Warum Dein Kind ein finanzielles Bewusstsein braucht

Mit welchen finanziellen Themen für Dein Kind hast Du Dich bereits beschäftigt? Hast Du mit Deinem Kind schon mal über Geld gesprochen? Warum es gut ist, wenn bereits Kinder ein finanzielles Bewusstsein entwickeln, zeigt Goldfrau-Bloggerin und Finanzexpertin Babett Mahnert im Gastbeitrag.

In unserem Schulsystem gibt es bisher kein Fach, das sich mit dem Thema Finanzen beschäftigt. Über 50 % der Menschen in Deutschland haben keine finanzielle Bildung erhalten. Viele haben daher nicht gelernt, wie sie mit Geld umgehen und welche negativen Konsequenzen das auf ihr persönliches Leben haben kann.

Die fünf größten negativen Auswirkungen von finanziellem Bildungsmangel sind:

  1. Keine Entscheidungen fällen: Menschen treffen keine finanziellen Entscheidungen, weil ihnen dafür die innere Sicherheit fehlt.
  2. Mangelndes Verantwortungsbewusstsein: Nur Du alleine bist für Deine Finanzen verantwortlich – auch wenn Du Gründe im Außen suchst, die Du für Deine Lage verantwortlich machst.
  3. Umgang mit Krediten: Fehlende finanzielle Aufklärung führt dazu, dass es „normal“ ist, dass Du Kredite für den Kauf von Konsumgütern oder für die Finanzierung Deines Urlaubs einsetzt. Das kann negative Auswirkungen auf Deine zukünftige Vermögenssituation haben.
  4. Fehlende Strategie: Wenn Du es nicht von Anfang lernst, einen strategischen Umgang mit Geld zu entwickeln, dann wirst Du nicht in der finanziellen Fülle leben, in der Du gerne leben möchtest.
  5. Negative Glaubenssätze: Wie ist Deine – vielleicht auch unbewusste – Einstellung zu Geld? Wenn Dich negative Glaubenssätze beim Thema Geld hemmen, dann wird es Dir nicht gelingen, ein Leben in finanzieller Unabhängigkeit zu führen.

Umso wichtiger ist es, dass dieses wichtige Wissen bereits an Schulen gelehrt wird. Es ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen, finanziellen Leben. Doch bevor das ein Teil des Lehrsystems sein wird, kannst Du bereits jetzt konkrete finanzielle Schritte für Dein Kind gehen.

Welche Schritte Dein Kind in die finanzielle Unabhängigkeit führen

Um Deinem Kind ein finanziell erfolgreiches Leben zu ermöglichen, solltest Du an zwei Bereiche denken. Das ist zum einen der klassische Vermögensaufbau mit dem Ziel, dass Du genügend Kapital anlegst, um Deinem Kind eine stabile Basis mitzugeben. Du ermöglichst ihm oder ihr so zum Beispiel  nach der Schule zu studieren, ins Ausland zu gehen oder sich eigenverantwortlich für verschiedene Lebenswege zu entscheiden.

Auf der anderen Seite solltest Du Dein Kind frühzeitig dabei unterstützen, ein gesundes Verhältnis und nachhaltiges Verständnis für Geld zu entwickeln, in dem es versteht, WIE die äußeren Zusammenhänge um Geld funktionieren.

Vermögensaufbau

Beim Vermögensaufbau für Dein Kind kannst Du dich an diesen vier Schritten orientieren:

  1. Verschaffe Dir einen Überblick, welche unterschiedlichen Kosten für Deine Kinder in den verschiedenen Lebensphasen anfallen können. Dazu gehören zum Beispiel die Kosten für das Studium oder die Ausbildung, den Führerschein, das erste Moped oder Auto oder die erste Wohnung.
  2. Gleiche die Inflation aus. Je nachdem, wann Du mit dem Vermögensaufbau für Dein Kind beginnst, liegen zwischen heute und später etwa 20 Jahre. Es findet jährlich eine Steigerung des Preisniveaus statt, die Inflation.
  3. Schaue Dir Deine Endzahl an, die Du im ersten Schritt ausgerechnet hast und mache im nächsten Schritt eine Rückwärtsrechnung. Das heißt konkret: Wie viel musst Du ab heute monatlich zur Seite legen, um Deine Endsumme auch wirklich zu erreiche?
  4. Eröffne ein Depot auf den Namen Deines Kindes und lege die Anlagen fest, die Du monatlich oder einmalig besparen möchtest.

Wissensaufbau

Für ein finanziell erfolgreiches Leben ist es von entscheidender Bedeutung, dass Du frühzeitig beginnst, Deinem Kind die richtigen Werte im Umgang mit den eigenen Finanzen mitzugeben. Dazu gehören regelmäßige Gespräche über die verschiedenen Aspekte des Geldes.

