles spricht also weiter für Aktien. Angeführt wird die Rally seit Monaten von den Aktien der großen Technologieunternehmen – allen voran Apple.

Apple knackt den nächsten Rekord

Apropos Apple – der iPhone-Hersteller bricht alle Rekorde und ist an der Börse jetzt zwei Billionen Dollar wert. Unglaublich, nicht wahr? Für die erste Billion brauchte Apple übrigens 38 Jahre, die zweite Billionen war nach zwei weiteren Jahren erreicht. Was für eine Erfolgsgeschichte. Und Analyst*innen zufolge ist das Potenzial der Aktie noch nicht ausgeschöpft. Die Produkte mit dem „i“ im Namen sind eben gefragt. Und in der Corona-Krise profitiert Apple vom Trend zum Home Office, der die Verkäufe von iPhones und iPads ankurbelt. Klar, auch die Apple-Aktie geriet im Börsencrash kurzfristig unter Druck. Hätten wir damals nur alle beherzt zugegriffen. Denn seit den Tiefständen in März hat das Papier um mehr als 100 Prozent zugelegt. Du hast Apple nicht im Depot? Das ist schade. Wenn Du allerdings global in Fonds oder ETFs investierst, dann bist Du doch dabei. Die Aktie ist nämlich in vielen Fonds und Indizes ziemlich hoch gewichtet.

Stühlerücken im Dax 

Seit Mittwochabend ist es amtlich: Delivery Hero steigt in den Dax auf. Der Berliner Essenslieferant löst die Skandalfirma Wirecard im deutschen Leitindex ab. Wieder rückt ein Start-up auf. Doch nicht jeder ist damit glücklich. Zwar wächst das Unternehmen seit Jahren kräftig, hat aber gar kein Deutschlandgeschäft mehr. Das hat Delivery Hero nämlich im vergangenen Jahr an den niederländischen Konkurrenten Takeaway verkauft. Dem Wachstum der Berliner tut das aber keinen Abbruch. Das Geschäft mit dem Bestellen von Mahlzeiten im Internet läuft so gut, dass die Berliner jüngst ihre Jahresprognose angehoben haben. Der Dax-Neuling betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25.000 Mitarbeiter*innen. Doch der Wachstumsmodus sorgt dafür, dass die Firma operativ noch in den roten Zahlen steckt. Gewinne macht die Firma also bisher keine – und hat auch keine Vorstellung, wann sich das ändern wird. Gewinne sind aber auch kein Kriterium für die Dax-Zugehörigkeit. Die Aufnahme in die erste Börsenliga erfolgt nämlich vor allem nach zwei wichtigen Kriterien: der Free-Float-Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz. Grundsätzlich sollte der Aufsteiger in beiden Kategorien Rang 35 oder besser belegen. Und genau das hat Delivery Hero geschafft.

KW 33 Krisengewinner im Visier

Eigentlich stottert die Automobilbranche durch die Krise, doch Porsche fährt allen davon. Zalando legt gut Zahlen vor und wird für den lokalen Einzelhandel vom Konkurrenten zum Partner. Und dann ist da noch die Tesla-Aktie, die es bald sehr viel günstiger gibt – zumindest optisch.

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Porsche fährt (fast) allen davon

Überraschung aus Zuffenhausen: Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche ist richtig gut durch die Krise gekommen. Das Unternehmen kommt im ersten Halbjahr trotz Corona auf einen Milliardengewinn. Das operative Ergebnis liegt bei 1,23 Milliarden Euro. Damit fährt Porsche fast allen davon und ist der am besten verdienende europäische Autohersteller. Normalerweise liegen BMW, Audi oder der französische PSA-Konzern mit Peugeot vorn, doch in der Krise ist es auf einmal Porsche. Auch die amerikanischen Autobauer ächzen unter der Krise. Nur ein Automobilhersteller ist besser unterwegs als Porsche und das ist Toyota. Mal sehen, wie die Bilanz am Ende des Jahres aussieht. Die Branche steckt in einem tiefgreifenden Wandel – weg vom Benziner, hin zu alternativen Antrieben, dazu Überproduktionen und volle Parkplätze vor den Autohäusern. Es wird spannend, wer am Ende das Rennen macht, wer den Wandel am erfolgreichsten managt, und wer langfristig am besten durch die Krise kommt. Die aktuellen Zahlen sind nur eine Momentaufnahme. Trotzdem sind sie spannend und für Porsche ein toller Erfolg. Die Porsche-Aktie ist übrigens nicht so gut durch die Krise gekommen. Sie notiert noch immer unter ihrem Vorkrisen-Niveau. An der Börse haben BMW und Daimler aktuell die Nase vorn.

