Interview: Schönes mit Nützlichem verbinden

Magdalena Wagner und Svenja Welk

Jedes Business startet mit einer Idee. Svenja Welk und Magdalena Wagner, zwei befreundete Gründerinnen, wollen mit ihrem Unternehmen Majavia ein Statement setzen und zeigen, dass auch kleine Schritte Großes bewirken können.

Wie finanzieren Svenja und Magdalena Majavia? Wie treffen sie Business-Entscheidungen? Wie funktioniert das Gründerinnen-Duo auf privater und geschäftlicher Ebene – verschwimmen die Grenzen? Im Kurzinterview mit den finanz-heldinnen geben die beiden Unternehmerinnen einen Einblick in die Gründungsgeschichte und was sie aktuell beschäftigt.

finanz-heldinnen: Ihr seid Freundinnen und habt gemeinsam gegründet. Herausforderung oder Bereicherung?

Svenja: Definitiv Bereicherung. Eine 100%ige Abgrenzung zwischen Freundschaft und Geschäftsbeziehung ist natürlich schwierig, aber für beide Beziehungen ist es (für uns) sehr wichtig, einander zu vertrauen und zu wissen, man kann sich auf die andere verlassen. Wir haben businessbezogen eine andere Ebene und hatten seit Beginn eine offene und klare Kommunikation, was extrem wichtig ist, damit es keine Unstimmigkeiten oder Missverständnisse gibt. Da ein Unternehmen zu gründen auch eine sehr intensive Erfahrung und ein herausfordernder Prozess ist, können wir nur sagen, dass eine Freundschaft on top von Vorteil ist. Man lässt schon viel Privates mit einfließen und umgekehrt, das Business wirkt sich auch (je nach Phase) stark auf das Private aus und da hilft gegenseitiges Verständnis bei der Zusammenarbeit sehr.

Mit wie viel Startkapital seid ihr gestartet und woher kam es?

Svenja: Wir haben mit 10.000 Euro Startkapital angefangen, das aus unser beider „Kassen“ kam.

Wie habt ihr im Laufe der Zeit die Finanzierung aufgestellt? Was hat euch geholfen?

Magdalena: Ein Handelsunternehmen aufzubauen bedarf natürlich an liquiden Mitteln und relativ früh nach Start haben wir uns daher um Förderung und Möglichkeiten über die Bank umgesehen. So konnten wir die nächsten Produktionen sichern und uns dazu auf Werbung und Markenaufbau konzentrieren. Gerade zu Beginn fühlt man sich in einer Art „Dschungel“, woher man Mittel oder Kapital beziehen kann, aber man muss einfach die möglichen Stellen anfragen, bis man zum Ziel kommt! Nach ca. einem Jahr ist ein Investor eingestiegen, der uns vor allem im Bereich Warenfinanzierung unterstützt.

Angefangen hat eure Geschichte mit zwei Produkten, mittlerweile habt ihr euer Sortiment in viele Richtungen erweitert und bietet sogar Schmuck und Kleidung an. Wie trefft ihr Entscheidungen für die nächsten Entwicklungsschritte?

Magdalena: Ja wir schmunzeln auch, wenn wir daran denken, dass wir mit einem Passport Holder und einer Make-Up Tasche Majavia gestartet haben. 😉

Svenja: Meist trägt uns unsere Vision der Marke zu den nächsten Schritten – kombiniert mit den aktuellen Trends, welche wir auf das Majavia Design umlegen, um unseren Kund:innen eine nachhaltige Alternative in hoher Qualität zu bieten. Und natürlich versuchen wir auch auf unsere Kund:innen einzugehen. Wir bekommen viel Feedback und Anreize, was gefragt ist und das versuchen wir natürlich immer aufzunehmen.

Was ist Euer Ziel mit Majavia?