Sechs Aspekte, die Dein Kind lernen sollte:

  1. Bedeutung von Geld: Erkläre ihr oder ihm, seit wann und warum es überhaupt Geld gibt (Tauschmittel). Zeige Deinem Kind, welche Auswirkungen die Veränderungen von Preisen durch die Inflation haben. Das kannst Du ihm wunderbar anhand eines Eises oder eines Brötchens praktisch erklären.
  2. Wert von Geld: Mache ein Spiel mit Deinem Kind und lasse es schätzen, wie viel bestimmte Dinge kosten. Dazu gehören zum Beispiel die Preise für die Lieblingsturnschuhe, von einem Smartphone oder Auto. Je nach Alter Deines Kindes kannst Du die unterschiedlichen Preise auch in einem Diagramm aufmalen. Erkläre ihm jetzt, wie lange Du arbeiten musst, um bestimmte Dinge zu kaufen. Male neben den Preisen die Zahl der Stunden, die Du dafür arbeiten gehen musst. In diesem Schritt gewinnt Dein Kind Klarheit darüber, was Preise bedeuten und wie lange Du vor allem dafür arbeiten gehen musst. Oder wie lange Dein Kind später dafür arbeiten gehen muss.
  3. Philosophie des Geldes: Schärfe das Bewusstsein Deines Kindes hinsichtlich der Aufnahme von Konsumentenkrediten. „Kaufe Dir nichts, was Du Dir nicht leisten kannst.“ Das hilft Deinem Kind später dabei, nicht in eine Kreditspirale zu geraten.
  4. Vorurteile zu Geld: Frage Dein Kind, was es schon mal im Zusammenhang mit Geld gehört hat. Kinder nehmen unbewusst so viel wahr und das ist der Grund, warum die Antworten auf diese Fragen so spannend sind. Die Prägung zum Thema Geldglaubenssätzen erfolgt unbewusst in der frühesten Kindheit. Und das ist das größte Hindernis vor dem Menschen stehen, wenn es darum geht, finanzielle Fülle in ihr Leben zu lassen.
  5. Geld und Spaß: Verknüpfe aktiv schöne Aktivitäten, die mit Geld zu tun haben, damit Dein Kind Geld mit Spaß und Freude in Zusammengang bringt.
  6. Die richtige Strategie zum Sparen: Motiviere Dein Kind von jeder Einkunft (Taschengeld, Geburtstagsgeld, Geld von bestimmten Anlässen) 20 % in zwei verschiedenen Boxen zu sparen: 10 % in die persönliche „Box der Zukunft“ und 10 % in die „Box für Deinen Traum“ als Sänger*in, Tänzer*in, Wissenschaftler*in.

Wenn es Dir gelingt, in beide Bereiche – Vermögensaufbau und Wissensaufbau – einzuzahlen, dann wird Dein Kind die finanzielle Unabhängigkeit leichter erreichen können.

Fazit

Auch wenn das Fach „finanzielle Bildung“ in die Schulen gehört, ist es bisher noch kein fester Bestandteil des Systems. Das ist der Grund, warum Du dafür verantwortlich bist, dass Dein Kind in diesem Bereich gebildet wird. Darüber hinaus bist Du in den ersten Lebensjahren Deines Kindes für finanzielle Entscheidungen für die Zukunft zuständig.

Dein Kind sollte frühzeitig das Bewusstsein dafür entwickeln, dass es

  • für seine finanzielle Situation alleine verantwortlich ist,
  • die Bedeutung von Krediten kennt,
  • weiß, wie es ihm oder ihr gelingt Vermögen aufzubauen.

Dazu gehören neben der klassischen Umsetzung in Form von monatlichen Investitionen in ein Depot auch unbedingt die Wissensvermittlung, um die Zusammenhänge mit Geld zu verstehen. Dein Kind kann damit schon früh ein Gefühl zum Wert und der Bedeutung von Geld entwickeln. Es lernt, welche Arbeitsleistung sich hinter einem bestimmten Gegenstand, wie einem Smartphone oder den neuen Sneakern, verbirgt.

Du vermittelst Deine Geldglaubenssätze, verknüpfst Geld mit Spaß und bringst Deinem Kind bei, wie es sich ein eigenes Vermögen aufbauen kann. Denn dies führt Dein Kind langfristig in seine finanzielle Freiheit.

Babett Mahnert

Babett Mahnert

Bloggerin und Finanzexpertin

Babett Mahnert hat 17 Jahre in vier Banken über 10.000 Kunden beraten. Ihre Vision ist es, so viele Menschen wie möglich mit finanziellem Bewusstsein zu erreichen und in ein Leben voller finanzieller Freiheit zu begleiten. „Let’s talk about money, honey.” Auf ihrem Blog Goldfrau schreibt sie über Themen rund um Money Mindset und Finanzen.

Mehr Infos über Babett Mahnert.

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