Zalando gewinnt neue Kund*innen

Auch der Online-Modehändler Zalando gehört zu den Gewinnern der Corona-Krise. Umsatz und Gewinn stiegen im ersten Quartal kräftig. Das Unternehmen etabliert sich auch immer stärker als Plattform und Partner für den Handel, und zwar auch für die Boutique um die Ecke. Während des Lockdowns haben nämlich offenbar viele Händler*innen und Marken ihre Vorbehalte gegenüber Zalando aufgegeben und ihre Mode über die Plattform verkauft. Immerhin 180 neue Partner*innen kamen allein im zweiten Quartal dazu. Das Bruttowaren-Volumen stieg in diesem Bereich um 100 Prozent. Für viele Modehändler*innen und Markenhersteller ist Zalando vom Konkurrenten zum Partner geworden. Auch bei Anleger*innen kommt das Unternehmen gut an. Die MDax-Aktie hat in den vergangenen Wochen sogar ein Rekordhoch markiert. Zwei Drittel der Analyst*innen empfehlen das Papier weiter zum Kauf, etwas weniger als ein Drittel zum Halten. Das Kurspotenzial ist nach der jüngsten Rally allerdings begrenzt.

Aktiensplit bei Tesla

Hoffentlich bekommst Du keinen Schreck, wenn Du als Tesla-Aktionär*in Ende August auf den Kurs schaust. Dann wird das Papier nämlich massiv günstiger sein, aber zum Glück nur optisch. Warum das so ist? Der E-Auto-Pionier hat einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5 angekündigt. Wenn Du heute eine Tesla-Aktie besitzt, dann sind es künftig fünf. Am Börsenwert, also der Marktkapitalisierung des Unternehmens ändert das aber nichts. Notiert die Aktie heute bei rund 1500, werden es dann etwa 300 Euro sein. Ein Aktiensplit bedeutet also, dass der Wert der Aktie aufgeteilt und jede einzelne Aktie somit günstiger wird. Das soll die Aktie vor allem für Privatanleger*innen attraktiver machen. Wir kaufen eben lieber fünf Aktien zu jeweils 300 Euro als eine für 1500 Euro. Das ist zwar im Grunde Unsinn, weil sich ja am Wert des Unternehmens und an unserer Anlagesumme nichts ändert, aber so ticken wir eben. Du musst übrigens nichts tun, der Aktiensplit wird automatisch in Deinem Depot umgesetzt.

KW 32 Wenig erfreuliche Zahlenflut

Nach den großen US-Konzernen haben nun auch die deutschen Unternehmen Zahlen vorgelegt – und die fallen schwach aus. Besonders hart trifft die Corona-Krise die Autoindustrie. Ebenfalls schwach ist der Dollar.

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Deutsche Konzerne leiden

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft hart getroffen. Wie hart, das zeigen die Zahlen für das zweite Quartal, die die Unternehmen in diesen Tagen vorlegen. Ein paar Kostproben? Adidas ist im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht: Nettoverlust 306 Millionen Euro. Die Lufthansa hat das Quartal wie erwartet mit einem milliardenschweren Verlust abgeschlossen: minus 1,5 Milliarden Euro. Andere Konzerne machen zwar noch Gewinn, der schrumpfte allerdings empfindlich. Bei Siemens hat er sich halbiert. Bei der Münchener Rück schmolz er um 42 Prozent. Auch beim Konsumgüterkonzern Henkel schwinden Umsatz und Gewinn. Einige wenige Gewinner der Krise gibt es aber auch in Deutschland: Die Deutsche Post profitierte vom Boom im  Onlinehandel, die Erlöse legten um 3,1 Prozent auf 16 Milliarden Euro zu. Auch der Konzerngewinn entwickelte sich positiv. Und auch die Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen kamen bisher gut durch die Krise. Das meiste war so oder so ähnlich erwartet worden, deshalb hält sich die Aufregung an der Börse in Grenzen – auch wenn einzelne Aktien natürlich etwas stärker schwanken. Ähnlich wie in den USA, trauen sich viele hiesige Unternehmen keine Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf zu. Konjunkturdaten haben aber zuletzt gezeigt, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt. Das kommt bei Anleger*innen gut an.

Die Krise der Autobranche

Mit voller Wucht hat die Corona-Krise die Autobranche getroffen. BMW blickt auf das schlimmste Quartal seiner Geschichte zurück, mit einem Verlust von 666 Millionen Euro. Noch schlimmer sieht es bei Daimler aus: Der Autobauer verbuchte einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro. Auch Volkswagen meldete ein Milliardenminus. Bei der ausländischen Konkurrenz sieht es ähnlich schlecht aus. Kein Wunder: Allein in Europa hat die Pandemie zu einem Produktionsausfall von 2,4 Millionen Autos geführt. Der Absatz ist im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel eingebrochen. Und es sieht leider so aus, dass auf den tiefen Absturz keine schnelle Erholung folgt. Erst 2024 könnten die Autoverkäufe in den USA wieder das Vorkrisenniveau erreichen, prognostiziert die Unternehmensberatung Boston Consulting. In der EU sieht es kaum besser aus. Frühestens 2023 ziehen hier die Geschäfte wieder an. Nun stehen ganze Standorte zur Disposition, es wird gespart, umstrukturiert und gekündigt. Und das in einer Zeit, in der die Branche sowieso in einem tiefgreifenden Wandel steckt: Der Verbrennungsmotor hat ausgedient, neue Antriebe sind gefragt. Es wird spannend, wer die Gewinner*innen und wer die Verlierer*innen dieses Wandels sein werden und wer die Krise am schnellsten hinter sich lässt. Autoaktien sind sicher nichts für schwache Nerven.

Belastungsfaktor Euro

Ist der Euro besonders stark? Oder der Dollar besonders schwach? Wie auch immer – die europäische Gemeinschaftswährung ist derzeit gefragt wie selten. Allein im Juli stieg ihr Wert um rund fünf Prozent gegenüber dem US-Dollar. Was eigentlich gut klingt, ist aber leider wirtschaftlich ein Problem für die Euro-Zone. Denn ein starker Euro sorgt dafür, dass Produkte aus Europa im internationalen Vergleich teurer und damit weniger wettbewerbsfähig werden. Außerdem macht er Importe billiger und drückt damit die ohnehin chronisch niedrige Inflation im Euro-Raum noch weiter. Und beides ist nicht gut, vor allem in der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg nicht, denn die Erholung könnte sich verzögern.

KW 31 Die Abrechnung

Die meisten Zahlen für das zweite Quartal sind schlecht, aber nicht so schlecht wie erwartet. Die mit Spannung erwarteten Zahlen der großen Technologiekonzerne allerdings sind ziemlich gut. Die erfolgsverwöhnten Gesundheitsaktien geraten jedoch unter Druck.

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Grauenvolle Quartalszahlen

Es ist keine Überraschung, dass die Unternehmenszahlen für das zweite Quartal extrem schlecht ausfallen. Wie hätte es nach dem weltweiten Lockdown der Wirtschaft auch anders sein können? In Europa nimmt die Berichtssaison erst langsam Fahrt auf, in den USA haben bereits sehr viele Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Der befürchtete Rekordeinbruch blieb bisher zum Glück aus; auf beiden Seiten des Atlantiks haben die Unternehmen die Erwartungen der Analysten sogar mehrheitlich übertroffen. Das liegt allerdings auch daran, dass die Experten wenig bis nichts erwartet hatten. In Europa liegen die Gewinne etwa 20 Prozent, in den USA sogar zwei Drittel unter dem Vorjahr – Stand jetzt. Unternehmen mit konjunkturunabhängigeren Geschäftsmodellen haben bisher nur geringe Gewinnrückgänge berichtet. Wer stark von der Konjunktur abhängt, musste größere Einbrüche verkraften. Die Börse hatte das bisher relativ gelassen gesehen, eben weil die Erwartungen noch schlechter waren. Für einen Schock sorgten am Donnerstag allerdings Wirtschaftsdaten aus den USA, von einem „historischen Konjunkturabsturz“ war zu lesen, dazu die Angst vor der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Da nahmen Börsianer*innen erstmal Gewinne mit. Ob das der Beginn einer neuen Korrektur ist oder nur eine zwischenzeitliche Verunsicherung? Wir werden sehen. Es gibt aber Hoffnung auf wieder steigende Kurse…

Die Stunde der Tech-Giganten

Und diese Hoffnung schüren die großen Technologie-Unternehmen an der Nasdaq. Mit Spannung haben Börsianer*innen auf ihre Zahlen gewartet. Die Tech-Giganten gelten als Gewinner der Corona-Krise. Können sie liefern? Wie haben sie im zweiten Quartal abgeschlossen? Am Donnerstagabend nach Börsenschluss in den USA kamen die Schlagzeilen im Minutentakt – und sie waren richtig gut. „Amazon pulverisiert Erwartungen mit massivem Umsatzplus – Aktie zischt ab“ war nach satten 40 Prozent Wachstum und dem höchsten Quartalsgewinn der 26-jährigen Geschichte zu lesen. „Apple-Aktie schießt nach Zahlen auf Rekord“, heiß es. Auch der iPhone-Konzern konnte die Analystenschätzungen mühelos übertreffen. Genauso wie Facebook. Und der Umsatz der Google-Mutter Alphabet schwindet zwar erstmals, doch die Zahlen lagen trotzdem über den Erwartungen. Nachbörslich legten die Aktien der Tech-Giganten kräftig zu. Das freute viele Börsianer*innen. Denn Amazon, Apple, Facebook und Alphabet gehören zu den größten börsennotierten Unternehmen überhaupt und haben einen extrem hohen Anteil in den amerikanischen Indizes wie S&P 500 und Nasdaq.

Gesundheitsaktien unter Druck

Eine andere, sehr erfolgsverwöhnte Branche gerät unter Druck. Dabei gelten Gesundheitsaktien als absolut konjunkturunabhängig. Auch in der Corona-Krise schlugen sich die Aktien der Pharma- und Biotech-Unternehmen viel besser als andere Branchen. Wie schon in anderen Börsencrash verloren Gesundheitsakten weniger und erholten sich schneller als andere. Doch seit ein paar Tagen läuft es nicht mehr so gut. Mal wieder ist es US-Präsident Donald Trump, der für Kursrücksetzer sorgt. Er hat verschiedene Dekrete zur Senkung der US-Medikamentenpreise unterzeichnet. Für Verbraucher eigentlich gute Nachrichten, für Aktionäre eher eine schlechte. Die Kurse gaben nicht nur in den USA nach, auch europäische Aktien gerieten unter Druck, ist der US-Markt doch auch für hiesige Unternehmen ein extrem wichtiger Markt. Trotz dieses Gegenwindes bleiben Gesundheitsaktien aber eine wichtige Assetklasse, die Du Dir anschauen könntest. Es leben immer mehr Menschen auf der Welt, die immer älter werden. Die privaten und öffentlichen Gesundheitsausgaben werden weiter steigen. Trotz der Dekrete Trumps bleibt die Branche interessant.

KW 30 Viele Zahlen

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren: Unternehmen in den USA und in Europa legen ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Wie tief sind die Spuren, die die Corona-Krise hinterlassen hat? Wie stark schrumpfen die Dividenden? Und wer folgt eigentlich auf Wirecard im Dax?

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Schrumpfende Dividenden

Schlechte Nachrichten für Aktionär*innen: Europäische Unternehmen kürzen ihre Dividenden. Überraschend ist das nicht. Denn in der Rezession, die die Corona-Pandemie nebst Lockdown ausgelöst hat, verdienen sie auch deutlich weniger. Eine Dividendenstudie der DZ Bank zeigt: Die Ausschüttungen schrumpfen um rund rund 25 Prozent. Die Dax-Unternehmen kommen aber immer noch auf eine Dividendenrendite von durchschnittlich 3,1 Prozent, die Konzerne im Euro Stoxx 50 sogar auf 3,4 Prozent. Für Aktionär*innen ist es dennoch ärgerlich, wenn weniger Geld auf dem Konto landet. Wenn sich die Wirtschaft und die Bilanzen erholen, steigen aber auch sicher die Gewinnausschüttungen wieder. Langfristig sind und bleiben Dividenden ein wichtiger Erfolgsfaktor für Deine Geldanlage – ab und zu schwanken die Ausschüttungsquoten aber. Die meisten Unternehmen versuchen zwar, ihre Dividenden stabil zu halten, aber das geht eben nicht immer. Den Großteil der Kürzungen und Streichungen haben wir aber wohl hinter uns, glauben die Expert*innen der DZ Bank. Immerhin.

