Zeit für sich nehmen: Nebenjob als Yoga-Lehrerin

Aus einem Hobby mit großer Leidenschaft wurde der Nebenjob – im Interview erzählt Sophie Felgentreu, was Yoga für sie bedeutet und wie es ihre beiden Tätigkeiten positiv beeinflusst. Sophie ist seit einigen Jahren bei comdirect und arbeitet derzeit in der Personalabteilung. Seit etwa vier Jahren ist sie zudem noch Yoga-Lehrerin und unterrichtet regelmäßig nebenberuflich.

finanz-heldinnen: Warum hast Du dich dafür entschieden, neben deinem Job als Recruiterin eine Yoga-Ausbildung zu machen?

Sophie Felgentreu: Zu dem Zeitpunkt der Entscheidung war ich damals noch im Brokerage bei comdirect tätig und merkte, dass ich gerne mehr mit Menschen arbeiten möchte. Zudem habe ich etwas zum Ausgleich und zur Entspannung gesucht, um so Stress zu reduzieren. Damals habe ich selbst regelmäßig Yoga gemacht und schnell gemerkt: Das ist es!

Yoga hat mir viel gegeben und dieses erfüllende Gefühl danach, wollte ich gerne weitergeben und teilen. Also habe ich beschlossen, Yoga-Lehrerin zu werden.

Wie vereinbarst Du beide Jobs?

Aktuell unterrichte ich 1,5 Stunden Yoga pro Woche. Gelegentlich vertrete ich auch meine Kollegin oder biete Einheiten am Wochenende an. Durch die Pandemie habe ich natürlich auch meine Yoga Kurse angepasst und online angeboten. Da die Kurse meistens abends stattfinden, lässt sich das sehr gut mit meinem Job bei comdirect vereinbaren. Die Vorbereitungen kann ich am Wochenende machen oder vor dem Unterricht. Hier bin ich sehr flexibel.

Bringen Dir die Erfahrungen und Erlebnisse vom Yoga etwas für Deinen Bürojob oder umgekehrt?

Beides! Meine Erfahrungen vom Yoga bringen mir zum einen Ausgleich zu meiner Bürotätigkeit sowie Entspannung und Stressreduzierung. Zum anderen lindert es meine Nackenschmerzen. Ich merke auch, dass ich viel sensibler für Stimmungen von meinen Gesprächspartner:innen bin. Das hilft mir natürlich ungemein in meiner Arbeit als Recruiterin in Bewerbungsgesprächen.

Meine Arbeit bei comdirect wiederum ist ebenso nützlich für meine Yoga-Tätigkeiten. Meine Erfahrungen aus dem Büro bringen mir Souveränität in der Organisation und auch in der Kommunikation mit meinen Schüler:innen. Zudem schaden auch meine BWL Kenntnisse nicht was die Planung, Vertragserstellung und den Umgang mit Dienstleistern angeht, zum Beispiel bei der Raum-Miete (in Nicht-Corona-Zeiten).

Was rätst Du anderen, die einen Nebenjob starten wollen?

Ich denke, das ist eine bewusste Entscheidung, die jede:r für sich selbst treffen sollte. Mir haben folgende Überlegungen und Fragen dabei weitergeholfen:

  • Ist es eine ausgleichende oder ergänzende Tätigkeit für mich?
  • Wo liegen meine Talente und worin möchte ich mich weiterbilden?
  • Wie viel Zeit kann ich für meinen Nebenjob und für die Ausbildung aufwenden?
  • Wie lässt sich die Tätigkeit in meinen Alltag integrieren?

Welche organisatorischen und bürokratischen Aspekte kommen auf einen zu, wenn man einen Nebenjob ausübt?

Das hängt natürlich ein wenig von der Art des Nebenjobs ab. Generell darf man die organisatorischen und bürokratischen Aspekte aber nicht unterschätzen. Wenn es, wie bei mir der Fall, um eine Selbstständigkeit geht, gibt es Folgendes zu beachten: Es fängt an mit der Anmeldung eines Kleingewerbes über Rechnungen schreiben, Steuererklärung machen bis hin zur Kommunikation und Organisation für die Teilnehmer:innen, wie Info Mails und Flyer schreiben oder eben auch die Räumlichkeit mieten. Mit Corona kamen auch noch einige Punkte hinzu wie zum Beispiel die Erstellung eines Hygienekonzeptes. Natürlich kann man auch in einem Angestelltenverhältnis einen Nebenjob ausüben. Dann fallen eventuell nochmal andere organisatorische Aspekte an. Dafür (und auch grundsätzlich) benötigt man die Genehmigung des Arbeitgebers und muss dies natürlich bei der Steuererklärung berücksichtigen. Wichtig finde ich auch, dass man immer up to date bleibt und sich weiterbildet – egal welche Art von Nebenjob man ausübt.

Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann mal den Hauptjob zu wechseln oder Stunden im Büro zu reduzieren?

Klar, solange die Leidenschaft und das Hobby nicht zur Pflicht werden und mir die Tätigkeit weiterhin Freude bereitet und Energie und Ausgleich gibt. Ich kenne auch eine Yoga-Lehrerin, die in Vollzeit arbeitet, und ein sehr hohes Pensum hat. Ihr hat der Yoga-Unterricht Energie genommen und viel abverlangt. Ich glaube, das ist die Herausforderung: Wenn das Hobby zum Beruf wird und dazu auch kein gut bezahlter Job ist.

Über Sophie Felgentreu

Sophie hat es 2016 zu comdirect verschlagen. Zuerst arbeitete sie im Brokerage, dann wechselte sie 2018 als Recruiterin in die Personalabteilung. Vor etwa vier Jahren entschied sich Sophie dazu, nebenbei eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin zu machen.

Mehr interessante Artikel im Magazin: