Er gilt als einer unser treuester Verbündeter bei der Geldanlage: der Zinseszinseffekt. Wie er funktioniert und wie Du (auch bei Aktien-Investments) profitierst.
Die Zeit ist ein sehr wichtiger Faktor bei unserem Vermögensaufbau. Je länger wir investieren oder auch sparen desto besser. Denn dann kommt der Zinseszinseffekt ins Spiel.
Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass erhaltene Zinsen wiederangelegt werden und somit selbst Zinsen erwirtschaften – den Zinsenzins. Dadurch wächst das Kapital exponentiell und beschleunigt den Vermögensaufbau. Denn es werden über einen längeren Zeitraum nicht nur das ursprüngliche Kapital, sondern auch die bereits erwirtschafteten Zinsen immer wieder verzinst. Je höher der Zinssatz und je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wirkt dieser Effekt. Aber was heißt das in konkreten Zahlen?
Ein Beispiel: Du legst 10.000 Euro zu einem gleich bleibenden Zinssatz von 2 Prozent für zehn Jahre an. Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben und bleiben auf dem Konto. Im ersten Jahr bekommst Du 200 Euro Zinsen. Dein Guthaben steigt auf 10.200 Euro. Im zweiten Jahr gibt es dann schon 204 Euro Zinsen und Dein Guthaben liegt bei 10.404 Euro. So geht es weiter. Berechnen kannst Du das mit Renditerechnern, wie sie beispielsweise die comdirect anbietet. Nach zehn Jahren ist Dein Kontostand auf 12.189,95 Euro geklettert. Du hast insgesamt 2189,94 Euro Zinsen bekommen. Je länger Du investierst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Nach 20 Jahren hättest Du ein kleines Vermögen von 14.859,49 Euro. Und jetzt stellt Dir vor, der Zinssatz wäre noch ein bisschen höher.
Wenn Du über Fonds oder börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds) am Anleihenmarkt investierst, kannst Du ebenfalls vom Zinseszinseffekt profitieren. Nämlich indem Du thesaurierende Fonds und ETFs wählst, bei denen die Zinsen automatisch reinvestiert und nicht ausgeschüttet werden.
Den Zinseszinseffekt gibt es übrigens auch bei Aktien, genauer bei Aktienfonds und Aktien-ETFs – nämlich dann, wenn Du auch hier die thesaurierende statt der ausschüttenden Variante wählst. Dann wird die Dividende automatisch reinvestiert, das Geld arbeitet weiter für Dich. Im Grunde ist das natürlich kein echter Zinseszinseffekt, denn es geht um Dividenden, also die Gewinnausschüttungen der Unternehmen. Aber das Prinzip ist dasselbe. Ob Aktien oder Anleihen – willst Du, dass das Geld weiter investiert wird und Du den Rendite-Booster des Zinseszinseffekts nutzen kannst, wähle bei ETFs und Fonds die thesaurierende Variante.
Das Wichtigste in Kürze:
- Je länger Du investierst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt.
- Je höher die Zinsen, desto deutlicher der Zinseszinseffekt.
- Auch wenn Du via Fonds und ETFs auf Anleihen setzt, kannst Du vom Zinseszinseffekt profitieren. Wähle thesaurierende Fonds und ETFs
- Den Zinseszinseffekt gibt es auch bei Aktien, wenn Du die Dividende wieder anlegst beziehungsweise in thesaurierende Fonds und ETFs investierst.