Einbrechende Gewinne

Wie stark hat die Krise die europäischen Unternehmen wirklich getroffen? Antworten auf diese Frage gibt es derzeit täglich. Bis Ende August legen noch fast 500 börsennotierte Unternehmen ihre Quartalszahlen vor. Analyst*innen rechnen damit, dass die Gewinne um fast 60 Prozent unter den Werten vom Vorjahr liegen. Das ist ein massiver Gewinneinbruch. Weil aber die Erwartungen so negativ sind, könnte es die eine oder andere positive Überraschung geben. Möglich ist aber auch, dass die Krise einzelne Unternehmen noch schlimmer trifft als gedacht. Wir werden in den kommenden Wochen wohl einige Ausschläge an den Kurstafeln sehen. Viel spannender als die Zahlen für das zweite Quartal sind aber die Ausblicke. Läuft es wieder besser? Und wenn ja, wie gut? Es bleibt abzuwarten.

Niedrige Erwartungen an der Wall Street

An der Wall Street beginnt die Berichtssaison immer etwas früher als in Europa. Dort haben wir in den vergangenen Wochen schon jede Menge Quartalszahlen gesehen. Auf den ersten Blick erfreulich: 80 Prozent der Zahlen liegen über den Erwartungen. Allerdings waren die so niedrig, dass Überraschungen quasi vorprogrammiert waren. Entsprechend verhalten war die Kursreaktion bei vielen Aktien. Denn die Krise hat die Unternehmen nichtsdestotrotz gravierend getroffen. Einige Bespiele: Die Fluglinie United Airlines meldet ein Quartalsminus von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro, der Umsatz brach um fast 90 Prozent ein. Coca-Cola leidet unter der Schließung von Restaurants, Theatern und Sportstätten – Umsatz und Gewinne brechen um etwa ein Drittel ein. Selbst die Technologie-Konzerne spüren die Krise mittlerweile: Microsoft legte zwar einen Rekordumsatz vor, der Gewinn schrumpfte aber um 15 Prozent. Damit kommt der Konzern im Vergleich dennoch gut durch die Krise. Gute Nachrichten kamen von Tesla: Der E-Auto-Pionier hat den vierten Quartalsgewinn in Folge vorgelegt und steht mittlerweile vor dem Einzug in den S&P 500. Spannend wird es kommende Woche, dann legt unter anderem Amazon seine Zahlen vor.

Potenzieller Dax-Aufsteiger

Wer folgt wohl auf Wirecard im Dax? Der Pleitekonzern fliegt bald aus der ersten Börsenliga. Heißer Anwärter für die Neubesetzung ist Delivery Hero. Beim Lieferdienst lief es zuletzt ziemlich gut: In der Corona-Krise wurde mehr Essen bestellt. Allerdings verdient das Unternehmen noch immer kein Geld. Auch wenn die Umsätze kräftig steigen, erwarten Analyst*innen keinen operativen Gewinn vor 2022. Die Aktie ist also vor allem eine Wette auf die Zukunft. In Deutschland können wir den Service von Delivery Hero übrigens gar nicht nutzen: Vor zwei Jahren hat das Unternehmen sein Deutschlandgeschäft für gut eine Milliarde Euro verkauft. Ein Dax-Konzern ohne Deutschlandgeschäft – irgendwie komisch, oder?

KW 29 Harte Zahlen und optimistische Ausblicke

In den USA legen erste Unternehmen ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Erwartet wird nicht viel Gutes. Die Notenbanken schauen derweil verhalten optimistisch nach vorne. Und der weltgrößte Vermögensverwalter macht Druck beim Thema Nachhaltigkeit.

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Eine Quartalszahlen-Saison des Schreckens?

Nun geht sie also los, die Quartalsberichterstattung. Wie immer sind die USA uns ein paar Wochen voraus. Vorgelegt werden die Zahlen für die Monate April bis Juni, geprägt vom weltweiten Corona-Lockdown. Entsprechend schlecht dürften die Ergebnisse der Unternehmen sein. Wie immer machen die großen Finanzhäuser den Anfang. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley haben positiv überrascht. Selbst die optimistischsten Analysten haben nicht damit gerechnet, dass sie so gut durch die Krise gekommen sind. Normale Geschäftsbanken hingegen leiden und haben mehr als 30 Millionen Dollar zurückgestellt, um sich gegen ausfallende Kredite von Unternehmen und Privatleuten zu wappnen. Dabei musste die Großbank Wells Fargo einen Verlust vorlegen. Citi und JP Morgan konnten nur deshalb die Erwartungen übertreffen, weil ihr Investmentbanking und der Handel mit Wertpapieren so gut gelaufen ist. Die Zahlen haben gezeigt: Die Rettungs- und Konjunkturpakete der US-Notenbank und der Regierung haben vor allem den Investmentbanken geholfen. In der Realwirtschaft sind sie noch nicht angekommen. Während die „Main Street“ Existenzängste plagt, werden an der „Wall Street“ Rekorde gefeiert.