Svenja: Majavia begeistert mit Design & Farben, basiert auf dem Fundament der Nachhaltigkeit. Wir sind dabei eine Welt zu schaffen, die unser:e Kund:in mit begeisterten Augen erlebt, da sie genau ihren Geschmack trifft bzw. darauf adaptiert werden kann. Unsere Produktwelt zeichnet eine Leichtigkeit und ein Minimalismus aus, was unsere Kund:innen im Alltag begleiten soll. Die Produkte sind für den Alltag geschaffen und durch das Design oder einen bestimmen Farbton fühlt sich der:die Kund:in damit trotzdem immer etwas besser.

Nachhaltigkeit bei Euren Produkten ist für Euch sehr wichtig. Wie versteht und lebt ihr Nachhaltigkeit?

Magdalena: Für uns ist Nachhaltigkeit eigentlich ein sehr universeller und auch Trend-behafteter Begriff, den man in der Tat genauer betrachten und hinterfragen muss. Nachhaltigkeit versteht sich bei uns als ein Prozess, die Umwelt zu achten, bestehende Ressourcen zu schätzen und unser Leben auf diesem Planeten und dem Konsum, der dadurch einhergeht, möglichst bewusst zu gestaltet. Bezogen auf Majavia bedeutet dies: Wir versuchen möglichst bestehende Ressourcen zu verwenden (bspw. durch das recycelte Echt-Leder) und diese statt zu Abfall werden zu lassen, in unserem Design „weiterleben“ zu lassen. Aber nicht nur die verwendeten Materialien sind ein wichtiger Faktor, auch die Planung der Produktionszyklen müssen nachhaltig gestaltet sein. Natürlich gelingt uns dies nicht zu 100 Prozent, aber wir versuchen möglichst auf die Nachfrage zugeschnittene Produktionszyklen zu haben, um nicht auf unverkaufter Ware sitzen zu bleiben. Das ist nicht nur unternehmerisch, sondern auch im Sinne der Nachhaltigkeit „worst case“ und da sind wir happy, dass wir dies ganz gut steuern können.  So sehen wir Nachhaltigkeit als ganzheitliches Konzept, das auf alle Unternehmensbereiche angewendet werden soll, mit dem Ziel ressourcenbewusst zu haushalten. Der Minimalismus kommt auch durch unsere persönlichen Lebensweisen. Bewusst und nachhaltig zu leben bedeutet für uns den Moment, die Sache, den Menschen zu schätzen statt Verschwendung, Überfluss und unüberlegter Konsum.

Und wird das von allen Kund:innen immer direkt so verstanden?

Svenja: Vor allem bei der Verfügbarkeit der Produkte, wenn diese bspw. lange ausverkauft sind, gibt es oftmals Erklärungsbedarf. Unser Ansatz, stark nach der Nachfrage zu gehen, kann manchmal bedeuten, dass sich Produktionszyklen bei vereinzelten Produkten oder Farben verlängern. Wir versuchen aber sehr transparent mit den Kund:innen umzugehen und in offene Gespräche zu gehen – wir wissen natürlich auch, dass man das Verständnis seitens der Kundschaft nicht immer gleich im ersten Schritt erwarten kann, bei weiterer Erklärung und Kommunikation ist es aber dann meist recht gut nachvollziehbar!

Danke für das Interview!

Magdalena und Svenja von Majavia

Über Majavia

2017 hat ihre Reise begonnen und Svenja und Magdalena brachten die ersten Accessoires aus recyceltem Echt-Leder auf den Markt. Begonnen hat alles mit dem Passport Holder und der Make-Up-Tasche, die bis heute feste Bestandteile des Sortiments sind und nach wie vor in der gleichen Art und Weise produziert werden. Doch schon von Beginn an war es der Grundgedanke der Marke, ein Sortiment an einzigartigen Alltagsbegleitern zu kreieren. Mittlerweile besteht das Sortiment neben der vielfältigen Taschen- und Accessoire-Linie aus recyceltem Echt-Leder auch aus einem Schmucksortiment, bei dem ausschließlich nachhaltiges Gold-Vermeil und echte Süßwasserperlen verwendet werden und einer Kleidungslinie aus 100 Prozent GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle.