Der Coffee-To-Go: Wie Kleinigkeiten unser Sparverhalten beeinflussen

Ein paar Euro hier und da können schnell zur echten Belastung für Dein Konto werden.  Daher lohnt es sich, auch die kleinen Ausgaben im Alltag zu überdenken und Alternativen zu finden. Das schont nicht nur Deinen Geldbeutel, sondern kann Dich auch langfristig bei Deiner Geldanlage weiterbringen. Ein Beitrag von femance Gründerin Hava Misimi.

Wer von uns kennt das nicht: Morgens spät dran, irgendwie Hunger und keine Zeit für ein Frühstück zu Hause. Eigentlich willst Du Dir nur eben ein Brötchen beim Bäcker kaufen, aber das Avocado-Sandwich sieht einfach besser aus. Und dann dieser leckere Karamell-Macchiato…! Der Bauch schreit „Mitnehmen“, auch wenn der Kopf Dich an Deinen Geldbeutel erinnert. Und weil der Kopf noch gar nicht so richtig wach ist, gewinnt der Bauch. 

Diese Dinge können ganz schön schnell und unbewusst zu Gewohnheiten werden. Ehe man sich versieht, heißt es im Lieblingscafé am Morgen: „Das Übliche“. Sind wir mal ehrlich: Für den Geldbeutel kann „das Übliche“ jedoch ziemlich belastend werden. Anders als große Anschaffungen, die sich auf dem Konto schnell bemerkbar machen, fallen die Ausgaben auf Tagesbasis nicht so gravierend für uns ins Gewicht – und genau das macht sie so tückisch.

Was kostet mich mein tägliches Frühstück aus dem Lieblingscafé denn eigentlich auf den Monat gerechnet?

Lass uns das doch mal ganz pragmatisch durchrechnen. Dein Macchiato wird Dich um die 3 Euro kosten und Dein Avocado-Sandwich 2,50 Euro. Macht eine tägliche Ausgabe von 5,50 Euro. Nehmen wir an, Du kaufst Dir das Frühstück im Schnitt vier Mal in der Woche. Dann bist Du pro Woche bei 22 Euro. Das ergibt Monatsausgaben von 88 Euro.

Ganz schön viel für „nur mal eben“ Frühstück, zumal es nur um die Ausgaben an 4 der 7 Wochentage geht. Aber alles halb so wild, wenn man ein gutes Einkommen hat. Dann kann das einem erstmal egal sein, denn: „Man gönnt sich ja sonst nichts…“, oder?

Was würde aber passieren, wenn man auf das Frühstück verzichtet, die 88€ spart und an der Börse anlegt? Zum Beispiel für die Altersvorsorge!

Nehmen wir an, Du beschließt auf Dein Frühstück im Café zu verzichten und Dir Deinen Kaffee im Lieblingsthermobecher und etwas zu Essen von Zuhause einzupacken.

Wenn Du das Geld einfach auf Deinem Girokonto (ohne Zinsen) sparen würdest, hättest Du in 25 Jahren 88 Euro * 12 Monate * 25 Jahre = 26.400 Euro gespart – eine solide Summe, oder?

Angenommen, Du nimmst dieses monatlich Ersparte und investierst es fortlaufend an der Börse – zum Beispiel in einen ETF. Und das über 25 Jahre zu einem Zinssatz von 5 % (was im Durchschnitt ein realistischer Zinssatz für einen ETF ist). Natürlich nimmst Du nichts aus Deinem Depot während der 25 Jahre heraus.

Der monatliche ETF Sparplan von 88 Euro über 25 Jahre wird in der Grafik für Dich dargestellt. Hier kannst Du erkennen, wie Dein Frühstück-to-Go-Investment durch den Zinseszins-Effekt und die regelmäßigen Einzahlungen einen kontinuierlich steigenden Wertzuwachs erzielt.

Dann bist Du, nach 25 Jahren, bei einer noch solideren Summe von insgesamt 60.136 Euro. Abzüglich Deiner investierten Ersparnisse von insgesamt 26.400 Euro bist Du dann bei einem reinen Gewinn von 33.736 Euro. Unglaublich, was Dein Coffee-to-Go langfristig schafft, oder?

Dein Frühstück-to-Go kostet Dich langfristig sogar noch mehr, als Du gedacht hast!

Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich: Selbst mit kleinen, regelmäßigen und gut angelegten Sparbeträgen kannst Du schon mittel- und langfristig viel aus Deinem Geld machen. 

Indem Du augenscheinlich kleine Ausgaben für Gewohnheiten überdenkst, kannst Du sicherlich am Ende des Monats einige Euro zur Seite legen und investieren. Der Coffee-to-Go ist dafür ein klassisches Beispiel.

Fazit: Beobachte Dich. Welche Gewohnheiten haben sich möglicherweise bei Dir eingeschlichen, die auf den ersten Blick nicht viel Geld kosten, auf Die Du aber einfach verzichten oder sie durch eine günstigere Alternative ersetzen könntest?

Wenn Du dann das Geld investierst, hast Du noch mehr Freude an Deinem selbstgebrühten, von Zuhause mitgebrachtem, Kaffee.

Hava Misimi

Hava Misimi

Unternehmensberaterin, Finanzbloggerin

Hava Misimi arbeitet als Unternehmensberaterin für Digitalisierung & digitale Transformation und ist Gründerin von Femance – dem Finanzblog für junge Leute. Mit ihrem Blog möchte sie junge Menschen schon früh für die Themen Sparen, Investieren und finanzielle Bildung begeistern und den gegenseitigen Austausch in der Gesellschaft zum Thema Geld fördern. Hava interessiert sich für die FinTech Branche und verbringt ihre Freizeit gerne am See, in den Bergen, mit Freunden oder beim Kickboxen.

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