Die Ergebnisse der Finanzhäuser gelten als Barometer für die gesamte Wirtschaft. So richtig Fahrt nimmt die Quartalszahlen-Saison übrigens erst kommende Woche auf. Da die Börse mit schlechten Ergebnissen rechnet, müssen schlechte Zahlen nicht unbedingt die Stimmung trüben. Viel spannender sind ja sowieso immer die Ausblicke.

Die Notenbanken sind verhalten optimistisch

Apropos Ausblicke: Die Notenbanken schauen nach vorne. Diese Woche gab es den Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed. Das „Beige Book“ untersucht, wie stark die Corona-Krise die amerikanische Wirtschaft getroffen hat. Dass die Arbeitslosigkeit massiv gestiegen und der Konsum stark gefallen ist, wissen wir bereits. Hoffnung macht der Ausblick: Viele Firmen erwarten, dass das Schlimmste hinter ihnen liegt. Der Wirtschaftseinbruch habe möglicherweise im vergangenen Monat seinen Tiefpunkt erreicht, so die Fed. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist überzeugt, dass die Konjunktur ihren Tiefpunkt überwunden hat, auch wenn der Ausblick weiter mit einer sehr hohen Unsicherheit behaftet sei. Ob das bisherige Maßnahmenpaket angepasst werden muss, ließ die EZB erst einmal offen. Die Notenbanker*innen um Christine Lagarde signalisierten aber, im Notfall geldpolitisch noch mal nachzulegen. Beruhigungspillen für die Wirtschaft und die Börse.

Blackrock pocht auf Nachhaltigkeit

Der größte Vermögensverwalter der Welt macht Druck beim Thema Nachhaltigkeit und hat Unternehmen angemahnt, die nicht genügend Fortschritte beim Klimaschutz machen. In einigen Fällen wurde sogar einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates oder gleich dem ganzen Gremium die Zustimmung verweigert. Der Druck, stärker auf Nachhaltigkeit zu setzen, wächst. Blackrock ist allerdings nicht die einzige Adresse, die aktiv darauf drängt, die ESG-Kriterien einzuhalten. ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Good Governance). Auch deutsche Adressen wie beispielsweise Union Investment und die DWS kämpfen für mehr Umweltschutz und Co. Allerdings verfügt der Vermögensverwalter Blackrock, als einer der größten Aktionäre bei börsennotierten Unternehmen etwa bei Daimler und Siemens, über erheblichen Einfluss.

KW 28 Gewinner und Verlierer an den Finanzmärkten

Der Blick auf die Börse sieht zunächst gut aus: Der Dax hat sich erholt. Schauen wir aber auf die Einzelwerte, gibt es klare Gewinner und Verlierer. Einer dieser Gewinner an den Märkten ist aktuell Gold. Zu den Verlierern zählen die Superreichen, die in der Corona-Krise viel Geld verloren haben.

