Richtig abgesichert ins Eigenheim

Richtig abgesichert ins Eigenheim

Brand, Diebstahl, verletzte Passanten oder Unfälle am Bau – wer ein Haus kauft oder baut, geht zusätzliche Risiken ein. Diese gilt es passgenau abzusichern. Welche Versicherungen Immobilienbesitzer dabei wirklich brauchen.

Neubau, Reihenhaus, schickes Loft, saniertes Stadthäuschen – ihren ganz persönlichen Traum vom Eigenheim erfüllen sich derzeit viele Deutsche. Den niedrigen Bauzinsen sei Dank. Umso schlimmer ist es, wenn unvorhergesehene Ereignisse dem Traum einen dicken Dämpfer verpassen: Ein Feuer zerstört den Rohbau, ein Freund verletzt sich auf der Baustelle, ein Baum kracht auf das Hausdach, der Eigentümer wird vorübergehend arbeitslos und kann sich die Raten nicht mehr leisten … Wer baut oder kauft muss sich auf jeden Fall Gedanken über den passenden Versicherungsschutz für sein Projekt machen. Die wichtigsten Policen im Überblick:

Für alle Eigentümer

  • Wohngebäudeversicherung
    Sie ist im Grunde die wichtigste Police für Immobilieneigentümer. Die Wohngebäudeversicherung greift bei Schäden, die Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasserschäden am Gebäude verursachen. Wer auch stärkere Unwetter wie Hochwasser, Erdrutsch oder Lawinen fürchtet, kann über eine zusätzliche Elementarversicherung nachdenken. Dabei muss man aber im Hinterkopf haben: Gerade, wer in sogenannten Wohngefährdungszonen lebt – in Flussnähe oder in Hanglage –, bekommt teilweise nur schwer den notwendigen Schutz und muss dafür dann auch ordentlich bezahlen.

    Wichtig: Beim Kauf eines Hauses geht die Gebäudeversicherung des Verkäufers automatisch auf den Käufer über. Möchte dieser den alten Vertrag nicht übernehmen, kann er ihn innerhalb eines Monats nach Eintragung in das Grundbuch per sofort oder zum Ende des laufenden Versicherungsjahres kündigen.

    Wohnungseigentümer bezahlen ihren Anteil an der Police im Verbund mit der Eigentümergemeinschaft oder Gesellschaft, die das Haus verwaltet.
  • Privathaftpflicht
    Ein absolutes Muss ist eine private Haftpflichtpolice. Hintergrund: Jeder Eigentümer muss dafür sorgen, dass Immobilie und Grundstück in einem verkehrssicheren Zustand sind. Wer diese Pflicht vernachlässigt, muss geradestehen, wenn sich eine Person deswegen verletzt. Beispiel: Jemand rutscht auf glitschigem Herbstlaub auf dem Gehsteig vor dem Haus aus oder stolpert über eine herausragende Baumwurzel. Existiert kein ausreichender Versicherungsschutz, können die Folgen solcher Unfälle im Extremfall die finanzielle Existenz des Eigentümers gefährden.
  • Einkommen absichern
    Auch das ist ein Risiko für Eigenheimerwerber: Aufgrund von Krankheit oder längerer Arbeitslosigkeit gerät die Finanzierung ins Wanken. Aus diesem Grund sollte auf jeden Fall eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein. Außerdem sorgt eine Risikolebensversicherung dafür, dass Partner oder Kinder im Eigenheim wohnen bleiben können, sollte der Hauptverdiener sterben. Die Versicherung zahlt im Todesfall eine vorher vereinbarte Versicherungssumme an die Begünstigten aus. Diese hilft, die weiteren Raten zu zahlen.

Zusätzliche Policen für Bauherren

  • Bauherrenhaftpflicht
    Der Bauherr haftet grundsätzlich für alle Schäden, die im Zusammenhang mit dem Bau entstehen. Vor solchen Gefahren schützt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung. Wichtig ist, die Deckungssumme ausreichend hoch festzusetzen. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt 5 Millionen Euro.

    Tipp: Über solch eine Versicherung sollten auch Käufer einer Bestandsimmobilie nachdenken, wenn sie das Haus noch umfangreich sanieren wollen.
  • Bauleistungsversicherung
    Sie springt ein, wenn der Bau aufgrund von Unwetter oder Vandalismus beschädigt wird. Der Versicherungsschutz umfasst alle Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile für den Roh-, Aus- und Umbau. Auch Schäden durch den Diebstahl von bereits fest eingebautem Material, wie Heizkörper, lassen sich abdecken.
  • Bauberufsgenossenschaft
    Arbeiten Familienangehörige, Nachbarn oder Kollegen auf dem Bau mit, muss der private Bauherr sie grundsätzlich binnen einer Woche nach Arbeitsbeginn bei der Bauberufsgenossenschaft (BG BAU) anmelden. Unterlässt er das, drohen ihm sogar saftige Bußgelder. Als Unfallversicherer springt die BG BAU ein, wenn der private Helfer auf der Baustelle oder dem Weg dorthin verunglückt. Der Mindestbeitrag dafür liegt bei 100 Euro. Darüber hinaus hängt die Prämie von den geleisteten Helferstunden ab. Beispiel: Für 100 Stunden zahlt der Bauherr aktuell (Stand 2018) rund 145/129 Euro (alte/neue Bundesländer) für den Schutz.
    Ausgenommen von dem gesetzlichen Versicherungsschutz durch die BG BAU sind der Bauherr selbst sowie sein Ehegatte oder Lebenspartner. Sie haben zwar die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Doch der Schutz der Berufsgenossenschaft ist für den Bauherren oft kostspielig. Der Jahresbeitrag betrug zuletzt rund 4.300 Euro. Preiswerter ist der Schutz in der Regel über eine private Unfallversicherung.

Sinnvolle zusätzliche Policen für Vermieter

  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
    Manche Haftpflichtversicherer klammern Vermieter in den Vertragsbedingungen explizit aus. In diesen Fällen wird eine zusätzliche Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung notwendig. Sie zahlt, wenn Personen oder Sachen zu Schaden kommen, etwa weil sich Ziegel vom Dach gelöst haben. Die Versicherungssumme sollte bei mindestens 3 Millionen Euro liegen.
  • Rechtsschutzversicherung
    Eine Vermieter- und Grundstücks-Rechtsschutzversicherung deckt viele Kosten bei juristischen Auseinandersetzungen mit Mietern, Nachbarn oder der Wohnungseigentümergemeinschaft. Dennoch sollten Vermieter genau überlegen, ob die Kosten wirklich sein müssen. Streits mit Mietern lassen sich unter Umständen zum Beispiel auch im Wege einer – günstigeren – Streitschlichtung beilegen.
  • Mietausfallversicherung
    Sie kommt für Mietausfälle auf, wenn die Wohnräume vorübergehend unbewohnbar werden, etwa nach einem Brand. Allerdings deckt oft auch bereits die Wohngebäudeversicherung Mietausfälle ab. Die dortigen Bedingungen sollten Vermieter daher zuerst checken.
    Eine spezielle Mietnomadenversicherung dagegen lohnt sich meist nicht. Die Versicherungssumme ist häufig gedeckelt und Selbstbehalte sind üblich. Sinnvoller ist es, bei der Auswahl des Mieters genau hinzuschauen und auf eine ausreichende Kaution zu achten.

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