Starthilfe fürs Leben: finanzielles Polster für deine Kinder

Starthilfe fürs Leben

Der Schritt in die Selbstständigkeit des Nachwuchses ist nicht nur aufregend, sondern auch teuer. Wie Du ein finanzielles Polster für Deine Kinder ansparen kannst, erfährst Du hier.

Der Führerschein und das erste eigene Auto sind die wohl wichtigsten Symbole für Freiheit und den Start in ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. So war das jedenfalls noch vor wenigen Jahren, als die Vertreter der Generation Golf und die ersten Millennials nach und nach volljährig wurden. Finanziert wurde die Starthilfe häufig von der ganzen Familie. Zum 18. Geburtstag überreichten Oma und Opa stolz das Sparbüchlein, auf das sie über die Jahre regelmäßig eingezahlt hatten und auf dem dank Zins und Zinseszins ein nettes Sümmchen herangewachsen war. Geldgeschenke zu Weihnachten, Geburtstagen und zwischendurch wanderten ins Sparschwein und wurden einmal im Jahr am Weltspartag zur Bank getragen. Und was zum Traum der großen Freiheit fehlte, verdiente man sich mit Ferienjobs.

Heute sind die Kinder der 70er, 80er und 90er selbst Eltern, die ihre Sprösslinge in einigen Jahren auch gerne mit einem finanziellen Polster ausgestattet in die Selbstständigkeit entlassen möchten. Doch die Zeiten haben sich geändert und Sparen ist schwieriger geworden: Sparguthaben wächst dank Niedrigzins kaum noch an, und mickrige Rentenansprüche lassen Familien immer weniger Spielraum für zusätzliche Sparraten. Doch wenn Du ein paar einfache Tipps beherzigst, kann der Vermögensaufbau für Deine Kinder gelingen.

Früh beginnen

Je früher Du startest, desto dicker wird das Polster bei gleichzeitig überschaubaren Raten. Ein kleines Rechenbeispiel: Angenommen, Du möchtest für Dein Kind ab der Geburt bis zur Volljährigkeit 10.000 Euro ansparen, dann erreichst Du dieses Ziel selbst bei einem Zinssatz von null Prozent mit einer monatlichen Sparrate von rund 46 Euro. Beginnst Du dagegen erst mit der Einschulung, musst Du bereits knapp 70 Euro pro Monat aufwenden. Du siehst also: Zeit ist Geld. Was aus Deiner individuellen Sparrate über die Jahre werden könnte, lässt sich ganz einfach mit einem Online-Sparplanrechner schätzen.

Sparpotenzial finden

Mit Kindern ändert sich in der Regel das Konsumverhalten. Vielleicht stellst Du fest, dass einige der bisher üblichen Alltagsausgaben wie der Kaffee unterwegs, die Tageszeitung am Bahnhofskiosk oder ein nettes Accessoire aus Deiner Lieblingsboutique wegfallen werden. Lege das gesparte Geld zur Seite, auch wenn es nur ein paar Euro im Monat sind. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Für jedes minderjährige Kind in Deinem Haushalt hast Du Anspruch auf Kindergeld: 194 Euro pro Monat für das erste und zweite Kind, 200 Euro für das dritte und für jedes weitere 225 Euro*. Lassen sich Deine regelmäßigen Ausgaben auch so bestreiten, dann bietet das Kindergeld – oder ein Teil davon – ein hübsches Zusatzbudget, das Du für die Zukunft anlegen kannst.

Auf die richtigen Produkte setzen

Festverzinsliche Produkte wie Sparbuch, Tagesgeldkonto und Anleihen sind für langfristig orientierte Sparer derzeit nicht das Mittel der Wahl. Dank der langen Zeitspanne kannst Du etwas mehr Risiko wagen und beispielsweise mit Aktien oder Aktienfonds sparen. Zwischenzeitliche Kursrückgänge können über die Jahre wieder ausgeglichen werden.

Ein Blick in die Vergangenheit bestätigt den Effekt. So hat das Deutsche Aktieninstitut die Entwicklung des Dax zwischen 1967 und 2015 analysiert und festgestellt, dass Verlustrisiken mit Aktieninvestments geringer wurden, je länger die Papiere im Depot lagen. Dafür wurden unterschiedlich lange Anlageperioden innerhalb dieses Zeitraums ausgewertet. Während Anleger bei einer sehr kurzen Haltedauer von einem Jahr in jedem dritten bis vierten Jahr einen Verlust hinnehmen mussten, stand bei nur zwei der 38 historischen Zehnjahresperioden ein Minus unter dem Strich. Wer seine Papiere mehr als zehn Jahre gehalten hatte, konnte das Verlustrisiko quasi vollständig eliminieren.

Steuervorteil nutzen

Die meisten Banken bieten Konten und Wertpapierdepots auch für Kinder an. Da selbst minderjährige Kinder als vollwertige Steuerzahler gelten, können sie den Grundfreibetrag sowie den Sparer-Pauschbetrag nutzen.

Die steuerliche Behandlung hängt von Deinen persönlichen Verhältnissen beziehungsweise von denen Deines Kindes ab. Besprich Deine individuellen Besteuerungsgrundlagen daher immer mit Deinem Steuerberater oder Deiner Steuerberaterin.

Regelmäßig prüfen

Die Umstände werden sich auch in Zukunft immer mal wieder wandeln. So wird das Zinsniveau aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ewig auf Tauchkurs bleiben. Behalte die Marktbedingungen im Blick und prüfe Deine Anlage regelmäßig. Sowieso solltest Du niemals nur auf ein Produkt setzen, sondern immer über mehrere Anlageklassen streuen. Damit die Verteilung gleichbleibt, empfiehlt es sich, das Wertpapierdepot mindestens einmal pro Jahr anzupassen.

Stand: Januar 2019

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