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Gewinner und Verlierer

Wenn wir auf den Dax und viele andere Indizes schauen, dann ist die Welt nach dem Corona-Crash schon fast wieder in Ordnung. Seit Jahresbeginn hat Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer „nur“ knapp sechs Prozent verloren. Das sah im März noch ganz anders aus. Auch von seinem Allzeithoch aus dem Februar ist der Dax nur noch gut neun Prozent entfernt. Wenn wir uns allerdings Einzelwerte anschauen, dann gibt ganz klare Gewinner und Verlierer: Wenig überraschend hält der Skandalkonzern Wirecard mit einem Minus von mehr als 97 Prozent die rote Laterne. Auch die Aktionäre von MTU (minus 43 Prozent) sowie von Heidelberger Cement und Continental (minus 27 Prozent) gehören zu den größten Verlierern. Am stärksten zugelegt haben seit Jahresbeginn die Aktien der Deutschen Bank (plus 25 Prozent) sowie von der Deutschen Börse und RWE (jeweils etwa plus 20 Prozent). Die Aktie von SAP hat in dieser Woche sogar ein Allzeithoch markiert. Seit Anfang Januar hat sie gut acht Prozent zugelegt. Diese Zahlen zeigen, wie schwierig die Einzeltitel-Auswahl ist. Für die Entwicklung der einzelnen Aktien gibt es natürlich gute Gründe: Wirecard ist pleite, MTU, Heidelberger und Continental sind hart von der Krise getroffen, die Börse wiederum profitiert vom regen Aktienhandel und RWE ist eben ein Versorger mit halbwegs krisensicherem Geschäft. Schaust Du Dir an, wie sich all diese Aktien aber auf Sicht von drei oder zehn Jahren entwickelt haben, sieht die Welt ganz anders aus. Kurzfristig kann es an der Börse super laufen, langfristig kann eine Aktie aber trotzdem ein Rohrkrepierer bleiben. Deshalb mein Appell: Investiere auf jeden Fall immer breit gestreut, am besten mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und Investmentfonds. Dann fallen einzelne Nieten nicht so sehr ins Gewicht.

Gold ist weiter gefragt

Der Preis für das gelbe Edelmetall steigt und steigt. Erstmals seit Jahren kostet Gold wieder mehr als 1.800 US-Dollar pro Feinunze. Getrieben wird der Goldpreis von der hohen Nachfrage all jener Investor*innen, die einen sicheren Hafen für ihr Geld suchen. Gold gilt als Krisenwährung und soll vor Inflation schützen, die viele angesichts der Geldflut der Notenbanken befürchten. Und es ist eine Art Versicherung gegen den kompletten Zusammenbruch unseres Geldsystems. Ich finde diese extreme Flucht in sichere Häfen ziemlich überzogen. Was mich immer schon gestört hat: Gold bringt keine laufenden Erträge, also keine Dividenden oder Zinsen. Und Gold ist eine ziemlich emotionale Anlageklasse. Sind Unsicherheit oder gar Angst und Panik an den Aktienmärkten groß, steigt der Preis für das Edelmetall. Als Beimischung von fünf oder maximal zehn Prozent mag Gold Sinn machen, um das Depot gegen solche stürmischen Kursbewegungen abzusichern. Aber lass Dich bitte nicht vom Goldrausch anstecken und investiere nicht zu viel in Gold.

Das Vermögen der Superreichen

Die „Wealth Management Reports“ der großen Unternehmensberatungen sind immer wieder eine herrliche Lektüre. Sie verraten uns nämlich, wie die Superreichen anlegen und ob sie ihr Vermögen weiter vergrößert haben. Aktuell sieht es nicht so gut aus. Der Börsencrash hat sie wohl ziemlich hart getroffen, wie Capgemini schätzt. Kein Wunder, die Reichen investieren nämlich stark in Aktien. Mit einem Anteil von 30 Prozent sind sie die gewichtigste Anlageklasse in den Depots der Superreichen, zeigt eine Capgemini-Umfrage aus dem Februar. Und im Februar und März gingen durch den Ausverkauf an den Märkten laut Weltbörsenverband WFE mehr als 18 Billionen US-Dollar verloren. Zum Glück haben sich die Märkte erholt. Spannend finde ich, dass 40 Prozent der Superreichen und ebenso viele jüngere Millionär*innen unter 40 Jahren vor allem bei Aktien auf das Thema Nachhaltigkeit schauen. Was lernen wir daraus? Aktien gehören in jedes Depot, die Wohlhabendsten der Welt machen es uns vor. Und: Aktien können stark schwanken, aber bisher folgte auf jeden Crash die Erholung.

KW 27 Zeit für eine Zwischenbilanz

Das erste Börsen-Halbjahr liegt hinter uns und es war ziemlich turbulent. Wie wird das zweite? Und welchen Ärger hat Facebook gerade?

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Rückblick auf ein turbulentes Halbjahr

Der heftigste Absturz und die schnellste Erholung: Das war wirklich ein Halbjahr der Extreme an der Börse. Gute Renditen, zweistellige sogar, konntest Du nur mit Gold und an der Nasdaq einfahren, mit den meisten anderen Anlageklassen hast Du Geld verloren. Wenn ich allerdings an den brutalen Crash im Februar und März zurückdenke, dann sind die Verluste wirklich überschaubar. In China sind die Aktienkurse im ersten Halbjahr sogar moderat gestiegen. Ausgerechnet in China, wo die Corona-Pandemie bekanntlich ihren Ursprung hat. Andererseits überrascht das aber nicht: Das Reich der Mitte rutschte früher in die Krise und kommt auch früher wieder heraus. Auf den ersten Blick komisch ist die Reaktion der Aktienmärkte in den USA. Dort steigen die Infektionszahlen noch immer extrem stark, trotzdem läuft es an der Börse wieder rund. Das liegt daran, dass die breiten Indizes dort von Technologie- und Pharmaaktien dominiert werden – beide Branchen gelten als Gewinner der Krise. Viele Tech-Aktien notierten nahe Allzeithoch. Apropos: Eine Aktie die zum Höhenflug ansetzte war Tesla. Der Elektroauto-Pionier ist an der Börse jetzt mehr wert als der bisherige Spitzenreiter Toyota, und mehr als BMW, Daimler und Volkswagen. Noch so ein Extrem! Insgesamt fällt die Bilanz für das erste Halbjahr zwar mau aus, aber es hätte viel schlimmer kommen können. Wenn Du Dir die Charts anschaust, wirst Du sehen: Ruhe zu bewahren und sich nicht von der Panik anstecken zu lassen, das zahlt sich an der Börse aus.

Ausblick mit viel Hoffnung

Und wie geht es weiter? Du darfst verhalten optimistisch sein! Die Weltwirtschaft kommt langsam wieder in Schwung und sollte die Rezession bald hinter sich lassen. Die Konjunkturdaten haben sich bereits verbessert, die Prognosen sagen eine mehr oder weniger schwungvolle Erholung voraus. Das heißt aber nicht, dass auch die Börsenkurse stark steigen. Viel haben sie nämlich schon vorweggenommen. Deshalb haben sich S&P 500, Dax und Co. auch so gut erholt. Ein bisschen Luft nach oben dürften die Aktienmärkte aber noch haben, glauben Expert*innen. Es kommt natürlich darauf an, ob die Prognosen stimmen, sich die Wirtschaft wirklich weiter erholt, ob die Konjunkturprogramme in Europa und den USA zünden und die Corona-Infektionszahlen weiter fallen. In den USA nimmt außerdem der Wahlkampf langsam Fahrt auf. Im November will US-Präsident Donald Trump wiedergewählt werden. Langweilig werden die kommenden (Börsen-)Monate sicher nicht, im Gegenteil. Es wird sicher einige Schwankungen geben, aber insgesamt sollte es moderat aufwärts gehen. Auch wenn die weitere Erholung mit dem einen oder anderen Fragezeichen versehen ist, solltest Du investiert bleiben. Ich bin bekanntlich ein großer Fan von ETF-Sparplänen. Für mich ein perfektes Instrument, um regelmäßig zu investieren und vor allem in schwächeren Börsenphasen Schnäppchen einzusammeln.

Protest gegen Hass und Hetze

Facebook hat mächtigen Ärger: Aus Protest gegen Hass und Hetze auf der Social-Media-Plattform stornieren Anzeigenkund*innen aus aller Welt ihre Aufträge. Auch deutsche Konzerne wie Henkel und Volkswagen haben sich dem Boykott angeschlossen. Kritisiert wird unter anderem, dass Facebook rechtsradikale Webseiten als seriöse Nachrichtenquellen kennzeichnet. Der Kund*innenprotest schreckt wiederum die Investor*innen des sozialen Netzwerks auf. Der Aktienkurs von Facebook brach zeitweise um zehn Prozent ein – Gründer und Großaktionär Mark Zuckerberg verlor in wenigen Tagen sieben Milliarden Dollar. Aber die Aktie hat sich schnell wieder erholt. Auch weil Facebook gegensteuert und einen Maßnahmenkatalog gegen Hass und Hetze verabschiedet hat. Ob das die Werbekund*innen und Investor*innen beruhigt? Wir werden sehen. Der zwischenzeitliche und recht heftige Einbruch der Facebook-Aktie zeigt auf jeden Fall mal wieder, wie emotional die Börse reagieren kann und dass Überreaktionen schnell korrigiert werden.

Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer

Journalistin, Moderatorin

Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht. Darüber hinaus schreibt sie eine wöchentliche Kolumne bei onvista.de, einem der meistbesuchten Finanzportale in Deutschland.